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Weinende Demonstrantin bei einer Demonstration gegen die Regierung in Valencia am Mittwoch.

Demonstrationen gegen Maduro

Heftige Proteste in Venezuela

Bei Protesten gegen Venezuelas Präsident Nicolás Maduro ist ein 17-Jähriger ums Leben gekommen. Derweil warnt der Armeechef die Soldaten vor "Abscheulichkeiten" gegen Demonstranten.

Bei heftigen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in Venezuela ist ein 17-Jähriger ums Leben gekommen. Insgesamt forderten die seit mehr als zwei Monaten andauernden Proteste gegen die Regierung mehr als 60 Tote.

Nach offiziellen Angaben starb der Demonstrant in der Hauptstadt Caracas, weil eine selbstgebaute Granate in seiner Hand explodierte. Abgeordnete der Opposition sagten indes, er sei von einer Tränengasgranate getroffen worden, die direkt auf ihn abgefeuert worden sei. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen.

Nach Angaben der Opposition wurden bei Krawallen am Mittwoch zudem fast 200 Menschen verletzt. Für die kommenden Tage kündigten die Regierungsgegner weitere Demonstrationen an.

Armeechef warnt Soldaten vor „Abscheulichkeiten“

Tausende Menschen waren erneut auf die Straße gegangen, um den Rücktritt von Präsident Nicolás Maduro zu fordern. In Chacao gab es Ausschreitungen, drei Lastwagen wurden angezündet. Als die Oppositionsanhänger versuchten, zum Sitz der Wahlkommission zu gelangen, wurden sie von den Sicherheitskräften mit Tränengas zurückgedrängt.

Zuvor hatte Verteidigungsminister Vladimir Padrino López erstmals eingeräumt, dass es gewalttätige Übergriffe von Soldaten gegen Demonstranten gegeben habe. „Ich will keinen einzigen Nationalgardisten mehr sehen, der Abscheulichkeiten auf der Straße verübt“, erklärte Padrino López. Wer die „Staatspolitik“ nicht respektiere, die der Achtung der Menschenrechte oberste Priorität gebe, und wer unprofessionell handele, werde sich dafür verantworten müssen, warnte der Minister und Armeechef.

Vor einigen Wochen hatte Padrino López Präsident Maduro noch die „bedingungslose“ Unterstützung der Armee zugesagt. Die Opposition forderte den Verteidigungsminister auf, seinen Worten Taten folgen zu lassen.

Fast täglich gehen Demonstranten gegen Präsident  Maduro auf die Straße. Sie werfen der Regierung Menschenrechtsverletzungen vor und fordern Neuwahlen.

Maduro hingegen spricht von einer Verschwörung der Opposition und des Auslands. Er kündigte Wahlen zu einer verfassungsgebenden Versammlung an. Die Regierungsgegner lehnen den Vorschlag ab. Sie bemängeln, dass ein Teil der Delegierten von regierungsnahen Organisationen entsandt werden soll und befürchten, dass Maduro mehr Kompetenzen an sich zieht.

Neben den politischen Spannungen leidet das südamerikanische Land unter einer schweren Wirtschaftskrise. Wegen des niedrigen Ölpreises und jahrzehntelanger Misswirtschaft verfügt Venezuela kaum noch über Devisen, um Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs zu importieren. (dpa/Reuters/afp)

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