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Pandemie

Karl Lauterbach und Bayern-Trainer Hansi Flick legen nach Aussprache Streit bei

  • Marcel Richters
    vonMarcel Richters
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In der Corona-Pandemie ärgert sich Bayern-Trainer Hansi Flick über „sogenannte Experten“. Karl Lauterbach und er haben jetzt miteinander geredet. 

  • In der hitzigen Debatte um Auslandsreisen im Fußball bezieht Hansi Flick ungewöhnlich klar Stellung.
  • Kritik übt Flick an SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach.
  • Lauterbach reagiert via Twitter auf die Äußerungen des Bayern-Trainers. Der bietet ein Gespräch an.

Update vom Donnerstag, 18.02.2021, 16.05 Uhr: Alles wieder gut. Bayern-Trainer Hansi Flick und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach haben sich ausgesprochen, wie der Politiker auf seinem Twitter-Account mitteilt. „Habe gerade mit Hansi Flick eine Halbzeit lang über Lage des Profifussballs in Zeiten von Corona gesprochen. Es war für mich ein spannendes und konstruktives Gespräch mit gegenseitiger Wertschätzung. Jeder Streit ist beigelegt“, schreibt Lauterbach beim Kurznachrichtendienst. Und weiter: „Unterschiede in der Meinung kann es immer geben. Entscheidend ist aber: in der Bewältigung der Corona-Krise zählt Teamgeist. Den habe ich im Gespräch durchaus wahrgenommen.“

FC Bayern: Hansi Flick will mit Karl Lauterbach sprechen

Hansi Flick sucht das Gespräch mit Karl Lauterbach.

Update vom Dienstag, 16.02.2021, 14.15 Uhr: Trainer Hansi Flick vom deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München hat nach den Diskussionen um seine Aussagen über die Corona-Politik und den Abgeordneten Karl Lauterbach ein klärendes Gespräch mit dem SPD-Mann angekündigt. „Vielleicht ist es ganz gut, wenn ich mich mal mit dem Herrn Lauterbach ausspreche. Nicht in einer Talkshow, persönlich unter vier Augen oder mal am Telefon, um die Standpunkte zu erläutern“, sagte Flick. 

Der SPD-Gesundheitspolitiker nahm das Angebot an. „Sehr gerne spreche ich mit Hansi Flick“, teilte Lauterbach am Dienstag (16.02.2021) auf Twitter mit. „Ich freue mich darüber. Da Hansi Flick mir das Angebot über die Öffentlichkeit gemacht hat, antworte ich auch öffentlich“, sagte er dem „Spiegel“. 

Karl Lauterbach auf Twitter.

FC Bayern: Hansi Flick rechtfertigt sich nach „Corona-Aussage“ zu Karl Lauterbach

Update vom Dienstag, 16.02.2021, 8.00 Uhr: Bayern-Trainer Hansi Flick hat seine emotionalen Aussagen über die Corona-Politik noch einmal begründet und zugleich dem von ihm angegriffenen SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ein Gespräch angeboten. Es sei vielleicht gut, wenn er mal „unter vier Augen“ mit Lauterbach rede, „nicht in einer Talkshow“, sagte der 55 Jahre alte Flick am Montagabend nach dem 3:3 des FC Bayern München in der Fußball-Bundesliga gegen Arminia Bielefeld.

Flick hatte sich am Sonntag gegen Kritik an der Reise des deutschen Rekordmeisters zur Club-WM nach Katar und der Sonderrolle des Fußballs in der Corona-Pandemie gewehrt und dabei speziell Lauterbach als „sogenannten Experten“ kritisiert. „Ich bin keiner, der einen Menschen, den er nicht kennt, in so ein Licht stellen möchte“, sagte Flick einen Tag später. Er hatte den deutschen Politiker:innen geraten, eine Strategie zu entwickeln, damit die Menschen in der Corona-Krise „irgendwann mal wieder Licht im Tunnel“ sähen.

Bayern-Trainer Hansi Flick steht nach „Experten“-Spruch heftig in der Kritik

Er habe „nicht erwartet“, dass seine Aussagen öffentlich „solche Wellen schlagen“ würden, sagte Flick. „Der letzte Tag war extrem.“ Er habe auch einige „böse Nachrichten“ erhalten. Er habe vielleicht ungewöhnlich emotional auf eine Frage geantwortet, und das nicht nur als Trainer, sondern als Mensch, der selbst zwei Enkelkinder habe und auch lange Unternehmer im Einzelhandel gewesen sei.

Update vom Montag, 15.02.2021, 16.58 Uhr: Hansi Flicks Attacke gegen Karl Lauterbach schlägt besonders in den sozialen Netzwerken hohe Wellen. Auf Twitter hieß es unter anderem: „Ein Fußball-Trainer, dessen Tätigkeit und Privilegien unter Verhöhnung der restlichen Gesellschaft geschützt werden, fordert ‚Möchtegern-Experten‘ zum Schweigen auf. Das ist tatsächlich ein neuer Niveau-Tiefpunkt.“

Eine Bloggerin äußerte sich ebenfalls auf Twitter: „Nur mal so zu Erinnerung: Flick ist Bankkaufmann. Lauterbach hat Medizin studiert und in Harvard Epidemiologie. Ob Flick das überhaupt weiß, dass Lauterbach Politiker und Experte in einem ist? Wie auch immer: Die gepamperten Fußballer sollten sich alle mal zurückhalten.“ Allgemein steht der Profifußball nach der Äußerung des Bayern-Trainers in der Kritik. Ein User schrieb: „Die Aussagen von Flick zeigen einmal mehr, wie wenig der Fußball verstanden hat.“

Ein anderer Nutzer, laut seinem Twitter-Profil Jurist und Strafrechtler, meinte: „Extrem unsouveräner Umgang von Hans Flick mit der sachlichen Kritik Karl Lauterbach: Kein inhaltliches Argument, nur gegen die Person – und das nach der vom Anfang bis Ende katastrophal missglückten Reise des FCB ins korrupte und misogyne (frauenfeindlich, d. Red.) Katar. Selbstkritik: 0.“

Profifußball trotz Corona: Bayern-Trainer Hansi Flick greift Karl Lauterbach an

Erstmeldung vom Montag, 15.02.2021, 10.20 Uhr: München – Fußballtrainer Hansi Flick ist der Ansicht, dass der promovierte Gesundheitsökonom Karl Lauterbach (SPD) nur Profit aus der Corona-Situation schlagen will. Das zumindest geht aus Flicks Äußerungen in einem Interview mit DAZN nach dem Spiel der Bayern in Katar* hervor. Es gehe nur um die Frage: „Wie kann er bei der nächsten Wahl ein paar Prozentpunkte mehr machen?“, ist sich Flick sicher.

Seiner Ansicht nach sollten sich Politik und Fachleute zusammensetzen und eine Strategie gegen die Corona-Pandemie entwickeln. Da passiere zu wenig, es fehle das „Licht am Ende des Tunnels“, so Flick. Wie das aussehen soll, erläutert der Bayern-Coach nicht. Aber er setzt nach. Die aktuellen Corona-Maßnahmen und Bemühungen der Politik bewertet Hansi Flick so: „Das ist weit an dem vorbei, was sie als Aufgabe haben: Gemeinsam zu arbeiten, dass es irgendwann zu einer Normalität kommt.“

Allerdings verteidigt Flick – geschätztes Jahreseinkommen rund sieben Millionen Euro –, dass Profifußballer auch während der Corona-Pandemie arbeiten dürfen. Denn das sei „unser Job, unser Business, eine Sache, die wir machen müssen“. Karl Lauterbach hatte zuvor Kritik daran geäußert, dass Profifußballer in der Pandemie weiter Spiele absolvieren. Trotz aller Disziplin könnten dabei eben auch positive Corona-Infektionen vorkommen. Zuletzt war bei Bayern-Spieler Thomas Müller eine solche Infektion festgestellt worden. Müller flog daraufhin mit einem Privatjet getrennt vom Rest der Mannschaft zurück nach Deutschland.

Karl Lauterbach kontert Kritik von Bayern-Trainer Hansi Flick

Er selbst sei „an die einhundert Mal“ auf Corona getestet worden, erklärte Flick. Darum legte Hansi Flick bei seiner Kritik an Karl Lauterbach nach: „Der Herr Lauterbach hat immer zu allem einen Kommentar abzugeben. Wenn ich nicht in der Verantwortung stehe und mir nur das Ergebnis anschaue, kann ich das immer leicht bewerten.“ Unklar ist, warum Flick das bei seiner eigenen Bewertung der Corona-Maßnahmen anders sieht.

Der angegriffene SPD-Politiker Lauterbach konterte die Äußerungen von Flick via Twitter. „‚Sogenannte Experten‘ äußern sich, weil Journalisten sie um Einschätzung bitten. Wenn Hansi Flick anderer Meinung ist, soll er einfach seine Argumente bringen“, so Lauterbach. Diese Argumente blieb Flick allerdings bislang schuldig. Bereits in der Vergangenheit hatte sich Karl Lauterbach wiederholt kritisch zur Lockerung der Corona-Maßnahmen geäußert. Auch eine dritte Corona-Welle im März hält der SPD-Politiker für wahrscheinlich. (Marcel Richters) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Andreas Schaad

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