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Ein Blick auf ein Schiff mit etwa 400 Migrant:innen in der Nähe der südlichen Insel Kreta.
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Ein Blick auf ein Schiff mit etwa 400 Migrant:innen in der Nähe der südlichen Insel Kreta.

Migration

Video zeigt exzessive Gewalt gegen Migranten durch griechische Streitkräfte

  • Sonja Thomaser
    VonSonja Thomaser
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Ein Video zeigt, wie die griechische Küstenwache mit Waffen auf Geflüchtete zielt, sie schlägt und sie in türkische Hoheitsgewässer drängt.

Ankara - Griechische Streitkräfte gehen weiter gewaltsam gegen Migrant:innen, auch Frauen und Kinder, vor. Das Verteidigungsministerium der Türkei hat ein Video geteilt, in dem die griechische Küstenwache mit Waffen auf Geflüchtete zielt, sie schlägt und sie in türkische Hoheitsgewässer drängt.

Zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommene Aufnahmen zeigen, dass die griechischen Streitkräfte Migrant:innen brutal zurückdrängten. Auf dem Filmmaterial ist deutlich die Küstenwache zu sehen, die Boote von Migrant:innen in türkische Hoheitsgewässer schleppt.

Türkei: Griechenland soll sich an türkischer Grenze unmenschlich verhalten

Die griechischen Streitkräfte setzten gefährliche Manöver ein und versuchten, das Boot der Flüchtenden zu versenken, um es trotz der Ankündigungen und Warnungen der türkischen Seite über Funk an der Durchfahrt zu hindern. Das Filmmaterial enthält auch Szenen, in denen griechische Streitkräfte das Feuer in die Luft und um das Boot herum eröffneten.

Der Vize-Präsident der Türkei, Fuat Oktay, kritisierte am Sonntag (21.11.2021) die griechischen Streitkräfte: „Die Menschheit wird wieder einmal in der Ägäis mit Füßen getreten! Schämt euch!“, schrieb er auf Twitter und teilte das Video.

In Erinnerung an sein Treffen mit der Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Margaritis Schinas, am Samstag (20.11.2021) schrieb Oktay, er habe die Erwartung ausgedrückt, dass Griechenlands unmenschliches Verhalten inakzeptabel sei und dass Frontex und die griechischen Behörden ihrer Verantwortung nachkommen müssten.

Türkei: 40 Asylsuchende aus Schlauchboot gerettet

Unterdessen retteten Einheiten der türkischen Küstenwache am Montag (22.11.2021) Dutzende von Asylbewerber:innen, die von griechischen Streitkräften zurückgedrängt worden waren. Dies berichte Hürriyet Daily. Die Einheiten waren zur Küste des Bezirks Ayvacık in der nordwestlichen türkischen Provinz Çanakkale in das Gebiet entsandt worden. Insgesamt 40 Asylsuchende seien aus einem Schlauchboot gerettet worden, teilte die Küstenwache in einer Mitteilung mit.

Die Migrant:innen wurden zeitweise von Mitarbeitern des Küstenwachkommandos in Ayvacık festgehalten und später an die Provinzdirektion für Migrationsmanagement übergeben.

Beweise für Zurückweisungen von Asylsuchenden aus Griechenland in die Türkei

Die Türkei ist ein wichtiger Durchgangspunkt für Asylsuchende, die nach Europa reisen wollen, um ein neues Leben zu beginnen, insbesondere für diejenigen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen. Menschenrechtsgruppen haben wiederholt die illegale Praxis Griechenlands, Asylsuchende zurückzudrängen, verurteilt und erklärten, sie verstoße gegen humanitäre Werte und das Völkerrecht, indem sie das Leben schutzbedürftiger Migrant:innen gefährdet.

Es habe in letzter Zeit „mehrere Beweise“ für Zurückweisungen von Asylsuchenden aus Griechenland in die Türkei gegeben, sagte ein Sprecher des Menschenrechtsbüros der Vereinten Nationen Anfang letzten Monats. Die Behörden der Europäischen Union äußerten sich auch besorgt über Pushbacks von Schutzsuchenden und sagten, dass solche Vorfälle dem Ruf des Bündnisses schaden.

Türkischer Verteidigungsminister: „Wir verteidigen unsere Rechte“

Griechenland betreibt „provokative, eskalierende und aggressive Rhetorik und Aktionen“, sagte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar am Montag laut Hürriyet Daily und beschuldigte die griechischen Behörden, Migrant:innen in der Ägäis „zurückzudrängen“. In einer Ansprache an die Kommandeure bei einer Videokonferenz betonte der Minister, dass sie die Entwicklungen in der Ägäis und im östlichen Mittelmeerraum genau verfolgen und sagte: „Wir sind in keiner Weise aggressiv. Wir verteidigen dort unsere Rechte.“

Akar erklärte, dass die Türkei alle ihre Aktivitäten auf „vernünftige, logische und ruhige Weise“ ausführe: „Während wir uns so verhalten, betreibt Griechenland provokative, eskalierende und aggressive Rhetorik und Aktionen.“ Griechische Beamte würden versuchen, eine „Wahrnehmung zu schaffen, dass Griechenland das Opfer ist und die Türkei der Aggressor, indem sie Ausdrücke verwenden, als ob die Türkei einen Schritt gegen Griechenland unternehmen würde“, sagte er und beschuldigte Athen, „der Aggressor und der Expansionist“ zu sein, so Hürriyet Daily.

Migration: „Wehrlosen Menschen mitten im Meer“

Die griechischen Behörden machten Aussagen, die im Gegensatz stehen zu „Geschichte, Gesetz und Alltag“, sagte Akar. Er fügte hinzu: „Es ist von Menschenrechten die Rede, aber es ist ein großes Verbrechen gegen die Menschlichkeit, dass die griechische Küstenwache versucht, die Boote zu durchbohren und auf sie zu schießen.“ Es ginge schließlich um „wehrlosen Menschen mitten im Meer.“ (Sonja Thomaser)

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