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Saudi-Arabien

Golfstaaten nähern sich an

  • Martin Gehlen
    vonMartin Gehlen
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Herrscher wollen Blockadehaltung gegenüber Katar beenden. Die Vermittlungsbemühungen der kleinern Emirate scheinen vor allem in Saudi-Arabien Früchte zu tragen.

Seit dreieinhalb Jahren liegen sich die Golfstaaten in den Haaren, jetzt bahnt sich in dem kalten Krieg der Wüstenherrscher eine Wende an: In letzter Zeit habe es fruchtbare Diskussionen gegeben, alle Seiten seien entschlossen, den Konflikt beizulegen, erklärte Kuwaits Außenminister Ahmad Nasser al-Sabah, dessen Nation zusammen mit dem Oman zwischen den diplomatischen Fronten vermittelt. In das gleiche Horn stieß auch sein saudischer Amtskollege Faisal bin Farhan. Man habe dank der tatkräftigen Unterstützung von US-Präsident Donald Trump signifikante Fortschritte gemacht. Ein Abkommen sei in Reichweite – und zwar ausdrücklich zwischen allen beteiligten Nationen. Er sei optimistisch, dass es in nächster Zeit unterzeichnet werden könne.

Die Krise begann im Juni 2017 mit einem Paukenschlag. Ohne Vorwarnung kappte das Boykott-Quartett aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Bahrain und Ägypten sämtliche Land- und Flugverbindungen mit Katar. Ein Ultimatum mit 13 Forderungen folgte, um die eigenwillige Mini-Nation mit ihren 300 000 Staatsbürger:innen auf die Knie zu zwingen. Katar sollte seine diplomatischen Beziehungen zum Iran herabstufen, das türkische Militär des Landes verweisen, den Sender Al-Jazeera schließen sowie sämtliche Verbindungen zu den Muslimbrüdern kappen.

Diese Maximalforderungen sind mittlerweile vom Tisch. Um das zerrüttete Vertrauen wieder aufzubauen, soll in einer ersten Phase die Fluglinie Qatar Airways ihre Überflugrechte über Saudi-Arabien zurückbekommen. Darauf drängt vor allem die scheidende Trump-Administration. Wegen der blockierten Lufträume am Golf fliegen die Maschinen aus Doha derzeit größere Umwege über iranisches Territorium, was sich die Islamische Republik bisher mit rund 100 Millionen Dollar pro Jahr vergüten ließ. Diese Einnahmen möchte das Weiße Haus dem Iran entziehen, um den Druck durch die Sanktionen weiter zu erhöhen.

Auch die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 dürfte die Kompromissbereitschaft aller Seiten erhöhen. Katar möchte als Gastgeber glänzen, die Herrscher der umliegenden Golfstaaten ihre Fußballfans nicht durch Reiseblockaden gegen sich aufbringen. Gleichzeitig wirft der Machtwechsel im Weißen Haus am 20. Januar 2021 seine Schatten voraus. Mit einem Ende der Katar-Krise könnte Kronprinz Mohammed bin Salman dem scheidenden US-Präsidenten Trump einen letzten außenpolitischen Erfolg bescheren, gleichzeitig aber auch die Kritik der kommenden Biden-Administration an seiner aggressiven Regionalpolitik dämpfen.

Den USA war der erbitterte Bruderzwist am Golf immer ein Dorn im Auge, auch weil er ihre militärische Präsenz in der Region kompliziert. Zudem pochen Saudi-Arabien und die Emirate darauf, in die von Joe Biden angekündigten Atomgespräche mit Teheran einbezogen zu werden. Dazu aber müssten die Golfstaaten erst einmal untereinander zu einer gemeinsamen Linie zurückfinden.

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