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Wolodymyr Selenskyj warnt wegen Ukraine-Krieg vor dem „Ende Europas“

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Von: Nail Akkoyun, Christian Stör

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Wolodymyr Selenskyj ist das Ziel Nummer Eins von Putin geworden, ein Attentat konnte vereitelt werden. Nun veröffentlicht Selenskyj eine neue Videobotschaft.

+++ 11.33 Uhr: Dieser Text ist beendet. Alle weiteren News zu den Entwicklungen um den ukrainischen Präsidenten finden Sie in unserem neuen Ticker zu Wolodymyr Selenskyj.

Wolodymyr Selenskyj warnt wegen Ukraine-Krieg vorm „Ende Europas“

+++ 08.24 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland nach dem Angriff auf das Atomkraftwerk im ukrainischen Saporischschja „Nuklear-Terrorismus“ vorgeworfen. Der Angriff hatte einen Brand ausgelöst, der mittlerweile gelöscht ist.

Selenskyj veröffentlichte nach dem Angriff eine wütende Videobotschaft: Kein anderes Land der Welt habe jemals Atomanlagen beschossen, sagte er. Offenbar wolle Russland die Atomkatastrophe von Tschernobyl „wiederholen“: „Wenn es eine Explosion gibt, ist das das Ende von allem. Das Ende Europas“, warnte Selenskyj. Der russischen Armee warf er vor, gezielt auf das Kraftwerk zu zielen: „Das sind mit Wärmebildkameras ausgerüstete Panzer, sie wissen also, worauf sie schießen.“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mehr Militärhilfe von den westlichen Staaten gefordert.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mehr Militärhilfe von den westlichen Staaten gefordert. © SERGEI SUPINSKY/AFP

Wolodymyr Selenskyj richtet klare Botschaft an Wladimir Putin – und an den Westen

+++ 17.23 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mehr Militärhilfe von den westlichen Staaten gefordert. „Wenn Sie nicht die Macht haben, den Luftraum (über der Ukraine) zu schließen, dann geben Sie mir Flugzeuge!“, sagte Selenskyj am Donnerstag (03.03.2022). „Wenn wir nicht mehr sind, Gott bewahre, dann werden Lettland, Litauen und Estland die nächsten sein“, sagte er und fügte hinzu:“Bis hin zur Berliner Mauer, glauben Sie mir.“

Zugleich bekräftigte er seine Absicht, direkt mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu verhandeln. „Ich muss mit Putin sprechen (...), denn das ist der einzige Weg, diesen Krieg zu beenden“, sagte Selenskyj. Er sei „offen“ und „bereit, alle Fragen“ mit Putin zu erörtern.

+++ 15.55 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron telefoniert. Was genau während des Gespräches besprochen wurde, ist noch nicht bekannt. Zuvor hatte der französische Präsident anderthalb Stunden mit Russlands Präsident Wladimir Putin telefoniert.

Erst am Vorabend hatte Macron in einer Rede betont, er wolle weiter mit Putin reden. „Wir befinden uns nicht im Krieg mit Russland“, sagte Macron. „Ich habe mich dafür entschieden, mit Präsident Putin in Kontakt zu bleiben, und werde dies auch weiterhin tun, so gut ich kann und so viel wie nötig ist, um unermüdlich zu versuchen, ihn davon zu überzeugen, auf Waffengewalt zu verzichten.“

Nach gescheitertem Attentat - Selenskyj richtet klare Botschaft an Putin

+++ 12.30 Uhr: In seiner Videobotschaft wandte sich Wolodymyr Selenskyj auch direkt an Wladimir Putin und forderte ihn auf, die russischen Truppen aus der Ukraine zurückzuziehen: „Geh nach Hause. Zu dir nach Hause.“ Zudem bezog er sich auf Putins Behauptung, der Einsatz diene der Verteidigung der russischsprachigen Bevölkerung in Teilen der Ukraine. Er solle ruhig die russischsprachigen Menschen verteidigen – aber nicht auf der ganzen Welt, sondern zu Hause. Zugleich verglich Selenskyj Russlands Invasion mit einem Virus. Es sei jetzt zwei Jahre her, seit die Ukraine ihren ersten Corona-Fall registriert habe: „Es ist jetzt eine Woche her, dass ein anderes Virus unser Land angegriffen hat.“

Ukraine-Krieg: Selenskyj gibt sich kämpferisch

+++ 11.45 Uhr: Der ukrainische Präsident Selenskyj hat Russlands Präsident Putin in seiner Videobotschaft erneut verbal angegriffen (s. Update v. 11.10 Uhr). Zudem forderte er von Putin „Reparationszahlungen“. Er betonte: „Ihr werdet uns für alles, was ihr gegen unseren Staat, gegen jeden Ukrainer unternommen habt, vollständig entschädigen.“

+++ 11.10 Uhr: Wolodymyr Selenskyj gibt sich weiter kämpferisch. In seiner jüngsten Videoansprache sprach der ukrainische Präsident davon, dass die russischen Streitkräfte bisher auf ganzer Linie erfolglos geblieben seien. Die Ukraine erhalte täglich Waffenlieferungen von internationalen Verbündeten, so Selenskyj. Zudem hätten sich bislang 16.000 Freiwillige aus dem Ausland gemeldet, um für die Ukraine zu kämpfen. „Wir haben nichts zu verlieren außer unserer eigenen Freiheit“, sagte der ukrainische Präsident in der Videoansprache.

Außerdem versprach Selenskyj einen vollständigen Wiederaufbau seines Landes nach dem Krieg mit Russland. Moskau werde wegen seines Einmarsches Reparationen zahlen müssen, kündigte an. „Wir werden jedes Haus, jede Straße, jede Stadt wieder aufbauen.“

Ukraine-Krieg: Selenskyj nennt Russlands Attentat-Pläne „hinterhältig“

+++ 09.00 Uhr: Der ukrainische Präsident Selenskyj hat in der Nacht auf Donnerstag eine Drohung per Videobotschaft verbreitet. „Sie werden hier keine ruhige Minute haben“, sagte er in Richtung der russischen Armee (s. Update v. 04.25 Uhr). Zuvor hatte Selenskyj die internationale Allianz gegen Putin gelobt. Mit Verweis auf die UN-Vollversammlung, in welcher sich zahlreiche Länder hinter eine Resolution gestellt hatten, sagte der ukrainische Präsident: Für die Ukraine hätten 141 Länder gestimmt, für Russland 4 - Nordkorea, Eritrea, Syrien, Belarus, so Selenskyj: „Das ist die Liste. Das sind die Freunde.“

Die Attentat-Pläne des Kreml bezeichnete er auf Telegram als „hinterhältig“ (s. Update v. 01.30 Uhr). Am Mittwoch (02.03.2022) war bekannt geworden, dass Selenskyj einen Angriff tschetschenischer Elite-Soldaten, die zuvor von Russland beauftragt wurden, überlebte. Wladimir Putin hatte für den Fall von Selenskyjs Tod bereits einen Nachfolger als ukrainischen Präsidenten in der Hinterhand: den ehemaligen Präsidenten Wiktor Janukowitsch. Er gilt als Vertrauter Putins.

Ukraine-Krieg: Selenskyj sagt Russland den Kampf an - „Werden hier keine ruhige Minute haben“

+++ 04.25 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat den Gegnern seines Landes einen harten Kampf angesagt. „Sie werden hier keinen Frieden haben, sie werden hier kein Essen haben, sie werden hier keine ruhige Minute haben“, sagte der 44-Jährige in der Nacht zu Donnerstag in einer Videobotschaft. Besetzer würden von den Ukrainern nur eine Sache bekommen: „Eine solch heftige Gegenwehr, dass sie sich für immer daran erinnern, dass wir das Unsere nicht hergeben.“

Die russischen Soldaten seien keine Krieger einer Supermacht. „Das sind Kinder, die benutzt worden sind. Bringt sie nach Hause“, meinte Selenskyj. Die Ukraine wolle nicht mit Leichen bedeckt sein. „Sagt eurem Befehlshaber, dass ihr leben wollt und nicht sterben.“ Mit Verweis auf die UN-Vollversammlung, in der sich am Mittwoch in New York die meisten Länder hinter eine Resolution gestellt hatten, die den Angriff Russlands verurteilt, sagte Selenskyj: Für die Ukraine hätten 141 Länder gestimmt, für Russland 4 - Nordkorea, Eritrea, Syrien, Belarus. „Das ist die Liste. Das sind die Freunde.“

Ukraine-Krieg: Selenskyj meldet sich auf Telegram – Lob für das ukrainische Volk

Update vom Donnerstag, 03.03.2022, 01.30 Uhr: Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich erneut auf Telegram zu Wort gemeldet. Er sei stolz auf den „heldenhaften“ Widerstand gegen die russische Invasion, man habe die „hinterhältigen“ Pläne Moskaus durchkreuzt. „Wir sind eine Nation, die die Pläne des Feindes in einer Woche durchkreuzt hat. Pläne, die seit Jahren geschrieben wurden: heimtückisch, voller Hass auf unser Land, unser Volk“, sagte Selenskyj in dem Telegram-Video.

Weiter fügte er hinzu, dass seit dem Beginn des russischen Einmarschs etwa 9000 russische Soldaten getötet worden seien. Diese Behauptung lässt sich allerdings nicht überprüfen, da Moskau russische Verluste gar nicht oder nicht zuverlässig mitteilt.

Ukraine-Krieg: Attentat auf Präsident Selenskyj vereitelt

+++ 12.30 Uhr: Am Dienstag hatte der Chef des ukrainischen Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates, Oleksiy Danilov, die Vereitelung eines Attentates auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bekannt gegeben. Ausführen sollten das Attentat die sogenannten „Kadyrow-Truppen“, eine berüchtigte Spezialeinheit tschetschenischer Söldner, unter dem Kommando von Ramsan Kadyrow.

„Wir wissen sehr wohl von der Spezialoperation, die direkt von den Kadyrowiten durchgeführt werden sollte, um unseren Präsidenten zu beseitigen“, so Danilov in einem Telegram Posting. Das Attentat aber konnte laut ukrainischen Angaben dank Hilfe aus Moskau vereitelt werden. Von dort habe man aus Kreisen des russischen Geheimdienstes, die den Putins Krieg in der Ukraine nicht unterstützten, einen Tipp erhalten.

Selenskyj überlebt Attentat von tschetschenischen Elite-Soldaten

+++ 10.25 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hält sich trotz des Ukraine-Kriegs weiter in der hart umkämpften Hauptstadt Kiew auf. Von dort meldet sich der ukrainische Präsident regelmäßig aus einem Luftschutzbunker zu Wort. Laut ukrainischen Sicherheitsbehörden hat Selenskyj nun denkbar knapp einen Angriff tschetschenischer Elite-Soldaten überlebt. Die Angreifer seien laut ukrainischen Angaben „eliminiert“ worden. Selenskyj selbst sei wohlauf. Mehrere internationale Medien bestätigten den Angriff.

Das Attentat auf Selenskyj sei von Putin und dem Kreml in Auftrag gegeben worden, hieß es von ukrainischer Seite. Ausgeführt worden sei es von den sogenannten „Kadyrow-Truppen“, eine berüchtigte Spezialeinheit tschetschenischer Söldner, unter dem Kommando von Ramsan Kadyrow.

Wolodymyr Selenskyj richtet sich im Ukraine-Krieg direkt an das Europaparlament

Update vom Mittwoch, 02.03.2022, 07.26 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verlangte in einem emotionalen Appell an das Europaparlament die Aufnahme seines Landes in die Europäische Union. „Wir kämpfen für unsere Rechte, für unsere Freiheit, für unser Leben. Und nun kämpfen wir ums Überleben“, sagte er zu Beginn einer Sondersitzung in einer Videobotschaft.

Derweil wurden bei dem Luftangriff auf den Fernsehturm in Kiew nach ukrainischen Angaben fünf Menschen getötet, die Ausstrahlung der Fernsehprogramme war vorübergehend unterbrochen. Der Turm steht in der Nähe der Schlucht von Babyn Jar und der Gedenkstätte an ein dort von der Wehrmacht verübtes Massaker an jüdischen Ukrainern im Zweiten Weltkrieg. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der selbst Jude ist, prangerte an, dass die Welt schweige, während Bomben auf Babyn Jar fallen. „Wieder einmal ermorden diese Barbaren die Opfer des Holocausts“, schrieb er auf Twitter. 

Ukraine-Krieg: „Das wird er nicht überleben“ – Putin jagt Selenskyj

Update vom Dienstag, 01.03.2022, 15.00 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einer live übertragenen Videoansprache an das EU-Parlament eine „gleichberechtigte“ Mitgliedschaft in der Europäischen Union gefordert. „Wir kämpfen um unsere Rechte, für unsere Freiheit, für unser Leben“, sagte Selenskyj in seinem eindringlichen Appell. „Wir kämpfen um unser Überleben, und das ist die höchste Motivation. Aber wir wollen auch gleichberechtigte Mitglieder in Europa sein.“

Auf Twitter teilte Selenskyj außerdem mit, dass er mit Olaf Scholz telefoniert habe. „Wir sprachen über den russischen Beschuss von Wohnvierteln in ukrainischen Städten während der Friedensgespräche.“ Außerdem müsse die Arbeit an einem Beitritt der Ukraine zur EU beschleunigt werden.

Ukraine-Krieg: „Das wird er nicht überleben“ – Putin jagt Selenskyj

Erstmeldung vom Dienstag, 01.03.2022, 11.00 Uhr: Kiew – Wolodymyr Selenskyj ist im Ukraine-Krieg zum Helden geworden. Der ukrainische Präsident hätte es sich ja einfach machen können. Doch das Angebot der USA, ihn aus Kiew auszufliegen, lehnte Selenskyj ab. „Der Kampf findet hier statt“, lautete seine Botschaft an den Westen. Er brauche Munition, keine Offerte, das Land zu verlassen.

Sein Mut könnte Selenskyj allerdings teuer zu sehen kommen. Wird er den Ukraine-Krieg überhaupt überleben? Die Stimmen, die daran zweifeln, mehren sich. In den USA* sprach jetzt auch der ehemalige republikanische Stratege Steve Schmidt in einem Interview beim TV-Sender MSNBC davon, dass Selenskyj wahrscheinlich in Kiew sterben werde.

Ukraine-Krieg: „Putin versucht, Wolodymyr Selenskyj umzubringen“

„Dieser Mann wird gejagt“, sagte Schmidt. „Wladimir Putin versucht, ihn umzubringen.“ Auch Selenskyj selbst läuft nicht blauäugig durch die Welt. Schon am ersten Tag des Ukraine-Kriegs am 24. Februar 2022 hat er in einer Video-Ansprache erklärt, dass ihn der Feind „unseren Informationen nach als Ziel Nummer eins markiert“ habe, seine Familie sei das Ziel Nummer zwei.

Selenskyjs Verhalten im Angesicht des russischen Einmarsches in die Ukraine nötigt dem US-Experten Schmidt den größten Respekt ab. „In einem Moment größter Gefahr hat dieser Mann für die ganze Welt hörbar die Botschaft an sein Volk gerichtet: „Fürchtet euch nicht.““ Das sei beeindruckend. „Wir werden plötzlich daran erinnert , dass der Preis der Freiheit sehr hoch ist.“

Wolodymyr Selenskyj wächst im Ukraine-Krieg über sich hinaus

Tatsächlich wurde Wolodymyr Selenskyj lange Zeit nicht so richtig für voll genommen. Er war ein Komiker, der bis zu seiner Wahl zum ukrainischen Präsidenten im Jahr 2019 über keinerlei politische Erfahrung verfügt hat. Allerdings hatte er vorher in der satirischen Fernsehserie „Diener des Volkes“ einen Lehrer gespielt, der unerwartet zum Präsidenten gewählt wird.

Das war allerdings alles nur Fiktion. In der Realität herrscht nun Krieg in der Ukraine. Und Wolodymyr Selenskyj wächst in dieser Situation über sich hinaus. Fragt sich nur, ob er den Krieg auch überleben wird.

(cs/nak mit AFP/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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