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Grünen-Kanzlerkandidatin

„Das war Mist“: Annalena Baerbock will Grünen-Kanzlerkandidatin bleiben

  • Alexander Seipp
    VonAlexander Seipp
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Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock äußert sich zu ihren falschen Angaben im Lebenslauf - und beichtet einen Fehler. Nun bekommt sie Unterstützung.

Update 10.40 Uhr: Annalena Baerbock steht derzeit schwer unter Druck. Waren die Grünen vor wenigen Wochen in vielen Umfragen zur Bundestagswahl 2021 noch obenauf, so deuten die neusten Erhebungen darauf hin, dass es mit der Herrlichkeit der Grünen und ihrer Kanzlerkandidatin schon wieder vorbei ist. Dass sie im Mai im Direktvergleich der drei Kandidaten mit 28 Prozent vorne lag, kommentierte sie nun in der ARD wie folgt: „So heilig war ich nie, sondern alle machen Fehler.“ (Siehe auch Update von 9.00 Uhr).

Annalena Baerbock gab sich aber kämpferisch – und erhielt jetzt Unterstützung von Katrin Göring-Eckardt. Die Fraktionschefin der Grünen stärkte Baerbock in Bezug auf die Kritik an ihrem Lebenslauf den Rücken. Fehler seien menschlich, der Umgang damit aber das Entscheidende, sagte Göring-Eckardt im Deutschlandfunk. Baerbock habe die Fehler sofort eingeräumt und sich entschuldigt. Die Glaubwürdigkeit der designierten Kanzlerkandidatin bleibe gewahrt, betonte Göring-Eckardt. „Das ist ihre absolute Stärke, dass sie sich in den Wind stellt und dass sie sagt „ja, ich nehme es auch auf meine Haut und trotzdem mache ich weiter. Trotzdem kämpfe ich weiter um das, worum es jetzt geht“.

Göring-Eckardt verwies zudem auf Ungereimtheiten bei den Kanzlerkandidaten von Union und SPD: Armin Laschet (CDU) habe „Klausuren verdaddelt und hat dann Zensuren erfunden“, Olaf Scholz (SPD) stehe „in Untersuchungsausschüssen unter Beschuss“.

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat sich für die irreführenden Angaben in ihrem Lebenslauf entschuldigt.

Update vom 11.06.2021, 09.00 Uhr: Ihren geschönten Lebenslauf bezeichnete Annalena Baerbock von den Grünen jetzt auch in einem Interview mit der ARD als Fehler. In der Sendung „Farbe bekennen“ sagte Baerbock, sie habe wichtige beruflichen Etappen und ihre Verbindungen zu Vereinen und Organisationen im Lebenslauf auf ihrer Website „sehr komprimiert“ dargestellt. „Das war offensichtlich sehr schlampig“, sagte Baerbock. „Ich habe da offensichtlich einen Fehler gemacht, und das tut mir sehr, sehr leid, weil es ja eigentlich in diesen Momenten um große andere Fragen gerade in unserem Land geht.“

Gleichzeitig machte Baerbock deutlich, dass sie die Kanzlerkandidatur der Grünen nicht an Co-Parteichef Robert Habeck abgeben will. Sie wolle nun verloren gegangenes Vertrauen wieder wettmachen, kündigte die Grüne an. 

„Das war Mist“: Annalena Baerbock

Erstmeldung vom 11.06.2021: Berlin – „Frisiert, geschönt, gelogen“, diese Vorwürfe musste sich Grünen-Chefin und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock bezüglich der teils irreführenden Angaben in ihrem offiziellen Lebenslauf anhören. Nun hat sie sich dafür entschuldigt, wie die dpa berichtet. „Meinen Lebenslauf habe ich knapp und komprimiert veröffentlicht und dabei unwillentlich einen missverständlichen Eindruck erweckt, den ich nicht erwecken wollte“, sagte sie am Dienstag in Berlin. Sie gab zu: „Das war Mist“.

Vor allem bezog sich Baerbock, deren Umfrageergebnisse in letzter Zeit schlechter geworden waren, dabei auf unpräzise Angaben zu ihren Mitgliedschaften in Organisationen und Stiftungen. So hatte sie dort etwa unter anderem die Transatlantik-Stiftung German Mashall Fund und das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR aufgeführt, mittlerweile wurden die „Mitgliedschaften“ auf „Beiräte, (Förder)-Mitgliedschaften, regelmäßige Unterstützung“ korrigiert.

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock über Fehler im Lebenslauf: „Das tut mir leid“

Sie habe nicht beabsichtigt, mit diesen Angaben in ihrem Lebenslauf Leute täuschen zu wollen, so Baerbock, die auch wegen der versäumten Meldung von Nebeneinkünften unter Druck steht. „Das tut mir leid“, sagte die Kanzlerkandidatin der Grünen und übernahm laut der dpa dafür die volle Verantwortung. „Es hätte unbedingt einer gründlichen Kontrolle der Angaben bedurft. Das ist meine Verantwortung, und diese Lektion habe ich jetzt, haben wir jetzt gelernt.“

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat sich für die irreführenden Angaben in ihrem Lebenslauf entschuldigt.

Auch in der Beschreibung ihrer Tätigkeit als Büroleiterin der grünen Europaabgeordneten Elisabeth Schroedter gab es einige Änderungen. Dort hatte vor kurzem noch gestanden, dass Baerbock von 2005 bis 2008 für Schroedter in Brüssel gearbeitet hatte. Wie die Welt berichtet, arbeitete Baerbock jedoch von 2005 bis August 2007 in den Büros in Berlin und Potsdam, erst dann wechselte sie nach Brüssel und Straßburg.

Lebenslauf von Annalena Baerbock: „Erst in Deutschland, dann in Brüssel“

Bereits eine Sprecherin der Grünen hatte am Samstag klargestellt: „Frau Baerbock war zunächst in Deutschland, dann in Brüssel“. In der aktuellen Fassung des Lebenslaufes wurde der Hinweis auf den Ort komplett entfernt. Ob es nun vor der Bundestagswahl 2021 etwas ruhiger wird um die grüne Kanzlerkandidatin, bleibt abzuwarten. Zuletzt stand sie wegen ihrer Aussagen zu Kurzstreckenflügen in der Kritik. Baerbock hatte gesagt, dass diese „perspektivisch nicht mehr geben“ solle. Daraufhin wurde sie besonders von FDP und CDU scharf attackiert. Laut Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter meinte Baerbock jedoch nur, dass man Alternativen wie etwa die Bahn so attraktiv machen müsse, dass die Kurzstreckenflüge weniger attraktiv werden. (als mit dpa)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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