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Großbritannien: Johnson und Sunak buhlen um Premierminister-Nachfolge

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Von: Helena Gries

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Nach dem Abschied von Premierministerin Liz Truss wird jetzt ein Nachfolger gesucht. Boris Johnson und Rishi Sunak gelten als Favoriten.

London – In der Regierungskrise in Großbritannien stehen die Zeichen weiterhin auf Sturm. Nach dem Abschied von Liz Truss nach nur 45 Tagen im Amt der Premierministerin wird jetzt dringend ein Nachfolger gesucht. Als Favoriten werden Boris Johnson und Rishi Sunak gehandelt. Medienberichten zufolge sind die beiden Männer am Samstagabend (22. Oktober) zusammen gekommen.

Britische Medien spekulierten, Johnson und Sunak könnten sich auf einen Deal einigen, um eine Spaltung der Tory-Partei in Großbritannien zu vermeiden. Wie der Telegraph und ein Times-Reporter am Sonntag (23. Oktober) unter Berufung auf Insider-Quellen berichten, sei es bei dem Treffen jedoch zu keiner gemeinsamen Lösung gekommen.

Regierungskrise in Großbritannien: Johnson wirbt um Unterstützung

In den Medien kursierte etwa das Szenario, der Favorit Sunak könne Johnson eine Rolle in einem zukünftigen Kabinett anbieten, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Der 42-Jährige hatte mit seinem Rücktritt aus dem Johnson-Kabinett im Sommer maßgeblich dazu beigetragen, diesen zu Fall zu bringen.

Kandidat:in für Premier-Nachfolge
Rishi Sunak (42 Jahre)ehemaliger Finanzminister
Penny Mordaunt (49 Jahre)Ministerin für Parlamentsfragen, ehemalige Verteidigungsministerin
Boris Johnson (58 Jahre)ehemaliger Premierminister

Johnson soll dem Telegraph zufolge nun bereits am frühen Sonntagmorgen in seiner Partei herumtelefoniert und um Unterstützung geworben haben. Aus seinem Kampagnen-Team hieß es am Samstag, der 58-Jährige habe die notwendige Schwelle von 100 Unterstützenden bereits erreicht. Allerdings kamen daran schnell Zweifel auf, da sich öffentlich erst rund halb so viele für Johnson ausgesprochen haben.

Regierungskrise in Großbritannien: Rishi Sunak macht Kandidatur offiziell

Der Johnson-Loyalist und Wirtschaftsminister Jacob Rees-Mogg versicherte der BBC am Sonntagmorgen, der Ex-Premier werde antreten und habe große Unterstützung. Derweil hat Sunak am Sonntag seine Kandidatur als Nachfolger für Liz Truss offiziell gemacht: „Großbritannien ist ein großartiges Land, aber wir sind in einer ernsthaften ökonomischen Krise. Deshalb möchte ich die Konservative Partei anführen und nächster Premierminister werden“, schrieb er auf Twitter.

Eine Auswahl der Titelseiten britischer Tageszeitungen mit den Reaktionen auf den Rücktritt von Premierministerin Truss.
Eine Auswahl der Titelseiten britischer Tageszeitungen mit den Reaktionen auf den Rücktritt von Liz Truss. Das Rennen um die Nachfolge der britischen Premierministerin hat bereits begonnen. © David Cliff/dpa

Weitere offizielle Kandidatin ist die Ministerin für Parlamentsfragen Penny Mordaunt, die Zählungen zufolge bislang am wenigsten Unterstützer:innen hinter sich vereinen kann. Sie trete jedoch an, um zu gewinnen und schließe einen Deal mit Johnson aus, sagte Mordaunt auf Nachfrage im BBC-Interview. Noch bis Montagnachmittag (24. Oktober) können Nominierungen eingehen. Spätestens am kommenden Freitag (28. Oktober) soll feststehen, wer künftig an der Spitze der Regierung in Großbritannien stehen wird. (hg/dpa)

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