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Harvey Weinstein.
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Harvey Weinstein sitzt derzeit seine Strafe in einem Gefängnis im Bundesstaat New York, USA, ab.

Weinstein-Urteil

„Kein fairer Prozess“: Harvey Weinstein legt Berufung gegen Urteil wegen Vergewaltigung ein

  • Friederike Meier
    vonFriederike Meier
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Die Anwälte des verurteilten Vergewaltigers Harvey Weinstein sind in Berufung gegangen. Sie kritisieren, der ehemalige Hollywood-Modul habe keinen fairen Prozess bekommen.

News York – Mehr als ein Jahr nach seiner Verurteilung wegen Sexualverbrechen ist der frühere Hollywood-Mogul Harvey Weinstein in Berufung gegangen. In am Montag (05.04.2021) in New York eingereichten Gerichtsdokumenten erklären Weinsteins Anwälte, dem zu 23 Jahren Gefängnis verurteilten „Pulp Fiction“-Produzenten sei ein fairer Prozess verweigert worden.

Die Verteidiger argumentieren unter anderem, mehrere Frauen, die den 69-Jährigen in dem Prozess belastet hatten, hätten nicht aussagen dürfen, da ihre Vorwürfe gegen Weinstein nicht Teil der Anklage gewesen seien. „Das amerikanische Strafrechtssystem wurde entworfen, um Angeklagte auf Grundlage ihres Verhaltens zu verurteilen - nicht auf Grundlage ihres allgemeinen Charakters“, heißt es in der Berufung.

Harvey Weinsteins Verurteilung: Berufung war erwartet worden

Die Anwälte werfen zudem einer Geschworenen Befangenheit vor. Die Frau hatte ein Buch über ältere Männer geschrieben, die jüngeren Frauen nachstellen. Sie kritisieren zudem, der Vorsitzende Richter James Burke habe ein „unangemessen hartes und übertriebenes“ Strafmaß gegen Weinstein verhängt.

Eine New Yorker Geschworenen-Jury hatte den früheren Erfolgsproduzenten Weinstein im Februar 2020 der Vergewaltigung in einem minder schweren Fall und der schweren sexuellen Nötigung schuldig gesprochen. Im folgenden Monat verhängte Burke eine 23-jährige Haftstrafe gegen Weinstein. Der Gründer des Miramax-Filmstudios sitzt die Strafe in einem Gefängnis im Bundesstaat New York in den USA ab. Es war erwartet worden, dass er in Berufung geht.

Vorwürfe gegen Harvey Weinstein lösten metoo-Bewegung aus

Die Verurteilung von Weinstein im vergangenen Jahr markiert einen Meilenstein der Rechtsgeschichte. In dem aufsehenerregenden Fall hatte die Jury den Zeugenaussagen von mehreren Frauen entgegen Weinsteins Unschuldsbeteuerungen und trotz des Mangels an Beweisen geglaubt.

In dem New Yorker Verfahren ging es um sexuelle Angriffe gegen zwei Frauen. Weinstein erwartet außerdem ein Prozess in Los Angeles wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung von mehreren weiteren Frauen. Insgesamt haben rund 90 Frauen, darunter bekannte Schauspielerinnen wie Angelina Jolie, Salma Hayek und Gwyneth Paltrow, Weinstein sexuelle Belästigung oder Gewalt vorgeworfen. Das Bekanntwerden der Vorwürfe löste im Herbst 2017 die weltweite #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen aus.

Harvey Weinsteins geht in Berufung: Gericht wird entscheiden

Der Ex-Produzent war wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Selbst die Vereinten Nationen sprachen von einem „Wendepunkt“ im Umgang mit Opfern sexueller Gewalt. Weinstein sitzt diese Strafe derzeit in einem Gefängnis im Bundesstaat New York ab.

Die Staatsanwaltschaft werde nun auf die Argumente eingehen, die die Anwälte von Herrn Weinstein in ihrer Berufung vorgebracht haben, heißt es bei der New York Times. Ein Richter werde letztendlich entscheiden, ob sie stichhaltig sind. „Wir werden in unserem Schriftsatz an das Gericht antworten“, sagte Danny Frost, ein Sprecher der Staatsanwaltschaft von Manhattan, der Zeitung. (Friederike Meier, afp, dpa)

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