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Großbritanniens Kreditwürdigkeit gesenkt

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Standard  Poor's wertet Großbritannien um zwei Stufen ab.
Standard Poor's wertet Großbritannien um zwei Stufen ab. © dpa

Die Ratingagenturen Fitch und Standard & Poor's stufen die Kreditwürdigkeit Großbritanniens um zwei Stufen herab. Sie begründen ihre Entscheidung mit negativen Perspektiven.

Das Votum für den Austritt aus der EU schadet der Kreditwürdigkeit Großbritanniens. Die Ratingagenturen Standard & Poor's und Fitch stuften das Land am Montag (Ortszeit) herab. Damit kann es für London teurer werden, Kredite aufzunehmen. Die Agenturen verwiesen auf die unsichere Lage nach dem Brexit-Votum. Sie verbanden ihre Entscheidung mit einer negativen Perspektive, womit weitere Herabstufungen möglich erscheinen.

Standard & Poor's erkannte der fünftgrößten Volkswirtschaft der Welt nach einem halben Jahrhundert den AAA-Beststatus ab und senkte Großbritanniens Kreditwürdigkeit um zwei Stufen auf AA. Die von dem Ergebnis des Brexit-Votums ausgehende "Unsicherheit" rechtfertige die bisherige Bestnote nicht mehr, erklärte S&P. Die Agentur rechnete für das Vereinigte Königreich mit einem "weniger vorhersehbaren, weniger stabilen und weniger effektiven politischen Kontext".

Verlangsamung des Wachstums

Auch Fitch sprach von "Unsicherheit in der Folge des Referendums". Die Agentur geht von einer "abrupten Verlangsamung des kurzfristigen Wirtschaftswachstums" aus. Fitch stufte Großbritannien von AA+ um eine Stufe auf AA herunter. Die Agentur korrigierte ihre Vorhersage für das britische Wirtschaftswachstum 2017 und 2018 von jeweils zwei Prozent auf nur noch 0,9 Prozent.

Standard & Poor's und Fitch verwiesen zudem auf die Möglichkeit eines neuerlichen Referendums über die Unabhängigkeit Schottlands, das weitere Risiken für die Kreditwürdigkeit darstellen könnte.

Die US-Ratingagentur Moody's hatte bereits am Freitag die Aussichten für die Kreditwürdigkeit Großbritanniens negativ beurteilt. Sie stufte die Bonität zwar unverändert mit Aa1 ein, erklärte aber, die Entscheidung für den Brexit könne der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung des Landes schaden.

Die Briten hatten sich in dem Volksentscheid mit knapp 52 Prozent für einen Austritt aus der EU ausgesprochen und damit Schockwellen ausgelöst. Weltweit brachen die Börsen ein, die britische Währung stürzte heftig ab. (afp)

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