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Dreht Großbritannien der EU den Gashahn zu? Regierung beschwichtigt

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Von: Moritz Serif

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Großbritannien ist im Gegensatz zu Deutschland kaum von russischem Gas abhängig.
Großbritannien ist im Gegensatz zu Deutschland kaum von russischem Gas abhängig (Symbolbild). © Waltraud Grubitzsch/picture alliance/dpa

Großbritannien könnte laut Medienberichten der EU den Gashahn zudrehen. Eine Regierungssprecherin meldet sich zu Wort und versucht die Wogen zu glätten.

London – In der Gaskrise droht ein neuer Nackenschlag: Großbritannien könnte die Lieferungen in die EU stoppen. Darüber hatten unter anderem die Financial Times und der Focus berichtet. Demnach könnten als Erstes die Pipelines in die Niederlande und nach Belgien abgeschaltet werden.

Die beiden Unterwasserpipelines, die Großbritannien mit Belgien und den Niederlanden verbinden, hätten seit März ihre maximale Kapazität erreicht, da die Insel nur über eine geringe Speicherkapazität verfüge. Deshalb kommen im Sommer überschüssige Lieferungen nach Europa und in den Wintermonaten bekommt Großbritannien wieder Gas von der EU.

Dreht Großbritannien der EU das Gas ab? Präsident hat klare Meinung

Bart Jan Hoevers, Präsident des Europäischen Netzes der Fernleitungsnetzbetreiber für Gas, hat dazu eine klare Meinung. „Ich würde ihnen [dem Vereinigten Königreich] auf jeden Fall empfehlen, die Unterbrechung der Verbindung zu überdenken. Denn während sie im Sommer für den Kontinent von Vorteil ist, ist sie im Winter auch für das Vereinigte Königreich von Vorteil“, sagte er.

Großbritanniens Regierung versucht die Wogen zu glätten. „Unsere Priorität ist es, weiterhin mit unseren EU-Partnern und Verbündeten zusammenzuarbeiten, um die Abhängigkeit von russischem Öl und Gas zu beenden“, sagte eine Regierungssprecherin. „Alle Länder verfügen über solche [Notfall-]Pläne, und nichts deutet darauf hin, dass diese Notfallverfahren jetzt erforderlich wären“, fügte sie hinzu.

Großbritannien ist kaum von russischem Gas abhängig

Großbritannien ist im Unterschied zu anderen Ländern kaum von russischem Gas abhängig. 2021 betrug der Anteil an Importen aus Russland weniger als vier Prozent. Ein großer Unterschied zu Deutschland ist, dass 2020 53 Prozent des gesamten Erdgases von Russland bezog. (mse)

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