1. Startseite
  2. Politik

Grundsteuererklärung: So bewältigen Sie die Abgabe als Eigentümergemeinschaft

Erstellt:

Von: Sandra Kathe

Kommentare

Nach einer vom Bundesverfassungsgericht angestoßenen Grundsteuerreform müssen 36 Millionen Grundstücke in Deutschland neu bewertet werden. Dazu müssen Eigentümer:innen eine Grundsteuererklärung abgeben.
Nach einer vom Bundesverfassungsgericht angestoßenen Grundsteuerreform müssen 36 Millionen Grundstücke in Deutschland neu bewertet werden. Dazu müssen Eigentümer:innen eine Grundsteuererklärung abgeben. (Symbolbild) © Bernd Weissbrod/dpa

Bis zum 31. Oktober müssen alle Grundstückseigentümer in diesem Jahr eine Grundsteuererklärung abgeben. Etwas komplizierter wird es bei Eigentümergemeinschaften.

Berlin/Frankfurt – Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, das bisherige Grundsteuerbewertung als Verstoß gegen den Gleichbehandlungsparagrafen im Grundgesetz zu werten, sind für fast 36 Millionen Grundstücke in Deutschland neue Bewertungen fällig. Dafür sind Angaben der Eigentümer:innen notwendig, die in einer von den Finanzbehörden geforderten Grundsteuererklärung bis 31. Oktober abgegeben werden müssen. Und zwar egal, ob das betreffende Grundstück bebaut oder unbebaut ist.

Darin abgefragt werden die grundlegenden Informationen zum Grundstück, laut Information des Finanzministeriums statt bislang 20 Angaben „wenige, vergleichsweise einfach zu ermittelnde Parameter“. Konkret ginge es bei Wohngrundstücken um Angaben zu Grundstücksfläche, Bodenrichtwert, Art und Alter der Immobilie sowie den Umfang von Wohn- und Nutzfläche. Auch bei Gewerbegrundstücken sei die Anzahl der notwendigen Angaben von 30 auf maximal acht gesunken.

Grundsteuererklärung: Was Eigentümergemeinschaften beachten müssen

Trotz vereinfachter Angaben bereitet die Grundsteuererklärung so manchen Grundstückseigentümer:innen Kopfzerbrechen, vor allem wenn ein Grundstück mehreren Menschen zusammen gehört, also eine Eigentümer:innen-Gemeinschaft vorliegt. Das kann der Fall sein, wenn ein Paar gemeinsam eine Immobilie gekauft hat, mehrere Familienmitglieder ein Grundstück geerbt haben oder einfach verschiedene Menschen Wohnungen in demselben Gebäude besitzen.

In solchen Fällen sieht die Finanzbehörde vor, dass für jede „wirtschaftliche Einheit“ eine eigene Grundsteuererklärung abgegeben wird, also für jede Wohnung in einem Mehrfamilienhaus oder jede Hälfte eines Doppel- oder Zweifamilienhauses. Besitzt ein Ehepaar gemeinsam ein Grundstück, genügt es, wenn nur eine Person die Erklärung abgibt und seine:n Partner:in als Miteigentümer:in angibt.

Neubewertung von Grundstücken nach Grundsteuerreform: So geht die Grundsteuererklärung

Auch bei unverheirateten Paaren oder Erbengemeinschaften gibt eine Person die Grundsteuererklärung ab und trägt die anderen zusammen mit dem jeweiligen Eigentumsanteil als Miteigentümer:innen ein. Diese Person ist dann empfangsbevollmächtigt und wird über die jeweiligen Grundsteueranteile stellvertretend für alle Miteigentümer:innen informiert.

In den komplizierteren Fällen hilft die sogenannte Teilungserklärung Haus- oder Wohnungseingentümer:innen weiter, ihren Anteil an Gemeinschaftsflächen herauszufinden. Diese kann beim Grundbuchamt eingesehen werden und enthält die genauen Werte, die Eigentümer:innen in ihrer Grundsteuererklärung angeben müssen. In all diesen Fällen muss die Grundsteuererklärung digital abgegeben werden, etwa über das Finanzportal Elster. In allen Bundesländern außer Hessen, Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen können Eigentümer:innen von Ein- oder Zweifamilienhäusern oder unbebauten Grundstücken auch auf eine vereinfachte Eingabemaske auf der Website grundsteuererklaerung-fuer-privateigentum.de zugreifen.

Abgabefrist zur Grundsteuererklärung: Verlängerung ist nicht ausgeschlossen

Da bis Ende August, also nach zwei von vier Monaten der gesetzlichen Abgabefrist gerade einmal 15 Prozent aller Grundsteuererklärungspflichtigen ihre Erklärung abgegeben haben, ist absehbar, dass das Finanzministerium eine Fristverlängerung in Betracht ziehen könnte. Das berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa) Anfang September. Auch die Bundessteuerberaterkammer hatte die nur vier Monate lange Frist für die Abgabe mehrfach kritisiert. Für eine verspätete Abgabe ist bislang ein Verspätungszuschlag von 25 Euro pro Monat vorgesehen. (ska mit dpa)

Auch interessant

Kommentare