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Gleich sieben Abgeordnete haben die britische Labour-Party verlassen.

Brexit

Labour-Austritte: Ein Sinnbild der Krise

Protest gegen Jeremy Corbyn: Sieben Abgeordnete kehren der Labour-Partei den Rücken. 

Aus Protest gegen den Führungsstil des britischen Labour-Chefs Jeremy Corbyn sind am Montag sieben Mitglieder aus der Partei ausgetreten. Sie kritisieren vor allem den Brexit-Kurs und den Umgang mit antisemitischen Tendenzen in der größten Oppositionspartei. Die Abgeordneten gründen nun eine „unabhängige Gruppe“ im Parlament und riefen andere Politiker dazu auf, sich ihnen anzuschließen. Die Abspaltung wird als Symptom für eine größere Krise des britischen Parteiensystems gewertet.

Corbyn zeigte sich „enttäuscht“ über den Austritt. „Die konservative Regierung vermasselt den Brexit, während Labour einen glaubwürdigen und einenden Plan vorgelegt hat“, sagte der Oppositionschef einer Mitteilung zufolge.

Besonders hart dürfte die britischen Sozialdemokraten der Rücktritt des charismatischen Abgeordneten Chuka Umunna treffen. Er gilt als Jungstar seiner Partei und führt eine Gruppe an, die ein zweites Brexit-Referendum fordert. „Wir haben uns der altmodischen Politik dieses Landes entledigt und eine Alternative geschaffen“, sagte Umunna auf einer Pressekonferenz in London.

Zu den sieben Abgeordneten zählen neben Umunna auch Luciana Berger, Chris Leslie, Angela Smith, Gavin Shuker, Mike Gapes and Ann Coffey. Unklar war zunächst, ob die ausgetretenen Abgeordneten längerfristig eine neue Partei gründen wollen. Die Erfolgsaussichten gelten als bescheiden.

Das Wahlsystem in Großbritannien, das nur das Direktmandat kennt, bevorzugt die beiden großen Parteien. Kleinere Parteien haben es extrem schwer, Sitze im Parlament zu erringen. Doch beide großen Parteien tun sich zunehmend schwer damit, eine klare Regierungsmehrheit zu gewinnen.

Hinzu kommt, dass sich sowohl Labour als auch die Tories aus der politischen Mitte zum jeweiligen Extrem hin entwickelt haben. Bei den Konservativen sind es die Brexit-Hardliner, die nun den Ton angeben. Bei Labour ist der linke Rand inzwischen am Steuer. Viele gemäßigte Abgeordnete in beiden Parteien sind damit unzufrieden.

Die Krise zeigt sich besonders im Streit um den Brexit. Das Parlament ist unfähig, sich auf einen Kurs zu einigen. Die Gefahr eines ungeregelten EU-Austritts am 29. März steigt. (dpa) 

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