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Reicht der Hartz-4-Regelsatz für ein sorgenfreies Leben aus? Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit erteilt einer Erhöhung eine Absage. (Archivbild)
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Reicht der Hartz-4-Regelsatz für ein sorgenfreies Leben aus? Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit erteilt einer Erhöhung eine Absage. (Archivbild)

Wie viel braucht man zum Leben?

Hartz 4: BA-Chef gegen Erhöhung der Grundsicherung - Menschen sollen sich stattdessen „berappeln“

  • Sophia Lother
    vonSophia Lother
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Über die Höhe des Hartz-4-Regelsatzes wird in Deutschland oft heftig debattiert. BA-Chef Scheele hält wenig von einer Erhöhung bei Arbeitslosengeld 2 und Grundsicherung.

Hamburg – Genügt der derzeitige Hartz-4-Satz in Deutschland oder ist eine Erhöhung dringend erforderlich? Geht es um die Höhe von Sozialleistungen wie dem Arbeitslosengeld 2, kommt es häufig zu hitzigen Debatten. So fordern die Grünen eine schrittweise Erhöhung des Regelsatzes auf 603 Euro monatlich. Im Entwurf ihres Wahlprogramms fordert die Linke sogar eine völlige Reformation bis hin zur Abschaffung von Hartz 4: „Die Zeit für Hartz 4 ist abgelaufen. Wir führen eine Mindestsicherung ein, die sanktionsfrei ist, also nicht gekürzt werden kann.“ Und weiter heißt es im Entwurf: „Wir wollen dafür sorgen, dass niemand im Monat weniger als 1.200 Euro zur Verfügung hat. Das ist unsere Grenze für ein gerechtes Mindesteinkommen.“

Andere Stimmen sprechen sich gegen höhere Zahlungen bei Hartz 4 und Grundsicherung aus. So beispielsweise der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele. Seine Beweggründe schildert er eingehend in einem Interview.

Hartz 4: Regelsatz für das Arbeitslosengeld 2 erhöhen? – BA-Chef mit deutlicher Absage

Gegenüber der Wochenzeitung „Die Zeit“ betont Scheele, es dürften nicht diejenigen überfordert werden, die für die Grundsicherung aufkommen. „Es wird nie eine Grundsicherung geben, die einen auf das Niveau der arbeitenden Bevölkerung hebt. Sonst überfordert man diejenigen, die das bezahlen. Dazu gehört ja auch die Kassiererin bei Aldi, die möglicherweise netto nicht viel mehr hat als der Empfänger von Grundsicherung“, so der BA-Vorstandschef.

Detlef Scheele wandte sich damit gegen Forderungen den Hartz-4-Regelsatz von derzeit 446 Euro für Alleinstehende auf 600 Euro anzuheben. „Ich bezweifle, dass jemand mit 600 Euro deutlich zufriedener wäre“, sagte dazu der BA-Chef. Für ein sorgenfreies Leben seien die Menschen selbst verantwortlich: „Wer sorgenlos leben möchte, der muss sich berappeln und möglichst gut entlohnte Arbeit finden“, fügte er hinzu.

Auf die Frage, warum er den Begriff „Hartz 4“ nicht nutze, reagiert Scheele: „Das ist inzwischen ein Schimpfwort und ein Kampfbegriff. Die ihn dazu gemacht haben, erreichen damit aber nichts. Wer das System schlechtredet, stigmatisiert auch die Menschen darin.“ (slo mit afp)

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