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Friedrich Merz nach seiner Rede beim CDU-Parteitag im Dezember.

Friedrich Merz

"Guter Fang für die CDU"

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Führende Parteifunktionäre loben den vereinbarten Beraterstatus für Friedrich Merz - ob sie auf diese Weise die enttäuschten Fans des Konservativen besänftigen?

Am Tag nachdem er von der neuen CDU-Chefin zu einem ihrer vielen Berater gekürt wurde, ist Friedrich Merz weit weg von Berlin. Der Tegernsee am Fuß der bayerischen Berge liegt eingebettet in Schneepracht. Die Sonne scheint. Merz hat einen Termin in einem Hotel. Ein Wirtschaftsverlag hat zu einem Symposium geladen, „Ludwig-Erhard-Gipfel“ heißt es. Der SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat dort am Vortag geredet und die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner, FDP-Chef Christian Lindner und der Ex-Boxer Henry Maske. Am Freitag ist Merz an der Reihe. „CDU-Spitzenpolitiker“ steht neben seinem Namen im Programm.

Es ist eine sehr allgemeine Beschreibung und formal auch nicht ganz korrekt: Vor einem guten Monat ist Merz mit seiner Bewerbung um den CDU-Vorsitz gescheitert. Einen anderen höheren Parteiposten hat er nicht. Interesse an einem Ministeramt hat er gezeigt, aber er ist nicht erhört worden im Kanzleramt.

Kein CDU-Chef Merz, sondern ein CDU-Berater

Seit Donnerstag hat Merz also einen anderen Status: Er ist nun CDU-Berater für Wirtschaftsthemen und transatlantische Beziehungen. Kurz vor Beginn der CDU-Klausur wollte Kramp-Karrenbauer wohl wenigstens die M-Frage abgeräumt haben.

Es gibt nun also keinen CDU-Chef Merz, sondern einen CDU-Berater. Kein Stimmrecht ist damit verbunden in der Partei. Der Vorsitzende des CDU-nahen Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, mahnte via dpa auch umgehend: „Nur die Mitwirkung in einer bestehenden Kommission wäre ein zu schwacher Schritt, um die Partei zu alter Stärke zu führen.“ Entscheidend sei, dass Merz auch wirksam werden kann, „um Defizite im marktwirtschaftlichen wie liberal-konservativen Profil der CDU wieder auszugleichen“.

Führende CDU-Politiker versuchten, mögliche Enttäuschungen im Merz-Fanblock abzuwenden: Von einem „guten Signal“, sprach etwa der Vorsitzende der nordrhein-westfälischen CDU-Landesgruppe im Bundestag, Günter Krings. In anderthalb Jahrzehnten Berliner Politik habe er gelernt, „dass solche Gremien oft viel mehr politischen Einfluss haben, als manche zunächst vermuten“.

„In den Dienst der Union“

Thüringens CDU-Chef Mike Mohring bekräftigte, Merz sei nun „mit seinen Kernkompetenzen an Bord“. Er sei „der beste Mann für diese Themen. Sein Blick auf die Dinge und seine Erfahrungen werden gebraucht.“ Niedersachsens CDU-Chef Bernd Althusmann freute sich: „Friedrich Merz stellt sich in den Dienst der Union. Das hatte ich mir erhofft.“ Die CDU-Chefin zeige so Stärke, die Union trete geschlossen auf und habe nun ein „ein nahezu unschlagbares Team“. Selbst der Vorsitzende der konservativen Werteunion, Alexander Mitsch, sprach von einem „guten Fang für die CDU“.

Einen Nachsatz gab es noch von dem Mann aus Nordrhein-Westfalen, Günter Krings: „Mein Eindruck war ohnehin von Anfang an, dass es Friedrich viel stärker um politische Inhalte als um politische Posten geht.“

Am Tegernsee forderte Merz in seiner Rede den Ausbau der digitalen Netze in Deutschland und die Streichung des Solidaritätszuschlags noch in diesem Jahr. Und er sagte, er wolle der CDU „außerhalb aller Gremien und Strukturen helfen“. Ob das nun wieder eine Absage an den Beraterkreis ist, bleibt offen. Genauso wie die Kanzlerkandidaturfrage.

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