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„Völlig hoffnungslos“

Großbritannien: Ex-Berater belastet Boris Johnson – private Nachrichten veröffentlicht

  • VonJan Lucas Frenger
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Und wieder sieht sich Großbritanniens Premierminister Boris Johnson durch den ehemaligen Berater Dominic Cummings in Erklärungsnot gebracht.

London – Boris Johnson sieht sich bereits kurz nach der Verkündung zur Aufschiebung der endgültigen Lockerungen in Großbritannien erneut mit schweren Vorwürfen bezüglich seiner Corona-Politik konfrontiert – und wieder ist es ein Altbekannter, der Johnson in Bedrängnis bringt.

Der frühere britische Regierungsberater Dominic Cummings hat auf seiner privaten Internetseite erneut schwere Vorwürfe gegen Boris Johnson erhoben. In einem langen Beitrag wirft er der Regierung unter anderem vor, die Wahrheit zu verdrehen und ihre Entscheidungen in der Corona-Pandemie nachträglich schönzureden.

Erneut unter Druck: Großbritanniens Premierminister Boris Johnson

Dominic Cummings: Private Nachrichten von Boris Johnson veröffentlicht

Neben seinem Textbeitrag veröffentlichte der Johnson-Kritiker auf seiner Website zudem vermeintliche Bildschirmfotos privater WhatsApp-Nachrichten von Boris Johnson. In den dort zu lesenden Nachrichten soll der Premierminister Großbritanniens seine Kabinettskollegen sowie Gesundheitsminister Matt Hancock scharf für den Aufbau des Corona-Testsystems im vergangenen Jahr kritisiert haben. Als „völlig hoffnungslos“ betitelte Johnson seine Kollegen und deren Arbeit in den mutmaßlichen Textnachrichten.

In einer weiteren veröffentlichten Nachricht soll er zudem vorgeschlagen haben, Hancock von seinem Posten als Gesundheitsminister zu entfernen. Downing Street wollte sich auf Anfrage nicht detailliert zu den Bildern äußern – stritt deren Echtheit jedoch auch nicht ab. Ein Regierungssprecher erklärte der Nachrichtenagentur PA zufolge, der Premierminister habe weiterhin volles Vertrauen in Hancock. „Der Premierminister hat sehr eng mit dem Minister für Gesundheit und Soziales zusammengearbeitet und wird dies auch weiterhin tun.“

Großbritannien: Ehemaliger Johnson-Vertrauter Cummings als Wiederholungstäter

Dominic Cummings tritt als Wiederholungstäter auf. Es ist nicht das erste Mal, das der frühere Johnson-Vertraute gegen ranghohe Politiker in Großbritannien aufgrund der Corona-Politik austeilt. In einer stundenlangen Befragung im Mai erhob er zuletzt schwere Vorwürfe gegen die Regierung. Die Politik habe laut ihm vor allem zu Beginn der Pandemie versagt, Gesundheitsminister Hancock mehrmals gelogen – etwa bei der Besorgung von Schutzausrüstung oder bei Corona-Tests für Alten- und Pflegeheime. In der Ausschussanhörung im britischen Unterhaus fand der ehemalige Berater demnach deutliche Worte für die Arbeit des Gesundheitsministers. Es gebe „mindestens 15 oder 20“ Gründe, ihn zu „feuern“, sagte der 49-Jährige damals.

Der britische Ex-Berater Dominic Cummings belastet Premierminister Boris Johnson erneut schwer. (Archivbild)

Hancock selbst wies die Vorwürfe in einer separaten Befragung jedoch zurück und forderte Cummings im Gegenzug dazu auf, Beweise für seine Anschuldigungen vorzulegen. „Ich bin jeden Morgen mit der Ansicht und Einstellung aus dem Bett aufgestanden, dass es meine Aufgabe ist, Leben zu schützen und dieses Land aus der Corona-Pandemie zu befreien“, betonte er in der vergangenen Woche vor dem Ausschuss. Er habe stets mit „Ehrlichkeit“ sowie „Integrität“ gehandelt und das Vertrauen des britischen Premierministers Boris Johnson gespürt. (Jan Lucas Frenger mit dpa und afp)

Rubriklistenbild: © GLYN KIRK/AFP

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