USA

Haft für Verbreitung von Christchurch-Terrorvideo

21 Monate für Mann aus Christchurch.

Wegen Verbreitung eines Terrorvideos ist ein mutmaßlicher Rechtsextremist in Neuseeland zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der Besitzer eines Geschäfts, das mit Neonazisymbolen wirbt, hatte das Video des Anschlags auf zwei Moscheen mit 51 Toten Mitte März in Christchurch an Bekannte weitergeleitet. Ein Gericht in der neuseeländischen Stadt verhängte deshalb am Dienstag die Haftstrafe gegen den 44-Jährigen.

Der nun Verurteilte ist ein bekennender Anhänger von rassistischem Gedankengut. Er wurde 2016 für schuldig befunden, an der Al-Noor-Moschee in Christchurch, die zu den Anschlagszielen vom 15. März zählte, einen Schweinekopf angebracht zu haben.

Die neuseeländische Medienaufsicht erklärte das Weiterverbreiten des Videomaterials von dem Anschlag kurz nach der Tat für strafbar. Das Strafmaß kann bis zu 14 Jahre Gefängnis betragen. Der Anschlag war vom Täter, einem 29 Jahre alten Australier, mit einer Helmkamera gefilmt und über ein Facebook-Konto live im Internet übertragen worden. Der mit ihm sympathisierende Geschäftsmann aus Christchurch leitete die Aufnahmen am nächsten Tag online an 30 Bekannte weiter.

„Totenzähler“ im Bild

Zudem gab er in Auftrag, das Video mit einem „Totenzähler“ zu versehen – einer Art Strichliste, wie viele Leute ermordet worden waren. Vier Tage nach dem Anschlag wurde er von der Polizei festgenommen.

Der wegen des Anschlags angeklagte Australier sitzt in einem Hochsicherheitsgefängnis in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft legt ihm 51-fachen Mord und 40-fachen Mordversuch zur Last. Bei einer Verurteilung erwartet den Mann lebenslange Haft. Der Prozess soll im Mai 2020 beginnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion