Klimagespräche

Greta Thunberg und Luisa Neubauer demonstrieren vor dem Brandenburger Tor

Nachdem sich die Klimaaktivistinnen Greta Thunberg und Luisa Neubauer zu einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffen hatten, demonstrierten sie vor dem Brandenburger Tor.

Update von Freitag, 21.08.2020, 14.20 Uhr: Im Rahmen ihres Treffens mit Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Klimaaktivistin Greta Thunberg ihren wöchentlichen Klima-Protest kurzerhand nach Berlin verlegt. Gemeinsam mit mehreren dutzend anderen Demonstrantinnen und Demonstranten saß Thunberg vor dem Brandenburger Tor – in Corona-Zeiten natürlich mit dem vorgeschriebenen Abstand.

An Greta Thunbergs Seite waren unter anderem Luisa Neubauer sowie die Belgierinnen Anuna de Wever und Adélaïde Charliér. Gemeinsam hatten sie sich vorher mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem Meinungsaustausch über die Klima-Politik getroffen. Laut Regierungssprecher Steffen Seibert waren die klimapolitischen Schwerpunkte in der laufenden EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands zentrale Themen.

Nachdem Greta Thunberg und Luisa Neubauer am Donnerstag mit Angela Merkel gesprochen hatten, demonstrierten sie heute vor dem Brandenburger Tor.

Greta Thunberg und Luisa Neubauer debattieren mit Angela Merkel - Kritik am Treffen wird laut

Erstmeldung von Donnerstag, 20.08.2020: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach ihrem Treffen mit der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg die Bekämpfung der Erderwärmung als globale Herausforderung bezeichnet. Beide Seiten seien sich in diesem Zusammenhang einig gewesen, dass den Industriestaaten bei der Bewältigung dieser Aufgabe eine besondere Verantwortung zukomme, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstag nach dem Treffen in Berlin mit. Basis dafür sei die konsequente Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

Greta Thunberg (re.) und Luisa Neubauer diskutieren mit Angela Merkel.

Zentrales Thema des Gesprächs von Angela Merkel mit Greta Thunberg sowie der deutschen Aktivistin Luisa Neubauer und den Belgierinnen Anuna de Wever van der Heyden und Adélaïde Charlier seien die klimapolitischen Schwerpunkte in der laufenden EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands gewesen, schrieb Seibert weiter. Als Einzelpunkte nannte er die angestrebte EU-Klimaneutralität bis 2050 sowie die Konkretisierung eines verschärften Zwischenziels für die Treibhausgas-Emissionen bis 2030. Die Kanzlerin und die Vertreterinnen von Fridays for Future hätten auch über die Bedeutung der CO2-Bepreisung sowie über nationale Maßnahmen der Klimapolitik wie den Ausstieg aus der Kohleverstromung diskutiert.

Kanzlerin will Klimaschutz weiter voranbringen

„Wir fordern, das Pariser Klimaschutzabkommen jetzt in konkrete Politik umzusetzen“, sagte die deutsche Aktivistin Luisa Neubauer nach dem Gespräch am Donnerstag im Kanzleramt. Die schwedische FFF-Initiatorin Greta Thunberg sprach von einer „sehr freundlichen“ Begegnung mit Merkel.

Neubauer räumte ein, es sei deutlich geworden, dass die Klimaaktivisten und die Kanzlerin „von unterschiedlichen Perspektiven“ auf die anstehende Herausforderung blicken. Merkel habe darauf hingewiesen, dass ihr als Physikerin die von der Wissenschaft vorgetragenen Anforderungen bewusst seien, sie als Politikerin aber „die Komplexität der Lage berücksichtigen“ müsse. Die Kanzlerin habe aber zugesichert, dass sie gewillt sei, den Klimaschutz im Rahmen der deutschen EU-Präsidentschaft weiter voranzubringen.

Treffen von Greta Thunberg mit Angela Merkel stößt auf Kritik bei Fridays For Future

In den Reihen von Fridays For Future (FFF) in Deutschland gibt es Kritik an dem Termin. „Der Termin war überhaupt nicht abgesprochen“, sagte Konstantin Nimmerfroh von FFF Frankfurt am Main der Berliner „tageszeitung“. Er kritisierte, die Basisgruppen seien erst wenige Tage zuvor über das Vorhaben informiert worden.

Erstmeldung
Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg ist mit Mitstreiterinnen von Fridays for Future bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Berliner Kanzleramt eingetroffen. Zur Begrüßung hatten sich am Donnerstag etwa 20 Demonstranten vor dem Gebäude aufgestellt. Sie begrüßten Thunberg, die deutsche Aktivistin Luisa Neubauer und die Belgierinnen Anuna de Wever van der Heyden und Adélaïde Charlier mit Sprechchören der Klimabewegung wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ und Schildern, die die Politik zum entschiedenen Handeln gegen den Klimawandel auffordern.

Nach dem für rund 90 Minuten angesetzten Gespräch wollten sich die vier Aktivistinnen öffentlich äußern. Angela Merkel wurde später bei Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in dessen Präsidentenresidenz Fort de Brégançon am Mittelmeer erwartet.

Greta Thunberg trifft Angela Merkel: Aktivisten bemängeln Untätigkeit der Regierenden

„Wir werden der Kanzlerin sagen, dass sie sich der Klimakrise stellen muss – vor allem jetzt, da Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft innehat“, hatten die vier Gäste in einem Gastbeitrag für den „Spiegel“ geschrieben. Mittlerweile werde in Führungsetagen weltweit von einer „existenziellen Krise“ gesprochen. „Die Klimakrise wird auf unzähligen Podien und Gipfeltreffen diskutiert.“ Es würden umfangreiche Zusagen gemacht und große Reden gehalten. „Doch wenn es um konkrete Schritte geht, stellen wir fest, dass wir nach wie vor im Stadium der Verweigerung festhängen. Noch nie ist die Klima- und Umweltkrise als Krise behandelt worden.“

„Wir haben nur noch sehr wenig Zeit, bevor das 1,5-Grad-Ziel aus unseren Händen gleitet“, sagte die an dem Gespräch beteiligte deutsche FFF-Sprecherin Luisa Neubauer vorab den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Merkel müsse dafür sorgen, dass die Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens umgesetzt würden. Nötig seien dafür „unbequeme Taten“ und „ungewöhnliche Wege“, sagte Neubauer zudem den Zeitungen der Funke Mediengruppe

Fridays for Future hat Bundesregierung und EU mangelnden Ehrgeiz beim Klimaschutz vorgeworfen. Anlass des Treffens ist ein offener Brief an die Staats- und Regierungschefs der EU mit der Mahnung, die Klimaziele der Staatengemeinschaft nachzuschärfen. (dpa/afp)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare