1. Startseite
  2. Politik

Großbritannien: Boris Johnson düpiert Rishi Sunak

Erstellt:

Von: Daniel Dillmann

Kommentare

Der eine fährt zum Klimagipfel, der andere nicht: Rishi Sunak (l.) und Boris Johnson. (Archivbild)
Der eine fährt zum Klimagipfel, der andere nicht: Rishi Sunak (l.) und Boris Johnson. (Archivbild) © Tayfun Salci/imago

Ex-Premierminister Boris Johnson plant eine Reise zum Klimagipfel cop27 an, kurz nachdem Neu-Premierminister Rishi Sunak seine Teilnahme abgesagt hatte.

London - Wer dachte, Boris Johnson würde es künftig ruhiger angehen, dürfte daneben liegen. Der ehemalige Premierminister Großbritanniens plant offenbar an einem Klimagipfel in Scharm asch-Schaich teilzunehmen. Das hatte die britische Zeitung Observer aus internen Kreisen Johnsons erfahren. Johnson wolle durch seine Teilnahme an der cop27 seine Solidarität mit der Klimabewegung zeigen.

Doch erreicht Boris Johnson - ob gewollt oder ungewollt - mit seiner mutmaßlichen Reise nach Ägypten noch etwas ganz anderes. Er düpiert seinen Nachfolger Rishi Sunak. Der neue Premierminister des Vereinigten Königreichs hatte seine Teilnahme am cop27 vor wenigen Tagen abgesagt. Sollte Johnson in Scharm asch-Schaich aufschlagen, hätte das eine „explosive Wirkung“ für die neue Regierung in der Downing Street 10., schreibt der britische Guardian.

Boris Johnsons Vertraute kritisiert Rishi Sunak

Tatsächlich könnte eine Teilnahme Boris Johnsons an dem Klimagipfel nur als offene Kritik am Kurs der Regierung von Rishi Sunak gelesen werden. Die hatte sich kurz nach Übernahme der Geschäfte zwar für den Klimaschutz ausgesprochen, doch musste dann Sunaks Absage kommunizieren. Kritik folgte umgehend, auch aus den eigenen Reihen. Nadine Dorries, Abgeordnete der Tories und eine Vertraute Johnsons, twitterte: „Der Premierminister macht einen Fehler, wenn er nicht hinfährt.“

Mit seinem Kurs eckt Rishi Sunak auch an anderer Stelle an. Britische Medien meldeten, dass niemand geringerer als König Charles III. wütend über seinen Premierminister gewesen sei. Sunak soll darüber hinaus den Monarchen gedrängt haben, ebenfalls nicht an dem Klimagipfel teilzunehmen. Derartige Meldungen wurden vom Buckingham Palace aber dementiert. Die Entscheidung, dass auch der König nicht teilnehme, sei einvernehmlich und mit allen Parteien getroffen worden, hieß es in einem Statement der Königsfamilie.

Klimagipfel cop27 - Rishi Sunak schickt sein Personal

Ob Boris Johnson aber wirklich am cop27 teilnimmt, ist bislang nicht bekannt. Eine öffentliche Verlautbarung gibt es nicht. Eine Nachfrage zu Johnson seitens des Guardian beim für Auslandsreisen zum Gipfel zuständigen Kabinettsbüro blieb unbeantwortet. Man sei aber „durch Minister auf höchster Ebene“ auf dem Gipfel vertreten. (Daniel Dillmann)

Auch interessant

Kommentare