Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Spenden-Enthüllungen

Boris Johnson unter Druck: Rücktritt wegen Luxus-Renovierung gefordert

  • Tobias Möllers
    vonTobias Möllers
    schließen

Der britische Premierminister Boris Johnson steht wegen den Enthüllungen zur Luxus-Renovierung seiner Dienstwohnung unter Druck. Ein Parteifreund geht auf Distanz. Sogar ein Rücktritt steht im Raum.

London - Nach den Enthüllungen über die Luxus-Renovierung seiner Londoner Dienstwohnung und angesichts fallender Umfragewerte ist ein erster ranghoher Vertreter der britischen Tory-Partei auf Distanz zu Premierminister Boris Johnson gegangen.

In einem BBC-Interview sagte der Chef der Konservativen Partei in Schottland, Douglas Ross, Johnson müsse „selbstverständlich“ zurücktreten, falls ihm ein Regelverstoß bei der Finanzierung der Renovierungsarbeiten nachgewiesen werde.
Die Bevölkerung erwarte, dass „diejenigen im höchsten Amt dieses Landes die höchsten Standards einhalten“, sagte Ross. Daher verfolgten die Menschen die laufenden Ermittlungen zu dem Thema aufmerksam „und warten auf die Antworten“. Der Wahlausschuss prüft derzeit, ob bei der Renovierung von Johnsons Dienstwohnung Parteispenden flossen.

Aufregung in Großbritannien: Johnsons Außenminister spricht von „Klatsch“

Außenminister Dominic Raab sagte am Sonntag in einem Fernsehinterview, die Partei nehme die Ermittlungen des Wahlausschusses ernst. Bei den Vorwürfen gegen Johnson handele es sich aber lediglich um „Klatsch“. Der Premier habe „kristallklar“ versichert, dass er die Renovierung selbst gezahlt habe. Allerdings ist bisher unklar, ob die Rechnung zunächst von einem Parteispender beglichen und erst später von Johnson zurückgezahlt wurde.

Der britische Premierminister Boris Johnson gibt sich kämpferisch, doch neue Enthüllungen setzen ihn unter Druck.

Die Sunday Times berichtet, dass sich die Gesamtkosten der Arbeiten auf rund 200.000 Pfund (230.000 Euro) beliefen und dass eine Rechnung direkt von einem Spender der Konservativen Partei beglichen wurde - eine Sachleistung, die bei den Steuerbehörden hätte deklariert werden müssen.

Spenden sogar für Säuglingsausstattung von Johnsons Baby?

Die Sunday Times berichtet weiter, Johnson habe auch zur Finanzierung seines Fitnesstrainers und von Säuglingsausstattung für seinen kleinen Sohn die Unterstützung von Parteispendern gesucht. Die Zeitung zitierte einen Spender mit den Worten: „Ich zahle ja gern für Flugblätter, aber ich nehme es übel, wenn man mich quasi darum bittet, dem Baby des Premierministers den Hintern abzuwischen.“

Neuen Umfragen zufolge haben die Enthüllungen über die Luxus-Renovierung und über angebliche zynische Äußerungen Johnsons in der Corona-Pandemie die Tories in der Wählergunst sinken lassen. Laut einer Umfrage für die „Sunday Times“ liegen die Konservativen nun nur noch einen Prozentpunkt vor der Labour-Partei.

Kommunalwahlen in Großbritannien setzen Johnson unter Druck

Die auf Insider-Informationen beruhenden anhaltenden Enthüllungen rücken Johnson und andere Vertreter der Regierung wenige Tage vor der Kommunalwahl am Donnerstag in ein schlechtes Licht. Sie erwecken vor allem den Eindruck einer massiven Verquickung von privaten und politischen Interessen. (Tobias Möllers mit afp)

Rubriklistenbild: © Lindsey Parnaby

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare