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Greta Thunberg an Bord des Katamarans „Vagabond“. 

Greta Thunberg

Greta Thunberg segelt 5500 Kilometer über den Atlantik - gegen die Uhr

„Wir segeln nach Hause“: Greta Thunberg ist zur Atlantiküberquerung aufgebrochen. Ihr bleiben nur 19 Tage, um rechtzeitig zur Weltklimakonferenz nach Madrid zu kommen.

Update vom 13.11., 16 Uhr: „Wir segeln nach Hause“, schreibt die Klimaaktivistin Greta Thunberg am Mittwoch auf Twitter und Instagram. Die 16-jährige Schwedin ist an der US-Ostküste an Bord des Katamarans „Vagabonde“ in See gestochen und befindet sich nun auf dem Rückweg nach Europa. 

Mit einem großen Rucksack hatte Thunberg am Mittwoch gemeinsam mit ihrem Vater Svante die „La Vagabonde“ bestiegen. Der 14 Meter lange Katamaran eines australischen Paares soll sie innerhalb der nächsten drei Wochen ins rund 5500 Kilometer entfernte Portugal bringen.

Grund für Thunbergs erneute Segelreise über den Atlantik ist die Verlegung der Weltklimakonferenz von Chile nach Spanien. Ursprünglich sollte sie vom 2. bis 13. Dezember in Santiago de Chile stattfinden, wurde aber wegen der dortigen Unruhen nach Madrid verlegt. Thunberg hat 19 Tage Zeit, um bis zum Beginn der Klimakonferenz in der spanischen Hauptstadt einzutreffen.

Erstmeldung vom 13.11., 10 Uhr: 

Weniger als drei Wochen vor dem Beginn der nach Madrid verlegten Weltklimakonferenz hat Klimaaktivistin Greta Thunberg eine Rückreisemöglichkeit über den Atlantik gefunden. Sie werde auf dem knapp 15 Meter langen Katamaran „La Vagabonde“ vom US-Staat Virginia aus zurück nach Europa segeln, teilte die 16-jährige Schwedin am späten Dienstagabend (MEZ) auf Twitter mit. Das australische Youtuber-Paar Riley Whitelum und Elayna Carausu sowie die englische Profi-Skipperin Nikki Henderson sollen sie demnach zurück über den Ozean bringen. Läuft alles nach Plan, geht der erneute Transatlantik-Törn bereits am Mittwoch los. „Wir segeln morgen früh nach Europa!“, schrieb Thunberg.

Grund für ihre erneute Segelreise ist die Verlegung der UN-Klimakonferenz von Chile nach Spanien. Eigentlich sollte die Konferenz in Santiago de Chile tagen - sie war einer der Hauptgründe dafür gewesen, weshalb Thunberg im August überhaupt per Hochsee-Segeljacht über den Atlantik in die USA gereist war. Chile sagte die Konferenz aber wegen der heftigen sozialen Proteste im Land ab, Spanien sprang daraufhin als Gastgeber ein. Das Spitzentreffen soll nun vom 2. Dezember an in Madrid abgehalten werden.

Greta Thunberg: Fliegen ist keine Option

Thunberg hatte in den vergangenen beiden Wochen ihre Möglichkeiten ausgelotet, um noch rechtzeitig nach Madrid zu gelangen. Den Flieger schloss sie aufgrund der hohen CO2-Emissionen von Flugreisen generell aus. Damit blieb im Grunde nur die möglichst zeitnahe Überfahrt per Schiff von der US-Ostküste aus.

Nun freut sich Thunberg nach eigenen Angaben darauf, wieder zurück auf den Ozean zu kommen. „Das ist eine tolle Gelegenheit und ich bin extrem dankbar für das Privileg, solche Dinge zu erleben“, erklärte sie. Die Weltklimakonferenz sei sehr wichtig und sie werde ihr Bestes tun, um rechtzeitig in Madrid einzutreffen. Ob sie es pünktlich schaffe oder nicht, spiele aber keine große Rolle: „Es sind unzählige andere Aktivisten da, die dort sprechen werden und dieselbe Botschaft wie ich überbringen. Und es ist nicht so, dass meine Stimme unersetzbar ist.“

Greta Thunberg hatte eine Mitfahrgelegenheit per Twitter gesucht

Das australische Paar hatte sich auf einen Tweet der jungen Schwedin gemeldet, in dem sie nach einer Mitfahrgelegenheit nach Europa gefragt hatte. An Bord werden sich auf der Reise auch der kleine Sohn von Whitelum und Carausu, Lenny, sowie Thunbergs Vater Svante befinden. Svante Thunberg war bereits im August dabei gewesen, als seine Tochter vom norddeutschen Segelprofi Boris Herrmann und dessen Co-Skipper Pierre Casiraghi von England aus über den Großen Teich nach New York gebracht worden war. Wegen eines Transatlantik-Rennens mit der Jacht „Malizia“ fiel Herrmann diesmal als möglicher Segler an Thunbergs Seite aus, er hatte ihr aber beim Finden nach Alternativen Ratschläge und Unterstützung angeboten.

Riley Whitelum und Elayna Carausu segeln nach eigenen Angaben auf der „Vagabonde“ um die Welt und dokumentieren die Reise auf ihrem Youtube-Kanal. Mit ihren Videos wollen sie auf die Wichtigkeit des Ozeans aufmerksam machen und andere dazu inspirieren, alternative Lebensmöglichkeiten auszuprobieren. Ihr Katamaran ist mit Solarpaneelen und Wasserkraftgeneratoren ausgestattet, was die Reise so emissionsfrei wie möglich machen soll.

Thunbergs Hinfahrt über den Atlantik hatte zwei Wochen gedauert, nun hat sie gute zweieinhalb Wochen, um die Rücktour zu schaffen. Warum sie erneut das Segelboot bevorzuge, erklärte sie so: „Indem ich segele, will ich noch einmal die Tatsache unterstreichen, dass es in den heutigen Gesellschaften praktisch unmöglich ist, nachhaltig zu leben.“ (dpa)

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