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Großbritanniens Premierminister Boris Johnson steht an einem Rednerpult, an dem ein Schild befestigt ist, das zur Einhaltung der Corona-Maßnahmen aufruft.
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Boris Johnsons Corona-Politik wird in einem Parlamentsbericht scharf kritisiert.

Pandemiebekämpfung

Parlamentsbericht zerreißt Johnsons Corona-Politik in Großbritannien

  • VonMax Schäfer
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Ein Parlamentsbericht kritisiert die Corona-Politik von Großbritanniens Premierminister Boris Johnson scharf.

London – Das Urteil fällt knallhart aus. Boris Johnson muss sich scharfe Kritik gefallen lassen. Die Corona-Politik in Großbritannien im Frühjahr 2020 sei „eines der größten Versäumnisse im Bereich der öffentlichen Gesundheit“ in der Geschichte des Landes gewesen, heißt es in einem Parlamentsbericht, der am Dienstag (12.10.2021) veröffentlicht wurde.

Der „falsche“ Ansatz der Regierung habe Menschenleben gekostet.

Großbritannien: Scharfe Kritik an Corona-Politik von Boris Johnson

Die Abgeordneten kritisieren vor allem das Herauszögern eines Lockdowns und wiesen darauf hin, dass die Regierung seine Grenzkontrollen deutlich zu spät verschärft hatte. Der langsame und stufenweise Ansatz habe keine bürokratischen Ursachen, sondern sei eine bewusste politische Entscheidung gewesen.

Die zurückhaltende Corona-Politik von Boris Johnson habe dazu geführt, dass es Großbritannien „erheblich schlechter“ ging als anderen Ländern, heißt es im Parlamentsbericht. Die Regierungspolitik habe außerdem zu einer höheren Zahl von Todesopfern geführt, als es bei entschiedeneren und früheren Maßnahmen der Fall gewesen wäre.

Bericht wirft Boris Johnson riesige Fehler in der Corona-Pandemie vor

Die falschen Entscheidungen seien außerdem getroffen worden, obwohl Großbritannien auf einige der besten Fachkenntnisse zurückgreifen könne, urteilen die Abgeordneten. Der Bericht zur Corona-Politik in Großbritannien lege ein ungesundes Verhältnis zwischen Regierung und den wissenschaftlichen Beraterinnen und Beratern offen, urteilt Trish Greenhalgh, Professorin an der Universität Oxford, und knüpft an diese Kritik an. Die Regierung ignorierte wissenschaftliche Ratschläge, sagte sie dem Guardian. Es scheine, dass sie das Prinzip der Vorsorge vernachlässigt habe, nur ja keine Entscheidungen treffen zu müssen, bis erst irgendwann eindeutige Beweise vorlägen.

Der Bericht wirft außerdem Fragen auf, warum die britische Regierung keine internationalen Fachleute in die Beratungen einbezogen habe und weshalb Maßnahmen, die in anderen Ländern funktioniert hatten, nicht vorsorglich eingeführt worden seien. Die schnelle Entwicklung, Zulassung und Auslieferung von Impfstoffen bewerten die Abgeordneten in ihrem Bericht positiv.

Corona-Politik von Boris Johnson: Großbritannien schlimm betroffen

Die Abgeordneten des britischen Unterhauses hatten für ihren 151 Seiten umfassenden Bericht mehr als 50 Personen vernommen, darunter den ehemaligen Gesundheitsminister Matt Hancock und den umstrittenen Ex-Berater von Boris Johnson, Dominic Cummings, der wegen Missachtung von Quarantäne-Regeln nach seiner Corona-Erkrankung selbst in der Kritik stand.

Mit etwa 138.000 Corona-Toten ist Großbritannien eines der am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. Andere europäische Regierungen hatten bereits Anfang 2020 ihre Grenzen geschlossen und Ausgangssperren erlassen. Boris Johnson hatte den Lockdown erst am 23. März 2020 verhängt. Kurz darauf erkrankte der britische Premier selbst an Corona und musste auf der Intensivstation behandelt werden, auch zahlreiche seiner Kabinettskolleg:innen und Berater:innen infizierten sich. Für ihre Corona-Politik stand die Johnson-Regierung häufiger in der Kritik. (Max Schäfer mit AFP)

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