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Eine Grippeimpfung könnte die Gefahr von Schlaganfällen oder Sepsis bei Corona-Erkrankten verringern, sagt eine Studie.
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Eine Grippeimpfung könnte die Gefahr von Schlaganfällen oder Sepsis bei Corona-Erkrankten verringern, sagt eine Studie.

Starke Grippewelle droht

Warum eine Grippeimpfung dieses Jahr besonders wichtig ist

  • Julian Dorn
    VonJulian Dorn
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Vor einem Jahr gab es wegen der Corona-Regeln kaum Grippe-Fälle. Doch das könnte 2021 anders werden. Warum Experten dringend zur Grippeimpfung raten.

Frankfurt – Vergangenes Jahr war die Zahl der Grippe-Geimpften vergleichsweise hoch. Was auch daran lag, dass Experten aus Medizin und Politik dazu geraten hatten. So sollte die Anzahl der Krankenhausaufenthalte wegen Influenza gering gehalten werden, damit das durch die Corona-Pandemie stark geforderte Gesundheitssystem nicht zusätzlich belastet wird. Am Ende hatten die Influenza-Impfungen, sicher im Zusammenspiel mit den allgemeinen Hygiene-Regeln, den erhofften Effekt: Es gab im vergangenen Winter keine Grippewelle.

Doch das könnte in diesem Winter anders werden. Experten warnen vor einer anrollenden starken Grippewelle. Wegen der Rückkehr zu mehr Normalität, unter anderem an Schulen und Kitas, beobachten Ärztinnen und Ärzte jetzt schon Nachholeffekte bei Atemwegserkrankungen.

Grippe in Deutschland: Experten befürchten viele Infektionen – wegen der Corona-Maßnahmen

Außerdem seien wegen der durch die Corona-Hygiene-Maßnahmen zuletzt ausgebliebenen Erkältungswelle nun weniger Menschen immun gegen Grippeviren. „Eine Impfung gegen Grippe ist gerade auch in diesem Winter extrem wichtig, da ein hohes Risiko für eine starke Grippewelle zu erwarten ist“, sagte etwa die Vorsitzende des Hausärzteverbandes in Rheinland-Pfalz, Barbara Römer. Auch die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI) rät dazu.

Wer sich auf jeden Fall impfen lassen sollte, wer die Impfung zahlt und welche Nebenwirkungen es geben kann – eine Übersicht der wichtigsten Fragen und Antworten zur Grippeimpfung.

Für wen ist die Impfung sinnvoll?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt sie unter anderem Menschen ab 60 Jahren, Schwangeren, Vorerkrankten und medizinischem Personal. Für gesunde Unter-60-Jährige und Kinder gibt es keine explizite Empfehlung – die Stiko rät aber auch nicht davon ab. Wenn die Impfung durch die Stiko empfohlen ist, übernehmen die Krankenkassen die Kosten in aller Regel. Sonst kommt es auf den jeweiligen Versicherer an, ob die Summe in Höhe von rund 30 bis 60 Euro übernommen wird. Viele Firmen bieten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kostenlose Impfungen an.

Impfung gegen Grippe und Corona

Nur einmal den Weg in die Arztpraxis auf sich nehmen und sich gleichzeitig den Schutz gegen Grippe und Corona abholen? Das ist laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) ab sofort möglich.
Die Injektionen sollten an unterschiedlichen Gliedmaßen erfolgen – also am rechten und linken Arm zum Beispiel. Bei einer gleichzeitigen Anwendung der Impfstoffe könnten häufiger Impfreaktionen auftreten als bei der zeitlich getrennten Gabe.

Damit Menschen ab 60 Jahren noch besser vor einer Infektion geschützt sind, empfiehlt die Stiko ihnen seit diesem Jahr die Impfung mit sogenannten Hochdosis-Impfstoffen. Diese unterscheiden sich von den normalen Influenza-Impfstoffen entweder durch bestimmte Wirkverstärker oder eine höhere Menge von enthaltenen Antigenen. Sie haben laut RKI eine leicht höhere Wirksamkeit bei Älteren. Die Schutzimpfungs-Richtlinie, die grob gesagt regelt, welche Impfungen als Kassenleistungen gelten, wurde daran angepasst: Sie sieht bei Menschen ab 60 Jahren einen Hochdosis-Influenza-Impfstoff vor.

GrippeImpfung in diesem Winter: Für Ältere wird ein Hochdosis-Impfstoff empfohlen

Altersmediziner bewerten die neue Richtlinie positiv. Die Deutsche Geriatrische Gesellschaft (DGG) begrüßt sie ausdrücklich. Denn die Älteren seien besonders gefährdet, eine Influenza-Infektion zu entwickeln. Und sie haben dann auch eine deutlich höhere Sterblichkeit. Zugleich sinke die Wirksamkeit der Impfung mit zunehmendem Alter.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Die Hochdosis-Impfstoffe können im Vergleich zum normalen Impfstoff allerdings etwas häufiger vor allem lokale Nebenwirkungen auslösen. Dazu gehören etwa Schmerzen an der Einstichstelle. Auch bei den Standard-Influenza-Impfstoffen kann die Einstichstelle schmerzen, gerötet sein und etwas anschwellen. Manche fühlen sich im Anschluss kränklich – mit erhöhter Temperatur, Müdigkeit, Frösteln, Schwitzen, Kopf- und Gliederschmerzen. Solche Beschwerden klingen laut RKI in der Regel nach ein bis zwei Tagen ab. Im Allgemeinen sei die Impfung gut verträglich.

Gibt es genug Impfstoff für alle?

Das RKI rechnet für diese Saison mit einem Bedarf von acht bis zehn Millionen Dosen von Hochdosis-Impfstoffen und 15 bis 17 Millionen Dosen der Standard-Impfstoffe. Die Verfügbarkeit der Hochdosis-Impfstoffe hänge von der Nachfrage in den kommenden Monaten ab, schreibt der Deutsche Apothekerverband auf Nachfrage. Sollte es hier Engpässe geben, können Ältere einen normalen Influenza-Impfstoff erhalten.

Grippeimpfung in Deutschland: Am besten zwischen Mitte Oktober und Mitte Dezember impfen lassen

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Impfung?

Gut terminiert ist die Impfung zwischen Mitte Oktober und Mitte Dezember. Das hat damit zu tun, dass die optimale Schutzwirkung rund zwei Wochen danach beginnt und nach drei Monaten langsam nachlässt. Die Grippewelle rollt meist vor allem zwischen Januar und März. Da in jeder Saison andere Influenzaviren im Umlauf sind, wird auch der Impfstoff ständig daran angepasst. Auch deshalb sollte man sich jedes Jahr aufs Neue impfen lassen.

Wie wirksam ist der Impfstoff?

Die Impfstoff-Zusammensetzung erfolgt auf Basis von Analysen weltweiter Labordaten. So wird versucht, eine möglichst hochwirksame Mischung zu finden – doch diese Vorhersage ist mit einer gewissen Unsicherheit verbunden. In der Saison 2019/20 zum Beispiel hatte der Impfstoff in Deutschland Untersuchungen zufolge im Schnitt eine Wirksamkeit von 62 Prozent, zwei Jahre zuvor von 15 Prozent.

Wenn also unter 100 Nicht-Geimpften zehn Personen an Grippe erkranken, wären es in diesem Beispiel unter 100 Geimpften im Vergleich nur rund vier Personen. Bei 15 Prozent Wirksamkeit läge die Anzahl der erkrankten Personen unter den 100 Geimpften indes bei acht bis neun und wäre damit fast so hoch wie bei der ungeimpften Vergleichsgruppe.

Grippeimpfung 2021: vermindertes Risiko für einen schweren Verlauf

Wie gut der Schutz durch die Impfung in der kommenden Saison sein wird, lässt sich noch nicht abschätzen. Das zeigt sich immer erst im Rückblick. Was sich festhalten lässt: Einen hundertprozentigen Schutz vor Ansteckung bietet eine Influenza-Impfung nicht. Zumal der durch die Impfung entwickelte Schutz auch von vielen anderen Faktoren abhängt. Zum Beispiel, wie oft man schon geimpft wurde oder mit Grippe infiziert war und wie robust das eigene Immunsystem generell ist.

Was sind die typischen Grippesymptome?

  • plötzliches, starkes Krankheitsgefühl,
  • Kopf- und Gliederschmerzen,
  • hohes Fieber und trockener Husten.

Die Symptome der Influenza und einer Covid-19-Erkrankung sind ähnlich, es gibt aber Unterschiede zwischen beiden Erkrankungen.

Was spricht für eine Impfung?

Beim Abwägen von Für und Wider einbeziehen sollte man auch die Tatsache, dass die Impfung das Risiko eines schweren Grippeverlaufs senkt. So wie es bei den Impfstoffen gegen Covid-19 der Fall ist. Außerdem reduziert man durch die Influenza-Impfung auch das Risiko, andere Menschen anzustecken. Deshalb wird sie etwa Menschen empfohlen, die mit Risikopersonen zusammenleben.

Denn: Grippe kann eine schwere Lungenentzündung auslösen. „Das kann lebensgefährlich werden“, sagt Professor Bernd Salzberger, Infektiologe am Uniklinikum Regensburg. Seltener kann sie zu Entzündungen am Herzen oder im Hirn führen. Bei gesunden Kindern oder bei Erwachsenen unter 60 Jahren verläuft eine Grippe laut RKI in der Regel ohne schwerwiegende Komplikationen. (judo/dpa)

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