1. Startseite
  2. Politik

Blutige Proteste in Griechenland: Polizei erschießt 16-jährigen Roma

Erstellt:

Von: Moritz Serif

Kommentare

In Griechenland sind Proteste eskaliert.
In Griechenland sind Proteste eskaliert. © LOUISA GOULIAMAKI/afp

In Griechenland ist es zu blutigen Protesten gekommen. Die Regierung ruft die Demonstrant:innenzur Ruhe. Doch der Widerstand gegen Polizeigewalt hält an.

Athen – Nachdem es in der Nacht zu Unruhen in Athen gekommen war, rief die griechische Regierung am Donnerstag (8. Dezember) zur Beendigung des Protests auf. Zuvor hatte die Polizei einen jugendlichen Roma erschossen. Die Demonstrant:innen im östlichen Athener Industrieviertel Aspropyrgos sollen ein örtliches Reifengeschäft und einen Bus in Brand gesetzt. Anschließend hätten sie brennende Barrikaden auf den Straßen errichtet, berichtet AP News. Die Behörden warnten die Bewohner:innen davor und empfahlen ihnen in den Häusern zu bleiben sowie Fenster und Türen zu schließen.

Der griechische Rundfunk ERT berichtete weiterhin, dass Demonstranten aus einer nahe gelegenen Roma-Siedlung in ein Reifengeschäft eingedrungen seien und es in Brand gesetzt hätten. In Nordgriechenland errichteten Demonstrant:innen aus nahegelegenen Roma-Siedlungen auch Straßensperren in der Gegend von Chalkidona, etwa 40 Kilometer westlich von Thessaloniki, und in einem anderen Gebiet. Polizeigewalt ereignet sich ansonsten häufig in den USA.

Blutige Proteste gegen Polizeigewalt in Griechenland

„Ich möchte alle um Ruhe und Besonnenheit bitten, aber auch deutlich machen, dass es nicht die geringste Toleranz gegenüber aggressivem, illegalem und gewalttätigem Verhalten gegenüber Ordnungskräften geben wird“, sagte Regierungssprecher Giannis Oikonomou am Donnerstag während einer regulären Pressekonferenz der Regierung.

Seit Montag kam es in Thessaloniki, Athen und anderen Gebieten zu Protesten, die oft in Gewalt ausarteten. Eine Verfolgungsjagd der Polizei mit einem 16-Jährigen, der im Verdacht stand, von einer Tankstelle in Thessaloniki weggefahren zu sein, ohne die Rechnung zu bezahlen, endete damit, dass der Jugendliche erschossen wurde.

Polizist erschießt 16-jährigen Roma

Der 34-jährige Polizeibeamte, der den Schuss abgegeben hatte, wurde vom Dienst suspendiert und muss sich am Freitag vor Gericht verantworten. Der Polizist muss sich wegen Totschlages mit Eventualvorsatz und wegen illegalen Abfeuerns seiner Waffe verantworten.

Nach Polizei-Angaben hatte der Jugendliche versucht, eines der an der Verfolgungsjagd beteiligten Polizeimotorräder mit seinem Pickup zu rammen. Bei einem vorläufigen Gerichtstermin sagte er, dass er geschossen habe, da das Leben seiner Kolleg:innen in Gefahr gewesen sei.

„Tragischer Vorfall“ soll umfassend untersucht werden

Regierungssprecher Oikonomou sagte, der Fall, den er als „tragischen Vorfall“ bezeichnete, werde umfassend untersucht. Er sagte, das entschuldige „in keiner Weise Gewalttaten und Gesetzlosigkeit, die von denjenigen verübt werden, die protestieren wollen“. (mse)

Auch interessant

Kommentare