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Olaf Glaeseker (l.) und Christian Wulff (Foto vom 23.06.2010).

Wulff-Affäre

Glaeseker widerspricht Wulff

Der frühere Bundespräsident Christian Wulff wird vor der Staatsanwaltschaft Hannover von seinem langjährigen Sprecher Olaf Glaeseker belastet.

Eine mehr als 50?Seiten starke Stellungnahme Glaesekers für die Staatsanwaltschaft setze Wulff dem Verdacht aus, bei der Behörde falsch ausgesagt zu haben, berichteten das Magazin Spiegel und die Bild am Sonntag. Wulff hatte demnach vor der Staatsanwaltschaft Hannover bestritten, von Glaesekers Gratis-Urlauben bei Party-Manager Manfred Schmidt gewusst zu haben. Während Glaesekers Urlauben habe keinerlei Kontakt bestanden, sagte Wulff aus. In diesen Zeiten sei sein Vertrauter für ihn nicht erreichbar gewesen. Laut Glaeseker können jedoch mehrere Menschen bezeugen, dass Wulff zu Glaeseker während dessen Urlauben telefonisch Kontakt hielt und auch über Glaesekers Aufenthalte bei Schmidt in Frankreich und Spanien informiert war, wie es in den Medienberichten hieß.

Telefonat mit "Knödel" alias Wulff

Glaeseker verweise unter anderem auf das Reisetagebuch seiner Frau Vera, in dem mehrere Einträge auf Telefonate, Faxe und SMS-Nachrichten zwischen Glaeseker und Wulff hindeuteten. „Olli telefoniert mit Christiane, Knödel, Hagebölling“ – wobei „Knödel“ als Spitzname der Glaesekers für Christian Wulff stehe. Der damalige Chef der Staatskanzlei, Lothar Hagebölling, habe zudem ausgesagt, Wulff habe öfter mit Glaeseker telefoniert, wenn dieser im Urlaub war.

Das Landeskriminalamt Niedersachsen stellte den Berichten zufolge derweil seinen 90-seitigen Ermittlungsbericht über Glaeseker fertig, gegen den wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit ermittelt wird. Glaeseker sei den Ermittlern zufolge von Party-Veranstalter Schmidt mit Gratisurlauben und Flügen „angefüttert“ worden. Als Regierungssprecher in Niedersachsen soll er im Gegenzug Sponsoren für drei Veranstaltungen des „Nord-Süd-Dialogs“ angeworben haben, mit denen Schmidt mindestens 871.644 Euro verdient haben soll.
Insgesamt 18 Freiflüge sollen Glaeseker und seine Ehefrau Vera im Gesamtwert von 8860 Euro auf Kosten des Eventmanagers genutzt haben, berichtete der Spiegel. Bei 17 Urlaubstrips zu Schmidts Ferienresidenzen in Spanien und Südfrankreich solle das Ehepaar mindestens 26.572 Euro an Übernachtungskosten gespart haben.

Ein guter Freund

Glaeseker bestreitet die Vorwürfe in seiner Stellungnahme vehement, wie es in den Berichten heißt. Er habe Party-Veranstalter Schmidt nicht geholfen, weil er eine Gegenleistung erwartet habe, sondern weil er ein guter Freund sei. Die besondere Verbindung zu Schmidt könne durch zahlreiche Zeugenaussagen belegt werden, wie etwa von der Fernsehmoderatorin Sabine Christiansen, um deren Vernehmung Glaeseker bitte. Diese könne bestätigen, dass Schmidt und Glaeseker seit Ende der 1990er, lange bevor Wulff und er politisch wichtig wurden, enge Freunde sind. Christiansen wisse als gute Bekannte Schmidts auch, dass es eine Eigenschaft des Party-Managers sei, gute und echte Freunde sofort und häufig in seine Privathäuser einzuladen. Die Aussage soll belegen, dass der Korruptionsvorwurf gegen Glaeseker haltlos ist. (afp)

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