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Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg soll seinen Doktortitel zu früh geführt haben.
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Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg soll seinen Doktortitel zu früh geführt haben.

Plagiats-Affäre

Guttenberg wollte Doktortitel früh führen

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat nach Angaben der Universität Bayreuth seinen Doktortitel nicht zu früh geführt. Er hatte im Februar 2007 einen Antrag auf vorzeitiges Führen des Titels gestellt.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat nach Angaben der Universität Bayreuth seinen Doktortitel nicht zu früh geführt. Er hatte im Februar 2007 einen Antrag auf vorzeitiges Führen des Titels gestellt.

Guttenberg habe nach der bestandenen mündlichen Prüfung im Februar 2007 einen Antrag auf vorzeitiges Führen des Titels gestellt, dem stattgegeben worden sei, erklärte der Bayreuther Jura-Professor Diethelm Klippel am Mittwoch auf Nachfrage.

Voraussetzung sei gewesen, dass Guttenberg einen Verlagsvertrag vorweisen konnte. Damit sei gesichert gewesen, dass die Arbeit veröffentlicht wird. Klippel sprach von einem „ganz üblichen Verfahren“.

Der ehemalige Bundeswehroffizier Markus Kühbacher hatte einem Zeitungsbericht zufolge Strafanzeige gegen Guttenberg wegen Titelmissbrauchs angekündigt. Nach Kühbachers Angaben trat der Politiker im Bundestag bereits ab Mai 2007 als Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg auf, obwohl die Doktorarbeit vom Verlag Duncker und Humblot erst Anfang 2009 gedruckt worden sei. „Und auch das wahrscheinlich von ihm persönlich verfasste Vorwort zu seiner Dissertation hat Guttenberg erst 2008 geschrieben, aber zu dem Zeitpunkt führte er schon seinen Doktortitel“, sagte Kühbacher.

Normalerweise wird die Urkunde über die bestandene Doktorprüfung, deren Aushändigung zum Führen des Titels berechtigt, erst nach der Veröffentlichung und der Abgabe von Pflichtexemplaren der Dissertation ausgestellt.

Die CSU im Bundestag hält die Plagiatsaffäre politisch für ausgestanden. „Ich finde, politisch ist diese Angelegenheit erledigt“, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Stefan Müller, am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“.

An diesem Mittwoch (13.00 Uhr) soll der Verteidigungsminister im Bundestag Rede und Antwort zu den Fehlern in seiner Doktorarbeit stehen. „Ich gehe davon aus, dass er dort auch die Fragen, die aufgeworfen worden sind, auch ausreichend erklären wird“, sagte Müller. Guttenberg hatte am Montag „gravierende Fehler“ in seiner Arbeit eingeräumt und erklärt, auf den Doktortitel dauerhaft verzichten zu wollen.

Das Bild von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat bei den Deutschen mittlerweile zwar ein paar Kratzer bekommen, mehr aber auch nicht. Nach einer Umfrage für den "stern" hat vor allem sein Ruf gelitten, glaubwürdig, gradlinig und vorbildlich zu sein. Glaubwürdigkeit bescheinigt ihm nur noch jeder Zweite (50 Prozent) - neun Punkte weniger als in einer entsprechenden Umfrage vor drei Wochen. Knapp ein Viertel der Befragten (24 Prozent) erklärte, der Minister habe bei ihnen an Vertrauen verloren.

Für die große Mehrheit (70 Prozent) hat sich an ihrem Vertrauen zu dem Minister jedoch nichts verändert. Fast drei Viertel (73 Prozent) sprachen sich Ende voriger Woche für seinen Verbleib im Amt aus. Selbst die Anhänger von SPD, Grünen und der Linken waren mehrheitlich gegen einen Rücktritt.

Den Plagiaten in der Dissertation messen viele Deutsche offenbar keine politische Bedeutung bei. Auf die Frage, ob die Fälschungsvorwürfe für zu Guttenbergs Bewertung als Politiker wichtig seien, meinten 56 Prozent, die Doktorarbeit betreffe sein Privatleben. Nur 39 Prozent bejahten die Frage. (dapd)

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