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Stärkste Kräfte in Sachsen-Anhalt: Reiner Haseloff (CDU) und André Poggenburg (AfD).

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Haseloff muss Partner suchen

29.8 Prozent - nach der CDU wird die AfD in Sachsen-Anhalt zur zweitstärksten Partei. Die Bildung einer Regierung wird wohl schwierig.

Von H. Kranert-Rydzy, A. Schierholz und K. Gauselmann

Am Ende galt der Dank einer Frau, die gar nicht da war: Kanzlerin Angela Merkel (CDU). „Frau Merkel war unsere größte Wahlhelferin“, sagte Daniel Roi gut gelaunt. Natürlich war es ein vergifteter Dank des zweiten Mannes der AfD in Sachsen-Anhalt. Aber die „Alternative für Deutschland“ konnte starke Sprüche klopfen: Immerhin zieht sie aus dem Stand als zweitstärkste Kraft in den Landtag ein.

Die anderen Parteien reagierten gestern auf das Ergebnis der Rechtspopulisten zunächst vor allem geschockt. Noch nie ist eine Partei so stark aus dem Stand in ein Landesparlament gekommen. Einer, der die Tragweite erkannte, war der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke. „Wir haben eine neue Epoche in der Parteien-Geschichte erreicht“, rief der Thüringer unter dem Jubel der 100 Gäste auf der AfD-Wahlparty. Die „Altparteien“, so Höcke, hätten die Gelbe Karte bekommen. deburg. Am Ende galt der Dank einer Frau, die gar nicht da war: Kanzlerin Angela Merkel (CDU). „Frau Merkel war unsere größte Wahlhelferin“, sagte Daniel Roi gut gelaunt. Natürlich war es ein vergifteter Dank des zweiten Mannes der AfD in Sachsen-Anhalt. Aber die „Alternative für Deutschland“ konnte starke Sprüche klopfen: Immerhin zieht sie aus dem Stand als zweitstärkste Kraft in den Landtag ein.

Die anderen Parteien reagierten gestern auf das Ergebnis der Rechtspopulisten zunächst vor allem geschockt. Noch nie ist eine Partei so stark aus dem Stand in ein Landesparlament gekommen. Einer, der die Tragweite erkannte, war der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke. „Wir haben eine neue Epoche in der Parteien-Geschichte erreicht“, rief der Thüringer unter dem Jubel der 100 Gäste auf der AfD-Wahlparty. Die „Altparteien“, so Höcke, hätten die Gelbe Karte bekommen.

Von den anderen Parteien fuhr die CDU noch das stabilste Ergebnis ein. Auch dort herrschte aber eine gedämpfte Stimmung, zumal nicht klar war, wie es weitergeht. Amtsinhaber Reiner Haseloff will Ministerpräsident bleiben – die Frage ist nur: Wie? Mit dem Katastrophenergebnis der SPD wird es kaum für eine Fortsetzung der „großen“ Koalition reichen. Machen die Grünen mit? Schaffen die es überhaupt in den Landtag?

Haseloff sagte, die Union habe ihr Wahlziel erreicht – man bleibe stärkste Kraft, es führe keine Regierungsbildung an der CDU vorbei. Er räumte gleichzeitig ein, „dass es für uns schmerzhaft ist, dass wir eine solche starke Kraft neben uns haben“. Haseloff machte deutlich, dass er mit der SPD weitermachen wolle: „Ich bin froh, dass wir eine Regierung bilden können, die Rechtsaußen außen vor lässt“. Es ist die erwartete klare Absage an eine Koalition mit der AfD.

Grünen-Spitzenkandidatin Claudia Dalbert war noch nicht nach Kooperation. Und sie sah den Schwarzen Peter auch eher bei den Schwarzen. „Das Kaputtsparen, der Tanz um die schwarze Null der Koalition, wurde heute Abend abgestraft“, sagte Dalbert. „Das hat zu einer Unzufriedenheit geführt, die zu Teilen von der AfD ausgenutzt wurde.“ Über eine schwarz-rot-grüne Koalition mochte die Hallenserin nicht sprechen. „Wir warten erstmal das offizielle Ergebnis ab.“

Die SPD als marginalisierter, aber nicht entbehrlicher Teil einer solchen Koalition, leckte gestern zunächst Wunden. Später räumte Spitzenfrau Katrin Budde das Offensichtliche ein: ein „sehr schlechtes“ Ergebnis. Und: „Das schmerzt uns wirklich alle.“ Sie beklagte, andere Parteien hätten einen „Wahlkampf auf dem Rücken der Flüchtlinge gemacht“ – eine Spitze gegen Haseloff und die Forderung nach einer Obergrenze. „Da bin ich sehr stolz, dass wir die Haltung bewahrt haben“, so Budde. Über eine Regierungsbildung mochte die Magdeburgerin auch nicht sprechen. Man müsse in den „nächsten Tagen sehen, wie kriegen wir stabile Mehrheiten hin“.

Für die FDP ist es ein Abend des Zitterns. Wieder sieht es so aus, als würde der Sprung in den Landtag misslingen. Der FDP-Landesverband kommentierte das Hoffen und Bangen auf Twitter: „Noch ist nicht aller Tage Abend.“

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