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Trauerfeier im Hambacher Forst im September 2018: Ein Foto-Journalist kam bei einem Sturm ums Leben.

Hambacher Forst

Hambi bleibt!

Aber trotz des ständig wachsenden öffentlichen Drucks steigen unsere Treibhausgasemissionen unverändert an. Unser Protest wächst weiter.

Es jährt sich der Tag, an dem Tausende Menschen die Polizeiketten durchbrachen, um in den Hambi zu gelangen. Euphorische „Hambi bleibt“- Rufe höre ich von der Plattform, auf der ich zu der Zeit lebe. Ich seile mich ab und zeige den Weg in das Baumhausdorf, das in diesem Augenblick geräumt wird. Die Menge stürmt los und blockiert die Räumungsarbeiten.

„Den Diskurs haben wir längst gewonnen“ sind wir, ich und meine Freund*innen, uns einig. Trotzdem wird die Plattform eine Woche später geräumt und zerstört. Im letzten Moment dann der Gerichtsbeschluss: Der Hambi darf nicht gerodet werden. Sofort entstehen neue Baumhäuser. 

„Hambi bleibt“, höre ich ein Jahr später nicht mehr auf Waldspaziergängen im Rheinland, ich höre es in Berlin, Dortmund und überall dort, wo ich auf Fridays for Future Demos bin. 

Aber trotz des ständig wachsenden öffentlichen Drucks steigen unsere Treibhausgasemissionen unverändert an. So wird Nachrichten lesen zur emotionalen Achterbahnfahrt. 

Wieder ein Brand, der komplexe Ökosysteme zerstört, wieder ein Sturm, eine Überschwemmung, die gerade denen, die am wenigsten Schaden verursachen, die Lebensgrundlage raubt und sie in die Flucht treibt. Während Wissenschaftliche Studien belegen, was den meisten klar ist: Uns rennt die Zeit davon.

Gleichzeitig Nachrichten von Jugendlichen und Kindern, die entschlossen für ihr Recht auf Zukunft einstehen. Widerstandsbewegungen formieren sich auf der ganzen Welt. Und „Hambi bleibt“ nicht nur, sondern ist der Anfang von noch viel mehr.

Von Indigo

Indigo ist Klimagerechtigkeitsaktivistin. Sie hat längere Zeit im Hambacher Forst gelebt und während der Räumung im vergangenen Jahr den Wald besetzt.

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