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Greta Thunberg ist auf Skandinavien nicht immer gut zu sprechen.

Klima-Aktivistin

Greta Thunberg erhält Umweltpreis des Nordischen Rates - lehnt aus Protest aber ab 

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Klima-Aktivistin Greta Thunberg will eine mit umgerechnet fast 50.000 Euro dotierte Auszeichnung aus ihrer skandinavischen Heimat nicht haben. In einer Online-Botschaft erklärt sie, warum.

Greta Thunberg wird derzeit mit Preisen überhäuft. So hat sie vor kurzem in Washington den wichtigsten Preis von Amnesty International erhalten und darf nun den Ehrentitel „Botschafterin des Gewissens“ führen. Und am 4. Dezember wird die junge schwedische Klima-Aktivistin mit dem Alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award), weil sie, wie es in der Begründung heißt, „der politischen Forderung nach dringenden Klimaschutzmaßnahmen weltweit Gehör verschafft”. 

Nun ist der 16-Jährigen erneut ein hochdotierter Preis zugesprochen worden. Doch im Gegensatz zu den beiden eben genannten Auszeichnungen will Thunberg den Umweltpreis des Nordischen Rates nicht annehmen. Und warum? Weil die Klimabewegung keine weiteren Preise brauche, schrieb Thunberg auf Instagram, sondern Politiker, die auf die Erkenntnisse der Wissenschaft hörten.

Umweltpreis des Nordischen Rats: Greta Thunberg begründet Ablehnung

Zwei Vertreterinnen der Klimabewegung Fridays for Future erklärten bei der Zeremonie im Auftrag Thunbergs, die skandinavischen Länder zählten zu den Staaten, die am meisten für das Klima tun könnten, im Prinzip aber nichts unternähmen. Deshalb habe sich die Aktivistin entschlossen, den Preis abzulehnen.

Thunberg, die sich noch immer in Nordamerika aufhält, führte das via Instagram weiter aus: „Die skandinavischen Länder genießen in aller Welt einen großartigen Ruf, wenn es um Klima- und Umweltfragen geht“, schrieb die Aktivistin und ergänzte, dass es deshalb an Prahlerei und schönen Worten dazu nicht mangele. Wenn man aber auf die tatsächlichen Emissionen und ökologischen Fußabdrücke der Region schaue, dann handele es sich um eine ganz andere Geschichte. 

Weder Greta Thunberg und die Fridays for Future wollen den Preis

Weder sie noch die Fridays-for-Future-Bewegung in Schweden würden den Preis oder das damit verbundene Preisgeld in Höhe von 350.000 dänischen Kronen (rund 47.000 Euro) annehmen, ehe die skandinavischen Länder den Vorgaben der Wissenschaft folgten, um die Erderwärmung auf unter 1,5 oder 2 Grad Celsius zu begrenzen, so Thunberg. Zwischen dem, was Wissenschaftler dafür für notwendig betrachteten, und dem Handeln der Politik in Skandinavien klaffe eine „gigantische“ Lücke. 

Der Nordische Rat ist das zentrale Forum der Region Skandinavien. Zu seinen Mitgliedern zählen neben Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island auch die weitgehend selbstständigen Territorien Åland, Grönland und die Färöer-Inseln. Thunbergs Heimatland Schweden hat in diesem Jahr den Vorsitz inne. 

Greta Thunberg war von Schweden und Norwegen nominiert worden 

Eigentlich wollte der Rat die junge Aktivistin mit dem Preis für ihren Kampf gegen die Klimakrise ehren. Sie erhalte die Auszeichnung dafür, dass sie Millionen Menschen in aller Welt dazu mobilisiert habe, zu einem kritischen Zeitpunkt politisches Handeln für das Klima einzufordern, erklärte der Rat zunächst. Kurz danach folgte dann die Ergänzung: Thunberg wolle den Umweltpreis aus Protest gegen mangelnden Einsatz für das Klima nicht annehmen. 

Alljährlich vergibt der Nordische Rat Preise in den Kategorien Literatur, Kinder- und Jugendbuchliteratur, Film, Musik und Umwelt. Greta Thunberg war von den Ländern Schweden und Norwegen für den Umweltpreis nominiert worden. (mit dpa)

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