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Eine Bushaltestelle in Großbritannien. An einer Haltestelle hat offenbar ein Mitarbeiter des britischen Verteidigungsministeriums interne Dokumente vergessen.
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An einer Bushaltestelle hat offenbar ein Mitarbeiter des britischen Verteidigungsministeriums interne Dokumente vergessen. (Symbolbild)

Verteidigungsministerium

Großbritannien: Geheime Dokumente an Bushaltestelle vergessen

  • Isabel Wetzel
    VonIsabel Wetzel
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Missgeschick auf der Insel: Ein Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums in Großbritannien hat offenbar an einer Bushaltestelle geheime Dokumente liegen lassen.

Kent ‒ In Großbritannien sorgt der Fund geheimer Dokumente des Verteidigungsministeriums für Furore. Ein anonymer Finder entdeckte fast 50 Seiten geheimer Unterlagen an einer Bushaltestelle im südenglischen Kent und übergab sie der BBC. Das berichtet der Sender am Sonntag (27.06.2021).

Die geheimen Unterlagen des britischen Verteidigungsministeriums waren wohl bereits am vergangenen Dienstag (22.06.2021) verloren gegangen. Nach Angaben des Ministeriums hatte der betroffene Mitarbeiter den Verlust der Dokumente zu diesem Zeitpunkt bereits gemeldet. Daraufhin sei eine Untersuchung eingeleitet worden.

Britisches Kriegsschiff vor der Krim: Verlorene Dokumente zeigen Pläne zur Route

Die internen Dokumente enthalten nach BBC-Informationen auch Planungen zur Fahrt des britischen Zerstörers „HMS Defender“ durch das Schwarze Meer, das in dieser Woche zu Auseinandersetzungen zwischen Großbritannien und Russland geführt hatte. Es sollen mögliche Reaktionen der russischen Regierung um Wladimir Putin auf den Kurs des britischen Kriegsschiffes diskutiert worden sein.

Aus den Unterlagen, darunter E-Mails und Powerpoint-Präsentationen geht hervor, dass sich London durchaus einer möglichen scharfen Reaktion Moskaus auf die Durchfahrt des Kriegsschiffes vor der Küste der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel bewusst war. Die britische Regierung hatte das zuvor dementiert und betont, die „Defender“ habe - wie von internationalem Recht gedeckt - den schnellsten Weg zwischen zwei Punkten gewählt.

Russland und Großbritannien: Provokation und Machtdemonstration

Das russische Verteidigungsministerium dagegen hatte am Mittwoch (23.06.2021) mitgeteilt, wegen der Verletzung russischer Hoheitsgewässer Warnschüsse auf das britische Kriegsschiff abgegeben zu haben. Das Kriegsschiff sollte so abgedrängt werden. Aus Protest gegen die „provokativen und gefährlichen Aktionen“ bestellte das Außenministerium in Moskau bereits am nächsten Tag die britische Botschafterin ein.

Die Dokumente scheinen zu zeigen, dass die britischen Ministeriumsvertreter durchaus mit einer Reaktion des russischen Militärs rechneten, sich aber bewusst gegen eine alternative Route entschieden - unter anderem, weil Moskau dann denken könnte, das „Vereinigte Königreich“ sei „verängstigt“ und „rennt weg“. Zu den weiteren verlorenen Dokumenten zählten Pläne für eine mögliche britische Militärpräsenz in Afghanistan nach dem Abzug der internationalen Streitkräfte.

Britische Geheimdokumente an Bushaltestelle vergessen - Russland spottet

Russland reagierte auf den Zwischenfall an der Bushaltestelle mit Hohn: „007-Agenten sind nicht mehr das, was sie mal waren“, schrieb die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, nach dpa-Informationen im Nachrichtenkanal Telegram. „Wozu braucht es ‚russische Hacker‘, wenn es britische Bushaltestellen gibt?“

Das Ministerium in Großbritannien dagegen betonte, man nehme die „Sicherheit von Informationen äußerst ernst“ und habe eine Untersuchung eingeleitet. Zum Thema „HMS Defender“ fügte er hinzu, „wie es die Öffentlichkeit erwarten“ dürfe, würden vor „operativen Entscheidungen“ alle potenziellen Einflussfaktoren sorgfältig analysiert.

„So etwas hätte nicht passieren dürfen“, kommentierte der Staatssekretär von Nordirland und Sicherheitsexperte Brandon Lewis das britische Missgeschick gegenüber dem Sender „Sky News“. (iwe mit Agenturen)

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