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Migrant:innen auf einem Rettungsschiff erreichen den Hafen von Dover.
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Migrant:innen auf einem Rettungsschiff erreichen den Hafen von Dover.

Gefährliche Reise

Rekordzahl von Migrant:innen überquert Ärmelkanal nach Großbritannien

  • VonMax Schäfer
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Innerhalb eines Tages kommen so viele Menschen über den Ärmelkanal nach Großbritannien wie noch nie. Die britische Regierung will dagegen vorgehen – mit harten Maßnahmen.

Dover – So viele Migrantinnen und Migranten wie noch nie haben innerhalb eines Tages den Ärmelkanal von Frankreich nach Großbritannien überquert. Etwa 1000 Menschen seien am Donnerstag (11.11.2021) auf der britischen Insel angekommen, berichtet die BBC. Demnach hätten vier Schiffe die Boote der Migrant:innen abgefangen und sie in den Hafen der englischen Küstenstadt Dover gebracht.

Großbritannien: Immer mehr Migrant:innen kommen über den Ärmelkanal

Schätzungen zufolge haben im Jahr 2021 bereits 23.000 Menschen Großbritannien auf dem Wasserweg über den Ärmelkanal erreicht. 2020 waren es 8404. Dadurch wächst der Druck auf die britische Innenministerin Priti Patel, die mehrmals angekündigt hatte, die illegale Migration zu verhindern. Im Land gibt es jedoch auch Kritik an Frankreich, das die Kontrolle über die Situation an seiner Küste verliere, zitiert die BBC eine Quelle in der britischen Regierung von Premierminister Boris Johnson. In Frankreich warten zahlreiche Menschen auf die Möglichkeit, nach Großbritannien zu fahren. Die britische Regierung unterstützt deshalb die französischen Kontrollen mit etwa 63 Millionen Pfund.

Französische Behörden haben am Donnerstag (11.11.2021) nach eigenen Angaben 54 Migrantinnen und Migranten aus Seenot gerettet, die mit kleinen Booten versucht hatten, den Ärmelkanal zu überqueren. Die Geretteten wurden anschließend in französische Häfen gebracht. Drei Personen gelten als vermisst. Eine Suche mit einem Hubschrauber blieb erfolglos.

Flucht über den Ärmelkanal: Großbritanniens Regierung will neuen Einwanderungsplan

Die Zahl der Migrant:innen, die am Donnerstag in Großbritannien angekommen sind, sei inakzeptabel, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums. „Die britische Öffentlichkeit hat es satt, Menschen im Kanal sterben zu sehen, während skrupellose kriminelle Banden von ihrem Elend profitieren, und unser Einwanderungsplan wird das kaputte System reparieren, das Migranten zu dieser tödlichen Reise ermutigt“, zitiert die BBC den Sprecher.

Der aktuelle Plan der britischen Regierung soll es Menschen erschweren, Asyl in Großbritannien zu beantragen. Die Art, wie Menschen ins Land kommen, soll dann bei der Beurteilung des Asylgesuches eine Rolle spielen. Menschen, die mit den von der Regierung als illegal bezeichneten Mitteln nach Großbritannien kommen, hätten nicht mehr das gleiche Recht, Asyl zu beantragen, berichtet die BBC. Das neue Einwanderungsgesetz wird derzeit im Unterhaus des Parlaments diskutiert.

Großbritannien: Hilfsorganisationen kritisieren Gesetz gegen Flucht über den Ärmelkanal

Britische Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen kritisieren den Plan der britischen Regierung. Menschen, die vor Krieg und Terror fliehen, seien gezwungen, außergewöhnliche Maßnahmen zu ergreifen. Sie hätten keine Wahl, wie sie sich in Sicherheit bringen, erklärt der britische Flüchtlingsrat. Die Regierung würde ein Zweiklassensystem schaffen, in dem manche ungerecht bestraft würden. „Niemand gefährdet sein Leben, wenn er nicht absolut verzweifelt ist und keine Wahl hat“, erklärte das britische Rote Kreuz. „Menschen unternehmen solche Reisen, weil ihnen keine sicheren, legalen Wege offenstehen“, beschreibt Amnesty International ein Problem der Geflüchteten.

Auch die Situation der Menschen, die es bereits über den Ärmelkanal nach Großbritannien geschafft haben, ist schlecht. Lucy Moreton, Leiterin der Gewerkschaft, welche die Mitarbeitenden der Grenzpolizei vertritt, kritisierte laut BBC die Zustände in der Unterbringungseinrichtung der Geflüchteten in Dover. Zeitweise seien 490 Menschen gleichzeitig in dem Gebäude untergebracht worden, das nur über zwei Toiletten verfüge. Menschen müssten teilweise auf dem Betonboden schlafen. (Max Schäfer mit dpa)

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