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Pushbacks: Griechenland dementiert – Keine Kinder auf Flößen ausgesetzt

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Von: Stefan Krieger

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Flüchtende im Mittelmeer. (Archivbild)
Flüchtende im Mittelmeer. (Archivfoto) © Arez Ghaderi/dpa

Griechenland ist für Migrant:innen häufig die erste Anlaufstelle in Europa. Tausende nehmen die gefährliche Überfahrt über die Ägäis in Kauf.

Athen/Istanbul – Sechs Flüchtende, darunter zwei Babys, sind nach türkischen Angaben in der Ägäis gestorben, nachdem ihre Boote von griechischen Behörden in türkische Gewässer zurückgedrängt worden waren. Am Dienstagmorgen (13. September) seien im Meer vor der Provinz Mugla im Südwesten der Türkei 73 Menschen auf vier Booten aufgegriffen und gerettet worden, erklärte die türkische Küstenwache.

Die Geretteten hätten ihnen berichtet, dass sie „von einem Boot der griechischen Küstenwache an Bord genommen und ihrer Wertgegenstände beraubt worden“ seien, hieß es in der Erklärung der türkischen Küstenwache. Anschließend seien sie in vier Boote verfrachtet und in türkischen Gewässern ausgesetzt worden.

Griechenland weist Vorwürfe aus der Türkei zurück

Die griechische Küstenwache hat diese Behauptungen aus der Türkei jetzt zurückgewiesen. „Die Erklärung der türkischen Küstenwache wird kategorisch dementiert“, hieß es in einer Stellungnahme vom späten Dienstagabend. Der Zwischenfall habe vielmehr in türkischen Hoheitsgewässern stattgefunden. Ihre eigenen Angestellten hätten nichts damit zu tun gehabt, betonte die Zentrale der griechischen Küstenwache. 

Über die Nationalität der Geretteten gab es zunächst keine Angaben. Türkischen Angaben zufolge hatten sie angegeben, in der libanesischen Stadt Tripoli an Bord gegangen zu sein und versucht zu haben, nach Italien zu gelangen.

Die Beziehungen zwischen Athen und Ankara sind angespannt. Beide Länder werfen einander immer wieder vor, die Rechte von Migranten zu verletzen.

Vorwürfe der „Pushbacks“ gegenüber Griechenland

Griechenland werden wiederholt sogenannte Pushbacks – also das illegale Zurückdrängen von Migrant:innen – in die Türkei vorgeworfen. Athen weist die Anschuldigungen regelmäßig zurück und spricht von sogenannten „Pushforwards“, mit denen Migrant:innen von türkischen Sicherheitskräften auf dem Land- oder Seeweg nach Griechenland gedrängt würden, um so in die EU zu gelangen.

Allerdings hatte Griechenland erst am vergangenen Sonntag eingeräumt, dass es seit Jahresbeginn mehr als 150.000 Personen die Einreise an seinen Land- und Seegrenzen verwehrt habe, 25.000 Menschen alleine im August. Zuvor hatten auch verschiedene Menschenrechtsorganisationen werfen Athen seit Jahren vor, Migrant:innen unrechtmäßig zurückzuschicken oder sie über die Grenze in die Türkei zurückzudrängen. (skr mit AFP/dpa)

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