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Tamara Bunke.

Tamara Bunke

Che Guevaras Kampfgefährtin

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Der frühere DDR-Ministerpräsident Hans Modrow übergibt den Nachlass der Revolutionärin Tamara Bunke an Kuba.

Der revolutionäre Impetus der Deutschen Presse-Agentur hält sich für gewöhnlich in Grenzen. Doch am Donnerstag setzte sie eine Meldung ab, die in der politischen Linken, zumal der ostdeutschen, aufhorchen lässt. Der ehemalige DDR-Ministerpräsident Hans Modrow, stand da zu lesen, habe persönliche Gegenstände der deutschstämmigen Revolutionärin Tamara Bunke an Kuba übergeben.

Da ist auf der einen Seite Tamara Bunke, die 1937 in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires geboren wurde, weil ihre Eltern dorthin vor den Nazis geflohen waren. Nach Kriegsende suchte die Familie Zuflucht in der Deutschen Demokratischen Republik. Tochter Tamara zog es 1963 von Eisenhüttenstadt wieder in die Gegenrichtung, diesmal jedoch nicht nach Argentinien, sondern nach Kuba.

Als Helferin Ernesto „Che“ Guevaras wurde sie 1967 im bolivianischen Untergrundkampf erschossen. Man fischte Bunkes Leiche aus dem Rio Grande und machte sie in der DDR zur Heiligen. Nicht weniger als 242 Schulen, Kindertagesstätten und Jugendbrigaden trugen Bunkes Namen, den der Tania, la Guerrillera. Ihre Überreste befinden sich in einem Mausoleum im kubanischen Santa Clara.

Dass Modrow, der dem Kubanischen Institut für Völkerfreundschaft nun eine Uniform, Fotografien, Briefe, Dokumente und ein Notizbuch aus dem Nachlass übergab, die Mission übernahm, ist noch weniger überraschend. Der 86-Jährige repräsentierte nicht nur an führender Stelle die DDR. Er ist noch immer unermüdlicher Streiter im Dienste des real existierenden Sozialismus, ohne, wie Kritiker finden, dessen dunkle Seiten zu benennen.

Modrow hat ein kleines Büro im Karl-Liebknecht-Haus, das er als Vorsitzender des Ältestenrates der Linken regelmäßig nutzt. Man sieht ihn auf kleinen und großen Parteitreffen. Dazwischen bereist der Hochbetagte nahezu alle Kontinente, besichtigt den „Sozialismus chinesischer Prägung“, besucht Brasilien und Südafrika. Unlängst berichtete Modrow, er habe sich in Tschechien erholt.

Wenn Modrow Bunke ehrt, dann ist die Botschaft klar: Die Revolution ist nicht tot. Sie macht allenfalls Pause. Der Kampf geht weiter, immer weiter. Über den Tod hinaus.

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