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Griechenland befürchtet Eskalation mit Ankara

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Nach Verbalattacken aus Ankara hat Griechenland nach einem Zeitungsbericht seine Streitkräfte in der Ostägäis in höchste Alambereitschaft versetzt.

Athen - Griechenland hat sein Militär in der östlichen Ägäis in höchste Alarmbeireitschaft gesetzt, schreibt die griechische Zeitung „Ekatherimini“. Grund dafür seien Drohungen von hochrangigen türkischen Regierungspolitikern. Einen verbalen Schlagabtausch wollen die griechischen Regierungsvertreter derzeit aber vermeiden. Die griechische Regierung sei besorgt über die Möglichkeit eines Eskalation, schreibt das Blatt.

Mitsotakis lehnt Zwei-Staaten-Lösung für Zypern ab

Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hatte in einer Rede vor dem US-Kongress vergangene eine Zwei-Staaten-Lösung für Zypern abgelehnt. „Niemand kann und wird jemals eine Zwei-Staaten-Lösung für die Insel akzeptieren.“ Auch kritisierte Mitsotakis die Flüge türkischer Kampfjets über griechische Inseln in der Ägäis. „Wir werden keine Aktionen akzeptieren, die unsere Souveränität und unsere territorialen Rechte verletzen.“ Für seine Worte wurde Mitsotakis von Mitgliedern des US-Kongresses mit Standing Ovations gefeiert.

Griechenland hat seine Armee in der Ostägäis in höchste Alarmbereitschaft versetzt
Griechische Soldaten bei einer Militärübung © Simela Pantzartzi/dpa

Erdogan: Für mich existiert Mitsotakis nicht mehr

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte den griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis wegen seiner Rede vor dem US-Kongress heftig kritisiert. „Für mich existiert niemand mehr mit dem Namen Mitsotakis,“ sagte Erdogan. Griechenland würde zudem Terrororganisation beherbergen, die die Türkei bedrohten, sagte der türkische Staatschef. Auch seien die rund ein dutzend amerikanischen Militärstützpunkte auf Griechenland eine Gefahr für die Türkei, kritisierte Erdogan.

Kritik kam auch vom türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu. „Seit der Teilung vor 55 Jahren war es die griechische Seite, die sämtliche Lösungsvorschläge für Zypern abgelehnt haben“, so Cavusoglu. Diese Wahrheit können niemand ändern. Es spiele daher keine Rolle, wer, wo Applaus bekam.

Bahceli: „Griechen wollen wieder Meeresboden sehen“

Der Vorsitzende der rechtsradikalen MHP und Partner vom Erdogan, Devlet Bahceli, warnte Griechenland. „Mitsotakis und seine Regierung haben keine Lehren von ihren Großvätern gezogen, die wir ins Meer getrieben haben. Sie wollen wieder den Meeresboden sehen,“ sagte Bahceli in einer Parteisitzung. Damit spielte der rechtsradikale Bahceli auf das Ende des türkisch-griechischen Krieges im September 1922 an. Türkische Soldaten eroberten das heutige Izmir zurück und ihre griechischen Gegner flohen über die Ägais. Damit wurde dem Traum eines Griechenlands auf zwei Kontinenten ein Ende gesetzt.

Devlet Bahceli, Vorsitzender der rechtsradikalen MHP, warnt Griechenland.
Devlet Bahceli, Vorsitzender der rechtsradikalen MHP, trifft Erdogan © dpa

Schon 2018 hatte der Chefberater des türkischen Präsidenten, Yigit Bulut, Griechenland gewarnt. „Anatolien wird erneut über Griechenland ziehen und niemand wird das verhindern können“, sagte Bulut im Staatsfernsehen TRT. (Erkan Pehlivan)

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