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September 2018: Der Brand in der Lürssen-Werft verursacht langfristige Kapazitätsprobleme.

Schulschiff

Gorch Fock: Die nächste Etappe der Odyssee

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Angeblich soll Lürssen aus Bremen die insolvente Werft des Schulschiffes kaufen.

Die Bremer Lürssen-Gruppe steht vor dem Kauf der insolventen „Gorch-Fock-Werft“ im niedersächsischen Elsfleth. Das erfuhr das Redaktionsnetzwerk Deutschland aus Kreisen des Gläubigerausschusses. Demnach sollen die Verträge im einstelligen Millionenbereich bereits nach der nächsten Sitzung des Gläubigerausschusses Ende August unterzeichnet werden. Lürssen will sich offenbar dazu verpflichten, die derzeit gut hundert Mitarbeiter des Schiffbaubetriebes alle zu übernehmen.

Bis zum Ablauf der Bieterfrist Ende Juli hatten drei Interessenten ein Angebot für die Elsflether Werft abgegeben. Neben Lürssen waren das die Fassmer-Werft im niedersächsischen Berne sowie die Abeking & Rasmussen Schiffs- und Yachtwerft Aktiengesellschaft in Lemwerder bei Bremen.

Mit dem Kauf der Werft würde Lürssen die Verantwortung für Weiterbau und Fertigstellung des Sanierungsfalls „Gorch Fock“ übernehmen. Das Segelschulschiff der Marine wird seit 2016 auf der Elsflether Werft generalüberholt. Die Kosten waren ursprünglich auf rund 10 Millionen Euro veranschlagt worden. Sie summierten sich dann im Verlauf der bisherigen Arbeiten auf 135 Millionen. Anfang Januar 2019 waren bereits 69 Millionen Euro für die Sanierung des Schiffes ausgegeben.

Ermittlungen wegen des Verdachts der Korruption

Im Februar 2019 wurde bekannt, dass die Elsflether Werft seit mehreren Monaten Rechnungen in zweistelliger Millionenhöhe nicht mehr bezahlen konnte. Am 20. Februar stellte das Unternehmen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Generalbevollmächtigter der Werft ist der Hamburger Insolvenzverwalter Tobias Brinkmann.

Gegen den früheren Vorstand der Werft laufen Ermittlungen unter anderem wegen des Verdachts der Korruption. Auch gegen einen Mitarbeiter des für die Rechnungsprüfung zuständigen Marinearsenals in Wilhelmshaven laufen Ermittlungen wegen Korruptionsverdachts.

Da es in Elsfleth keinen ausreichenden Platz gibt, liegt die „Gorch Fock“ zurzeit auf der Fassmer-Werft in Berne. Fassmer ist noch bis September als Unterauftragnehmer dafür verantwortlich, die Dreimastbark mit Elektrik, Maschinen und einem Anstrich zu versehen. Für die anschließende Innenausstattung ist ein Liegeplatz im Binnenhafen von Brake vorgesehen.

Neben dem Stammsitz in Bremen-Vegesack verfügt Lürssen bereits über weitere Niederlassungen im norddeutschen Raum, darunter die Peene-Werft in Wolgast sowie Blohm und Voss und die Norderwerft in Hamburg. Allerdings fehlen dem Unternehmen nach einem Brand in Vegesack ausreichend Kapazitäten.

Die Lürssen-Gruppe ist bekannt für den Bau militärischer Patrouillenboote und ziviler Großjachten. Ein Sprecher Lürssens wollte sich auf Anfrage nicht zur geplanten Übernahme der Elsflether Werft äußern.

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