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Pandemie

Brexit unter Corona: 700 Todesfälle an einem Tag in Großbritannien - Johnson setzt auf Teil-Lockdown 

  • Delia Friess
    vonDelia Friess
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Großbritannien verzeichnet einen starken Anstieg an Todesfällen und dazu noch den größten Wirtschaftseinbruch seit drei Jahrhunderten. Boris Johnson setzt auf umstrittene Maßnahmen.

  • Corona in Europa: Großbritannien beklagt rund 700 Todesfälle an einem Tag.
  • Boris Johnson: Die britische Wirtschaft erlebt den größten Einbruch seit drei Jahrhunderten.
  • Brexit-Handespakt: Zustandekommen laut Von der Leyen immer noch nicht sicher.

London - Mit knapp 700 Todesfällen innerhalb eines Tages hat die Zahl der Corona-Toten in Großbritannien ihren höchsten Stand seit Anfang Mai erreicht. Die Statistikbehörde meldete am Mittwoch 696 Todesfälle, die in den vier Wochen zuvor positiv auf Corona getestet wurden. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus lag landesweit bei 18 213.

Premier Boris Johnson: Teil-Lockdown und regionale Corona-Beschränkungen

Der britische Premier Boris Johnson will nach einem einmonatigen Teil-Lockdown in England ab Dezember wieder auf regionale Corona-Beschränkungen zurückgreifen. Er setzt große Hoffnungen auf den Einsatz von Massentests und baldigen Impfungen. Pro 100 000 Einwohnern gab es in den vergangenen sieben Tagen in Großbritannien rund 209 Corona-Fälle. Großbritannien ist mit mehr als 65 000 Toten im Zuge der Corona-Pandemie einer der am schwersten getroffenen Staaten in Europa.

Großbritannien: größter jährlicher Wirtschaftseinbruch seit drei Jahrhunderten

Großbritannien verzeichnet in diesem Jahr den größten jährlichen Wirtschaftseinbruch in über drei Jahrhunderten. Das prognostiziert die britische Regierung. Der Wirtschaftsrückgang im Jahr 2020 betrage 11,3 Prozent, sagte Finanzminister Rishi Sunak am Mittwoch (25.11.2020) während einer Parlamentssitzung. „Unser gesundheitlicher Notstand ist noch nicht vorbei und unser wirtschaftlicher Notstand hat gerade erst begonnen“, fügte er hinzu.

Sunak stellte aber auch eine positive Prognose in Aussicht: Die britischen Wirtschaft soll sich durch ein Wachstum von 5,5 Prozent im kommenden Jahr, sowie ein Wachstum von 6,6 Prozent im Jahr 2022, erholen. Demnach werde die britische Wirtschaft erst im Jahr 2022 zum Vorkrisen-Niveau zurückkehren. „Unsere erste Priorität ist es nun, Menschenleben und Lebensgrundlagen zu schützen“, sagte Sunak weiter.

Großbritannien: Entwicklungshilfen werden gekürzt

Entwicklungshilfen sollen im Kontext von Sparmaßnahmen gekürzt werden, kündigte Sunak zudem an. Statt des bisherigen Anteils von 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE), der gesetzlich verankert ist, werde Großbritannien nur noch 0,5 Prozent für Hilfen ausgeben. Im vergangenen Jahr hatte Großbritannien umgerechnet knapp 17 Milliarden Euro für Entwicklungshilfen ausgegeben.

Fünf ehemalige Premierminister des Landes sowie zahlreiche Hilfsorganisationen protestierten gegen die Ankündigung. David Cameron sprach etwa von einem „moralischen, strategischen und politischen Fehler“. Die beabsichtigten Kürzungen würden Kritiker:innen zufolge Millionen Menschen auf der Welt betreffen und ihren Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung erschweren oder verhindern.

In der vergangenen Woche hatte Premierminister Boris Johnson das größte Investitionsprogramm in das britische Militär seit dem Ende des Kalten Krieges angekündigt. Umgerechnet 18,5 Milliarden Euro sollen demnach zusätzlich in die Verteidigung des Landes investiert werden.

Großbritanniens Premier Boris Johnson.

Brexit-Handelspakt: EU-Kommissionschefin noch nicht sicher über Zustandekommen

Fünf Wochen vor dem Ausscheiden Großbritanniens aus dem Europäischen Binnenmarkt ist ein Brexit-Handelspakt aus Sicht von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen immer noch nicht sicher. „Ich kann Ihnen heute immer noch nicht sagen, ob es am Ende ein Abkommen geben wird“, sagte von der Leyen am Mittwoch (26.11.2020) im Europaparlament. Die nächsten Tage würden entscheidend.

Von der Leyen bekräftigte die seit Monaten diskutierten Hauptstreitpunkte: gleiche Wettbewerbsbedingungen, Fischereirechte und Instrumente zur Ahndung von Verstößen gegen das geplante Abkommen. Es gebe immer noch sehr ernste Differenzen.
„Mit nur noch sehr wenig Zeit vor uns werden wir alles in unserer Macht tun, um eine Einigung zu erreichen“, sagte von der Leyen. „Wir sind bereit, kreativ zu sein. Aber wir sind nicht bereit, den Bestand unseres Binnenmarkts in Frage zu stellen.“

Fraktionen im Europaparlament: Ausreichend Zeit, um Einigung eingehend zu prüfen

Die großen Fraktionen des Europaparlaments mahnten indes, dass auch das Parlament ausreichend Zeit bekommen müsse, um eine Einigung eingehend zu prüfen. Man könne deshalb nicht bis zur allerletzten Minute warten, sagte der CDU-Abgeordnete David McAllister. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Ska Keller, sagte: „Wir werden nicht einfach irgendeinen Deal unterschreiben.“ Martin Schirdewan, Vorsitzender der Linkenfraktion im EU-Parlament, sagte zudem, dass man ein vorläufiges Inkrafttreten eines Abkommens ohne Prüfung des Parlaments entschieden ablehne.

Großbritannien ist zwar bereits im Januar aus der EU ausgeschieden. Der wirtschaftliche Bruch steht jedoch erst zum Jahresende mit dem Austritt aus dem Binnenmarkt und der Zollunion an. Der Handelspakt soll Zölle und Handelshemmnisse verhindern. Nach monatelangen Verhandlungen bleiben nur noch wenige Tage zur Einigung, weil ein Abkommen auch noch ratifiziert werden müsste. (dpa / afp)

Rubriklistenbild: © HENRY NICHOLLS

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