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Pressefreiheit: Viele Zeitungen druckten die Mohammed-Karikatur nach.

Jyllands-Posten

Haft für Mordplan gegen Westergaard

Ein norwegisches Gericht hat zwei Männer zu sieben sowie dreieinhalb Jahren Haft wegen Mordplänen gegen den dänischen Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard verurteilt. Sie hatten einen Anschlag auf die "Jyllands-Posten" vorbereitet.

Im Prozess wegen Anschlagsplänen auf die dänische Zeitung „Jyllands-Posten“ sind zwei Terrorverdächtige zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Ein Gericht in Oslo verurteilte den als Drahtzieher geltenden Norweger uigurischer Herkunft, Mikael Davud, am Montag zu sieben Jahren Haft.

Sein Komplize, der irakische Kurde Shawan Sadek Saeed Bujak, erhielt eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren.

Gegen einen dritten Angeklagten verhängte es am Montag in Oslo vier Monate Haft.Der Mann hatte Chemikalien eingekauft, die zum Bombenbau verwandt werden können.

Widersprüchliche Angaben über ihre Absichten

Die Staatsanwaltschaft hatte elf beziehungsweise fünf Jahre Haft gefordert. Die drei machten vor Gericht widersprüchliche Angaben über ihre Absichten. Das Gericht wandte erstmals in Norwegen einen Paragrafen an, der einen Zusammenschluss in terroristischer Absicht unter Strafe stellt.

Die „Jyllands-Posten“ hatte 2005 mehrere Mohammed-Karikaturen veröffentlicht, die in der muslimischen Welt für viel Empörung gesorgt hatten. Die umstrittenen Zeichnungen zeigen unter anderem den Propheten Mohammed mit einem Turban in Form einer Bombe mit glimmender Zündschnur.

Die Angeklagten waren im Juli 2010 gemeinsam mit einem usbekischen Verdächtigen von der norwegischen Polizei festgenommen worden. Laut Anklage planten sie einen Sprengstoffanschlag auf den Karikaturisten Kurt Westergaard und die Zeitung „Jyllands-Posten“, die dessen Mohammed-Zeichnungen veröffentlichte. Der Usbeke wurde von den schwerwiegendsten Vorwürfen freigesprochen, erhielt aber eine viermonatige Haftstrafe wegen Beihilfe. (afp/dpa)

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