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Boris Johnson trägt eine Mund-Nasen-Bedeckung während er die Downing Street 10 verlässt.
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Der britische Premierminister Boris Johnson will nach den Party-Enthüllungen personelle Konsequenzen ziehen – aber nicht für sich.

Großbritannien

Boris Johnson will nach Corona-„Partygate“ in der Downing Street aufräumen

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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  • Sandra Kathe
    Sandra Kathe
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Nach den Enthüllungen um Corona-Partys am britischen Regierungssitz versucht Boris Johnson an der Macht zu bleiben. Der Premier will beim Personal durchgreifen.

Update vom Sonntag, 16.01.2022, 17.50 Uhr: Premierminister Boris Johnson will wegen der anhaltenden Enthüllungen über Lockdown-Partys am britischen Regierungssitz nun offenbar Konsequenzen ziehen. Johnson erwäge ein Alkoholverbot in den Räumlichkeiten der Downing Street und die Entlassung mehrerer Angestellter, berichtete die Sonntagszeitung Sunday Times. Der Premier werde gegen diese „Kultur“ am Regierungssitz vorgehen, versicherte der Chef der Konservativen Partei, Oliver Dowden.

Johnson weigert sich dem Bericht zufolge, selbst die Verantwortung für die Regierungskrise zu übernehmen. Auf Treffen in den vergangenen Tagen soll er seinem Team vorgeworfen haben, ihn nicht geschützt zu haben. Johnsons Büroleiter Martin Reynolds, der Mitarbeitende trotz Lockdown-Regeln mit dem E-Mail-Aufruf „Bringt Euren eigenen Alkohol mit“ zu einer Gartenparty eingeladen hat, dessen Vertreter Stuart Glassborow und Stabschef Dan Rosenfield gelten als wahrscheinlichste Kandidaten dafür, die Downing Street verlassen zu müssen.

Wie die Sunday Times weiter berichtete, plant der konservative Regierungschef zudem eine Reihe von „populistischen Ankündigungen“ zu tätigen, um sich im Amt halten zu können. Zu seinen Plänen soll auch zählen, die verbliebenen Corona-Beschränkungen am 26. Januar aufzuheben – ein zweiter Freedom Day in Großbritannien also.

Johnsons Corona-„Partygate“: Neue Berichte über regelmäßige „Wine-time Fridays“

Erstmeldung vom Samstag, 15.01.2022: London – In der Affäre um zahlreiche Partys in Zeiten, als in Großbritannien strenge Corona-Regeln galten, setzen neue Details den britischen Premierminister Boris Johnson immer heftiger unter Druck. Nun deckten Recherchen der britischen Zeitung Mirror auf, dass im Dienstsitz des britischen Regierungschefs trotz Corona eine alte Tradition fortgeführt worden sein soll.

Dabei handelt es sich um die so genannten „Wine-time Fridays“, zu denen Johnson seine Mitarbeiter:innen ermutigt hätte, um „Dampf abzulassen“. Auch Johnson selbst habe mehrmals bei diesen Zusammenkünften vorbeigeschaut. Für die regelmäßigen Treffen während des Lockdowns sei sogar eigens ein Bürokühlschrank angeschafft worden, um Wein, Prosecco und Bier kühlzuhalten. Das berichtet die Deutsche Presseagentur mit Bezug auf die Mirror-Berichte.

Nach „Partygate“: Erste Konservative in Großbritannien fordern Johnsons Rücktritt

Weil zuletzt immer mehr Details über den vermeintlich saloppen Umgang britischer Regierungsvertreter:innen und ihrer Beschäftigter während des Corona-Lockdowns ans Licht gekommen waren, setzen inzwischen sogar Vertreter von Johnsons Tory-Partei den britischen Premier unter Druck. Diverse konservative Politiker:innen forderten Agenturberichten zufolge zuletzt Johnsons Rücktritt.

Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, steht wegen Corona-Partys in der Kritik.

Johnson selbst wolle sich politisch mit einem umfassenden Neustart aus der Bredouille befreien. Zu den Lockdown-Partys in seinem Regierungssitz laufen derzeit interne Untersuchungen, deren Ergebnisse der Premier abwarten will.

Großbritannien: Party am Vorabend von royaler Trauerfeier setzt Johnson unter Druck

Besonders brisant waren zuletzt Berichte über Feiern im Regierungssitz im April 2021 – am Vorabend der Beerdigung von Queen-Gemahl Prinz Philip. Aufgrund der damals strengen Kontakt- und Abstandsregeln musste die 95-jährige Monarchin Queen Elizabeth II. während der Bestattung ganz alleine in der Kapelle ihrer Residenz Windsor sitzen.

Für den schlecht gewählten Zeitpunkt der Partys, bei denen Berichten zufolge Alkohol getrunken und getanzt wurde, ließ Johnson sich zuletzt kleinlaut entschuldigen: „Es ist zutiefst bedauerlich, dass dies zur Zeit nationaler Trauer stattgefunden hat“, hatte ein Johnson-Sprecher am Freitag (14.01.2022) erklärt. (ska mit dpa)

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