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Hassan Rohani: Außenministerium soll Iran bei Atomgesprächen vertreten.

Iran, Rohani, Atomgespräche

Hardliner abgesetzt

Das iranische Außenministerium soll den Iran künftig bei den Verhandlungen über dessen umstrittenes Atomprogramm vertreten. Dies gab Präsident Hassan Rohani am Donnerstag bekannt.

Seit 2003 wurden die Gespräche stets vom Vorsitzenden des Nationalen Sicherheitsrats geleitet. Rohani selbst war in dieser Funktion von 2003 bis 2005 Chefunterhändler des Irans und willigte damals in die Aussetzung der Urananreicherung und die unangekündigte Kontrolle der Atomanlagen ein. Zuletzt führte Said Dschalili als Chef des Gremiums die Verhandlungen.

In seiner Erklärung benannte der Präsident zwar keinen Verhandlungsführer. Bereits in den vergangenen Wochen wurde in den iranischen Medien aber darüber spekuliert, dass Außenminister Mohammed Dschawad Sarif mit dieser Aufgabe betraut werde. Sarif, der als moderat gilt, war von 2002 bis 2007 Botschafter seines Landes bei der UNO und spielte eine aktive Rolle bei den Atomverhandlungen an der Seite von Rohani.

Noch keinen Termin

Der Präsident hatte kürzlich den bisherigen Außenminister Ali Akbar Salehi zum Chef der Iranischen Atomenergiebehörde ernannt und den Diplomaten Resa Nadschafi zum Botschafter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) bestimmt.

Der Westen verdächtigt Teheran, unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms den Bau einer Bombe voranzutreiben. Die letzte Verhandlungsrunde zwischen Teheran und der sogenannten 5+1-Gruppe, an denen die fünf UN-Vetomächte und Deutschland teilnehmen, war im April im kasachischen Almaty ohne Ergebnisse geblieben. Für eine neue Runde gibt es noch keinen Termin. Rohani hatte nach seinem Amtsantritt Anfang August seine "ernsthafte Gesprächsbereitschaft" angekündigt. Zugleich kündigte er an, an der Urananreicherung festhalten zu wollen. (AFP)

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