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Rente

Jetzt kommt die Grundrente 2021: Wie Sie an Ihren Zuschlag kommen

  • Isabel Wetzel
    VonIsabel Wetzel
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Endlich fließt die Grundrente: Seit Ende Juli 2021 bekommen die ersten Neu-Rentner:innen die Bescheide mit den Zuschlägen. Das Wichtigste im Überblick.

Berlin ‒ Mehr als ein halbes Jahr nach dem offiziellen Start der Grundrente* bekommen seit Ende Juli die ersten Rentnerinnen und Rentner den Aufschlag zur Rente* ausbezahlt. Die Rentenversicherung begann mit dem Versand der ersten Rentenbescheide, in denen auch Aussagen zum Grundrentenzuschlag vorkommen. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) würdigte die Grundrente als „sozialpolitischen Meilenstein“. Den Aufschlag bekommen Menschen, die lange gearbeitet, aber wenig verdient haben - überwiegend Frauen. 

Zu Beginn der Grundrente wurden nach Angaben der Rentenversicherung erst einmal wenige hundert Bescheide verschickt, der Versand werde jetzt aber deutlich hochgefahren. Zunächst gehen die Informationen zur Grundrente an diejenigen heraus, die jetzt in Rente gehen. Nach dem Start bei den Neu-Rentner:innen will die Rentenversicherung im zweiten Halbjahr bei Menschen mit Grundsicherung, Wohngeld oder anderen Fürsorgeleistungen prüfen, ob sie Anspruch auf Grundrente haben. 

Dann beginnt die Prüfung bei den ältesten Jahrgängen. Bis Ende 2021 will die Rentenversicherung so sieben bis acht Millionen Renten geprüft haben, bis Ende 2022 alle 26 Millionen. Nach und nach werden die entsprechenden Rentenbescheide* dann versendet. Etwa fünf Prozent der Renten werden voraussichtlich einen Zuschlag erhalten, die Auszahlungen finden dann rückwirkend bis zum Januar 2021 statt.

Grundrente seit Januar 2021: Warum hat die Auszahlung der Zuschläge so lange gedauert?

Obwohl laut dem Beschluss der Bundesregierung die Grundrente* bereits seit dem 1. Januar 2021 in Kraft ist, starten die Auszahlungen erst rund ein halbes Jahr später* - woran liegt das? Der Vorlauf für den tatsächlichen Start der Grundrente war vor allem deshalb nötig, um eine neue Datenautobahn zwischen der Rentenversicherung und den Finanzbehörden aufzubauen. Denn die Grundrente bekommt nur, wessen Einkommen nicht zu hoch ist. Geprüft werden das zu versteuernde Einkommen, der steuerfreie Teil der Rente sowie Kapitalerträge - Daten, die der Rentenversicherung nicht vorliegen.

Neue Grundrente 2021: Wer hat Anspruch auf den Zuschlag?

Bevor die Finanzbehörden das Einkommen der potenziellen Grundrentner:innen prüft, siebt die Rentenversicherung zunächst diejenigen aus, die überhaupt lange genug gearbeitet haben, um Anspruch auf die Grundrente zu haben. Die Grundrente soll nämlich nur bekommen, wer mindestens 33 Jahre lang Beiträge gezahlt hat. Die Auszahlung der Grundrente sei keine Frage der Bedürftigkeit, sondern des Anspruchs, den sich Menschen durch Arbeit erworben hätten. Daher kläre die Rentenversicherung akribisch, wem die Grundrente zusteht, so Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil (SPD*).

Die Beiträge werden gestaffelt ausgezahlt. Nur wer 35 Jahre einbezahlt hat, bekommt den vollen Zuschlag. Die Grundrente richtet sich an Geringverdiener, aber die Beitragsleistung muss mindestens 30 Prozent des Durchschnittsverdienstes entsprochen haben.

Endlich fließt die Grundrente: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil würdigt den Start der Grundrente 2021 als sozialpolitischen Meilenstein. (Archiv)

Grundrente 2021: Was zählt zur „Grundrentenzeit“ von mindestens 33 Jahren?

Neben den Pflichtbeiträgen, die Arbeitnehmer:innen oder Selbstständige zu ihrer Arbeitszeit gezahlt haben, zählen nach Informationen der Deutschen Rentenversicherung außerdem die folgenden Lebensabschnitte zur Grundrentenzeit:

  • Kindererziehung
  • Pflegezeiten
  • Krankheits- und Rehabilitationszeiten
  • Ersatzzeiten (z.B. Kriegsdienst, Kriegsgefangenschaft, politische Haft in der DDR)

Nicht zur Grundrentenzeit zählen dagegen:

  • Bezug von Arbeitslosengeld I und II sowie Arbeitslosenhilfe
  • Schulausbildung
  • Bei Altersrenten: Monate mit Beiträgen nach Rentenbeginn
  • Schwangerschaft
  • Versorgungsausgleich/Rentensplitting
  • Freiwillige Renten-Einzahlung*
  • Minijobs ohne eigene Beitragszahlung

Die Grundrente sollen demnach vor allem diejenigen bekommen, die lange gearbeitet aber dabei wenig verdient haben - somit auch nur wenig in das eigene Rentenkonto einzahlen konnten und nur eine kleine gesetzliche Rente beziehen.

Grundrente: Um wie viel Geld geht es und was müssen Sie für den Zuschlag tun?

Der maximale Zuschlag durch die Grundrente liegt bei knapp über 400 Euro. Im Schnitt soll die Grundrente nach Schätzungen der Regierung allerdings rund 75 Euro betragen. Ob die Prognose zutrifft, ist zurzeit allerdings noch offen.

Um die Grundrente zu beziehen, müssen Sie selbst nicht tätig werden. Die Rentenversicherung prüft die Ansprüche automatisch und versendet die Bescheide, sobald das Geld fließt. Die Millionen Rentnerinnen und Rentner, die gar keine Grundrente bekommen, werden darüber auch nicht gesondert informiert. Insgesamt sollen 1,3 Millionen Menschen Grundrente erhalten. (iwe)

Rubriklistenbild: © Hannibal Hanschke/afp

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