Mehrere Soldaten der Bundeswehr stehen im Verdacht, Anhänger der rechtsextremen Organisation „Graue Wölfe“ zu sein.
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Mehrere Soldaten der Bundeswehr stehen im Verdacht, Anhänger der rechtsextremen Organisation „Graue Wölfe“ zu sein.

Rechtsextremismus

Graue Wölfe in der Bundeswehr?

Der Militärische Abschirmdienst ermittelt gegen mehrere Soldaten der Bundeswehr. Sie stehen im Verdacht, Anhänger der rechtsextremen Organisation „Graue Wölfe“ zu sein.

In der Bundeswehr stehen mehrere Soldaten im Verdacht, Anhänger der türkischen rechtsextremen Organisation „Graue Wölfe“ zu sein. Der Militärische Abschirmdienst (MAD) ermittle hierzu in vier Fällen, teilte die Bundesregierung auf Anfrage der Linksfraktion mit. Gegen eine verdächtige Person soll bereits ein Disziplinarverfahren laufen. Insgesamt werden laut Bund vom MAD „vier Fälle mit Bezug zu den fragegegenständlichen Organisationen bearbeitet“.

Das laufende gerichtliche Disziplinarverfahren ergibt sich aus den Erkenntnissen des Militärgeheimdienstes, dass in einem Fall „fehlende Verfassungstreue“ festgestellt worden sei. „Bei den übrigen Personen liegen tatsächliche Anhaltspunkte für extremistische Bestrebungen vor.“ Über die Anfrage und die Antwort hatte zuerst das ARD-Magazin „Report Mainz“ berichtet. Der MAD wollte sich auf Nachfrage zu den Fällen nicht äußern.

Kontakt zu Ankaras Agenten

In den Unterlagen geht es auch um mutmaßliche Verbindungen der in Deutschland aktiven „Grauen Wölfe“ zum türkischen Geheimdienst MIT. Den türkischen Sicherheitskräften gegenüber brächten sie „Sympathie und Unterstützung zum Ausdruck“, schreibt die Bundesregierung. „Ein Zusammentreffen mit Führungspersonen und die Unterstützung türkischer Belange wird als Ehre empfunden und gern auf Fotos gezeigt.“ Solche Kontakte gebe es in der Bundesrepublik etwa während Wahlkampfveranstaltungen. Die Bundesbehörden sehen es als wahrscheinlich an, dass solche Gelegenheiten vom MIT „auch genutzt werden, um nachrichtendienstliche Belange zu fördern“.

Auf im Internet veröffentlichen Bildern zeigen sich „Graue Wölfe“ gerne beim Schießtraining in Deutschland. Auch ein „gewerbliches Angebot für wehrsportähnliche Security-Lehrgänge“ hätten Angehörige der Gruppe in Anspruch genommen, heißt es. „Von türkischen Faschistengruppen wie den ’Grauen Wölfen‘ geht eine große Bedrohung aus“, warnt die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke. Es habe sich „eine gewaltsame Schlägertruppe an der langen Leine des türkischen Geheimdienstes entwickelt“.

Die „Grauen Wölfe“ sind Anhänger der ultrarechten Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP), die mit Erdogan koaliert. Laut Verfassungsschutz propagiert die Bewegung „einen übersteigerten Nationalismus, gepaart mit der Vorstellung einer ethnisch homogenen Gesellschaft“. (afp)

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