Großbritannien

Risikostufe drei tritt in Kraft

  • Sebastian Borger
    vonSebastian Borger
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London greift Firmen unter die Arme und neue Regeln greifen. Gleichzeitig steigen die Neuinfektionszahlen immer weiter an.

Nach langem Zögern hat Finanzminister Rishi Sunak am Donnerstag neue Hilfen für Unternehmen verkündet, die von den neuen Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie betroffen sind. Ums Überleben kämpfen vor allem Firmen in Ballungsgebieten wie London und Birmingham, die von der konservativen Regierung unter Premier Boris Johnson in die Risikostufe zwei („hoch“) eingestuft wurden.

Der in England geltenden Risiko-Ampel zufolge gehören nordenglische Großstädte wie Liverpool, Manchester und Sheffield spätestens von diesem Wochenende an zur Risikostufe drei („sehr hoch“). Dort müssen Geschäfte bis auf Lebensmittelläden sowie Gaststätten generell geschlossen bleiben, erlaubt ist Cafés, Restaurants und Pubs lediglich ein Take-away-Service. Im Gegenzug erhalten sie großzügige Unterstützung.

Hingegen dürfen Einzelhändler und Gaststätten in Stufe zwei bis 22 Uhr geöffnet bleiben; andere Einschränkungen wie das Verbot von Freundesgruppen in Pubs haben aber den Umsatz massiv zurückgehen lassen. Der preisgekrönte Londoner Koch Yotam Ottolenghi berichtete der BBC, seine Restaurants hätten im Sommer rund die Hälfte des gewohnten Umsatzes gemacht; seit die Hauptstadt am vergangenen Wochenende als hohes Risiko gilt, seien sie nur noch zu zehn bis 20 Prozent ausgelastet. „Das ist schrecklich.“

Im gesamten Land (Risikostufe eins: „mittel“) gilt Maskenpflicht in Geschäften, Bussen und Zügen sowie die sogenannte Sechser-Regel: Sowohl drinnen wie draußen sind Treffen lediglich mit fünf anderen Menschen erlaubt. Als Lehre aus dem ersten Lockdown will Johnson diesmal Schulen und Universitäten unbedingt geöffnet halten.

Die Labore des Landes meldeten zuletzt im Wochendurchschnitt täglich 19 229 Positivfälle. In der Woche bis Donnerstagmittag starben durchschnittlich 112 Menschen täglich an den Folgen einer Covid-Infektion. Insgesamt liegt die Zahl der Corona-Toten mittlerweile bei mehr als 44 150, was 649 Sterbefällen pro Million Einwohner entspricht (Deutschland 119, Österreich 103, Schweiz 235, Luxemburg 219); bezogen auf die Größe der Bevölkerung schneiden europaweit nur Belgien (908) und Spanien (735) schlechter ab.

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