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Leere Regale in Großbritannien. Der Brexit wird als Ursache gesehen
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In Großbritannien gibt es Probleme in den Lieferketten von Lebensmitteln. Eine Ursache ist der Brexit.

Arbeitskräftemangel

Brexit: Die harte Realität erreicht die Supermärkte Großbritanniens

  • VonMax Schäfer
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Leere Supermarktregale und Lebensmittel, die weggeworfen werden: Großbritannien bekommt die Folgen des Brexits jetzt zu spüren. 

London – Anders als von Premierminister Boris Johnson versprochen, sind die Folgen des Brexits in Großbritannien spürbar. Im Land fehlt es an ausländischen Arbeitskräften. Besonders betroffen ist die gesamte Lieferkette der Lebensmittelproduktion. Für Unternehmen bedeutet das finanzielle Verluste. Für Verbraucher:innen in Großbritannien sind leere Supermarktregale die Folge. Die Corona-Krise verschärft das Problem zusätzlich.

Brexit-Folgen: Arbeitskräftemangel in Großbritannien sorgt für leere Supermarktregale

Iain Brown, Vize-Vorsitzender der Genossenschaft East Scotland Growers, sieht besonders zwei Bereiche der Lieferkette vom Brexit betroffen. Einerseits gebe es nicht genügend LKW-Fahrer:innen, die frische Waren zu den Kühlhäusern und in die Geschäfte fahren. Seine Genossenschaft habe die Produktion einer Woche wegwerfen müssen, berichtet er CNN Business. Dadurch sei ein finanzieller Schaden von einer Million Pfund entstanden. Ein Sprecher des Verbands Logistics UK spricht von 90.000 bis 120.000 LKW-Fahrer:innen, die fehlen.

Wegen der bis zu neun Monate langen und knapp 5000 Pfund teuren Ausbildung und der schlechten Arbeitsbedingungen seien diese nur schwer zu ersetzen. Unternehmen müssen sich die Frage stellen, welche Produkte sie beim Transport in die Supermärkte priorisieren, so dass weniger Produkte in den Supermärkten zum Kauf stehen.

Brexit: Weniger Saisonarbeitskräfte in der Lebensmittelproduktion

Auch bei der Lebensmittelproduktion selbst fehlt es durch den Brexit an Arbeitskräften. Es gebe zu wenig Saisonarbeiter:innen, beispielsweise aus Ländern wie Rumänien und Bulgarien, die bei der Gemüseernte helfen, berichtet Iain Brown. Einige seien nicht gekommen, weil die Corona-Einreiseregeln zu streng gewesen seien, andere seien gekommen, jedoch früher als geplant wieder abgereist, so Brown. Dadurch seien 10 bis 15 Prozent seiner Ernte verloren gegangen.

Viele Supermarktketten in Großbritannien sprechen von einer beispiellosen Lebensmittelknappheit. Steve Murrels, Geschäftsführer der The Co-operative Group, warnte vor leeren Regalen an Weihnachten. Auch das Bruttoinlandsprodukt von Großbritannien leidet durch den Brexit und die Corona-Krise: Das Wachstum ist nach Angaben des britischen Amtes für Statistik im Juli 2021 fast zum Stillstand gekommen. Der Arbeitskräftemangel und die Probleme in der Lieferkette sind eine Ursache dafür.

Großbritannien: Wirtschaft nicht ausreichend auf Brexit vorbereitet

Kritiker:innen werfen der Regierung um Boris Johnson vor, das Land nicht auf die Folgen des Brexits vorbereitet zu haben. Die Regierung habe sich während des gesamten Brexit-Prozesses darauf konzentriert, den EU-Austritt als etwas Positives für Großbritannien und die Wirtschaft darzustellen, und versäumte es dadurch, die Wirtschaft und die Menschen auf den Umbruch vorzubereiten, sagte Sam Lowe, wissenschaftlicher Mitarbeiter vom Centre of European Reform, gegenüber CNN Business.

Es gibt außerdem Beschwerden von Unternehmen, die Probleme mit dem Export in die Europäische Union haben, berichtet CNN und beruft sich dabei auf einen konservativen Abgeordneten. Die Unternehmen bekämen nicht die Hilfe, die sie brauchen, so der Abgeordnete. Laut einem jüngsten Reuters-Bericht hat Großbritannien außerdem erstmals seit 1950 den Status als einer von Deutschlands Top 10 Handelspartnern verloren. Die Ursache seien Handelsschranken durch den Brexit. (Max Schäfer)

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