1. Startseite
  2. Politik

„Erdogans Aggression“ gegen Griechenland: USA schalten sich ein

Erstellt:

Von: Erkan Pehlivan

Kommentare

Die Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei halten weiter an. Auch die USA schalten sich ein.

Ankara/Athen – Griechenland und die Türkei werfen sich gegenseitig Provokation in der Ägäis vor. Zuletzt hatte die türkische Regierung Athen vorgeworfen, mit Kampfflugzeugen eine gemeinsame Übung mit der Nato zu stören.

Laut Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums sollen griechische Kampfjets seit dem Wochenende zweimal versucht haben, das Manöver zu verhindern. Jetzt hat sich der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar selbst zu den Vorfällen geäußert.

Türkei wirft Griechenland „feindselige Handlungen“ vor

„Die feindseligen Handlungen Griechenlands verletzen die Grundprinzipien der Nato“, sagte Minister Akar auf einer Pressekonferenz, die er mit seinen Amtskollegen aus Aserbaidschan und Georgien, Zakhir Hasanov und Juansher Burchuladze, nach einem Dreiertreffen in der zentralanatolischen Stadt Kayseri am 21. Dezember abhielt. „Wir wünschen uns aufrichtig Frieden und Stabilität. Aber Griechenland setzt seine provokativen, expansiven und aggressiven Handlungen in der Ägäis fort“, sagte Akar. Der Minister appellierte auch an die Nato und vor allem an die USA, in der Angelegenheit eine „objektive, unparteiische und vernünftige Politik“ bei dem Konflikt zu verfolgen.

Akar fordert die griechischen Politiker auf, mit gesundem Menschenverstand zu handeln und nicht die Angelegenheit für innenpolitische Zwecke zu nutzen. „Wir wünschen uns aufrichtig Frieden und Stabilität. Aber Griechenland setzt seine provokativen, expansionistischen und aggressiven Handlungen in der Ägäis fort“, sagte Akar.

Türkei und Griechenland werfen sich gegenseitig Aggression über der Ägäis vor.
F-16 der griechischen Luftwaffe © Pantelis Saitas/dpa

„Drohung von Erdogan feindseligste Äußerung seit 1996“

Kritik kommt auch vom Nachbarland. Die griechische Zeitung Ta Nea nennt die Entwicklungen in der vergangenen Tagen eine kriegerische Provokation der Türkei, die noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht habe. „Die Drohung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit einem Raketenschlag gegen Griechenland ist die feindseligste Äußerung aus Ankara, seit Griechenland und die Türkei 1996 in der Imia-Krise an den Rand eines Krieges gerieten“. Beide Seiten hatten die kleine Insel damals für sich beansprucht und Kriegsschiffe losgeschickt.

USA weigern sich moderne F-156 Flugzeuge an die Türkei zu liefern

Auch die USA haben sich längst in den Konflikt eingeschaltet und fordern von Ankara ein Ende der Aggression. Ansonsten werde die USA nicht die geforderten amerikanischen Kampfflugzeuge an die Türkei liefern. „Deshalb werde ich als Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Beziehungen des Senats keine F-16 für die Türkei genehmigen, bis er seine Aggressionskampagne in der gesamten Region beendet hat“, erklärte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des US-Senats, der Demokrat Bob Menendez. „Meinen Kollegen hier im Senat möchte ich abschließend sagen: Scheuen Sie sich nicht, angesichts von Erdogans Aggression für die amerikanischen Werte einzutreten“. Neben modernen F-16 Kampfflugzeugen will die Türkei von den USA für bestehende Kampfjets auch Modernisierungspakete kaufen, die Washington bislang zurückgehalten hat. (Erkan Pehlivan)

Auch interessant

Kommentare