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Johnson-Nachfolge: Auswahlverfahren geht in zweite Phase

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Von: Stefan Krieger

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Wer tritt die Nachfolge von Boris Johnson an? Acht Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich in einer ersten Abstimmungsrunde zur Wahl.

London – Um die Nachfolge des scheidenden britischen Premierministers Boris Johnson bewerben sich nun noch acht Kandidatinnen und Kandidaten der konservativen Torys. Der Vorsitzende des für die Wahlorganisation zuständigen Ausschusses, Graham Brady, teilte am Dienstagabend in London mit, diese Anzahl Bewerberinnen und Bewerber hätten bei ihrer Kandidatur die notwendige Unterstützung von mindestens 20 Tory-Abgeordneten vorweisen können.  

Das Rennen um die Nachfolge geht am Mittwoch (13. Juli) in die nächste Phase. Abgestimmt werden soll zwischen 14.30 und 16.30 Uhr (MESZ). Nur wer mindestens 30 Stimmen hinter sich bringen kann, darf in die nächste Runde einziehen. Je nachdem, wie viele Kandidat:innen dann noch übrig sind, soll das Auswahlverfahren am Donnerstag (14. Juli) und in der kommenden Woche fortgesetzt werden. Dabei wird so lange gewählt, bis nur noch zwei Bewerber:innen übrig sind. Am Sonntagabend (17. Juli) sollen sich die bis dahin verbliebenen Kandidatinnen und Kandidaten einem Fernsehduell beim Sender ITV stellen. Anschließend entscheiden die Parteimitglieder in einer Stichwahl über den Sommer. Am 5. September soll dann feststehen, wer Boris Johnson in Großbritannien beerbt.

Nachfolge von Boris Johnson: Ex-Finanzminister Rishi Sunak gut im Rennen

Im Rennen um seine Nachfolge gilt nun Ex-Finanzminister Rishi Sunak als so gut wie gesetzt für die finale Runde. Er soll schon bei seiner Bewerbung für die Kandidatenliste weit mehr als die hierfür notwendigen 20 Unterstützer mitgebracht haben. Als weitere Favoritinnen gelten Außenministerin Liz Truss und Handels-Staatssekretärin Penny Mordaunt.

Das Rennen um die Nachfolge von Boris Johnson hat begonnen.
Das Rennen um die Nachfolge von Boris Johnson hat begonnen. © Niklas Hallen/afp

Während Truss die Johnson-Getreuen hinter sich weiß, ist Mordaunt der Liebling der Parteibasis. Erwartet wird, dass sich die beiden ein Duell darum liefern werden, wer gegen Sunak antreten darf. Der Wahlkampf, so glauben viele, dürfte deutlich an Schärfe zunehmen.

Doch auch Überraschungen sind nicht ausgeschlossen. Ebenfalls zur Wahl stehen Finanzminister Nadhim Zahawi, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Tom Tugendhat, Chefjustiziarin Suella Braverman, Ex-Gesundheitsminister Jeremy Hunt und die Abgeordnete Kemi Badenoch.

Nachfolge von Boris Johnson: Keine tiefgreifenden Änderungen in der Politik erwartet

Was bisher alle verbindet, ist das Versprechen, Steuern zu senken. Ein Abweichen von umstrittenen Projekten der Johnson-Regierung, wie dem Bruch des Brexit-Abkommens hinsichtlich der Regelung für Nordirland oder dem Asyl-Pakt mit Ruanda, hat bisher niemand von ihnen in Aussicht gestellt.

Die dreijährige Amtszeit Johnsons war vom Brexit geprägt, dessen Vollzug zu seinen zentralen Wahlversprechen zählte, von den Folgen der Corona-Pandemie sowie zahlreichen Affären und Skandalen. Der letzte Skandal war einer zu viel: Johnson sah sich erheblichem Druck aus seiner Konservativen Partei ausgesetzt, was zum Rückzug von der Partei- und damit auch der Regierungsspitze führte. Der 58-Jährige will aber in der Downing Street bleiben, bis die Nachfolge geklärt ist. (skr mit dpa/AFP)
 

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