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Ex-FSB-Offizier attackiert Kreml: Putin „hat Schlacht um Bachmut schon verloren“

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Von: Christian Stör

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Igor Girkin spricht von einer „strategischen Niederlage“ der russischen Truppen in Bachmut. Der russische Nationalist fällt erneut mit kritischen Worten auf.

Moskau - Die Kämpfe im Osten der Ukraine spitzen sich weiter zu. Speziell im Norden des Gebiets Donezk um die Stadt Bachmut tobt seit Monaten eine unerbittliche Schlacht, die auf beiden Seiten mit hohen Verlusten verbunden ist. „Bachmut hält durch“, sagte am Sonntag (8. Januar) der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache.

Die russischen Truppen versuchen bereits seit September, Bachmut einzunehmen. Für die russischen Streitkräfte ist die Stadt im Ukraine-Krieg zu einem Prestigeobjekt geworden, das sie um jeden Preis erobern wollen. Auch im benachbarten Soledar toben derzeit schwerste Kämpfe. „Dies ist einer der blutigsten Orte an der Front“, beschrieb Selenskyj das Gebiet um die beiden Kleinstädte, die nur 14 Kilometer voneinander entfernt liegen.

Soledar ist wie das seit Monaten umkämpfte Bachmut Teil des ukrainischen Verteidigungswalls vor dem Ballungsraum zwischen Slowjansk und Kramatorsk. Angeführt werden die russischen Angriffe von Angehörigen der berüchtigten Söldnertruppe Wagner.

Der ehemalige Separatistenführer Igor Girkin. (Archivbild)
Der ehemalige Separatistenführer Igor Girkin. (Archivbild) © Photomig/dpa

Igor Girkin: Putins Truppen haben in Bachmut schon verloren

Der russische Nationalist Igor Girkin zeigt sich von den Kämpfen allerdings wenig beeindruckt. Der ehemalige Offizier des russischen Geheimdienstes FSB, der zuletzt immer häufiger Kritik an der russischen Kriegsführung geäußert hat, sieht die Schlacht schon jetzt als verloren an. „Selbst wenn unsere Truppen einen taktischen Sieg erringen“, so Girkin auf Telegram, „haben wir strategisch bereits verloren.“ Girkin kritisierte, dass Russland seine besten Kräfte und Mittel auf ein unwürdiges Objekt konzentriere, während andere Ziele in der Ukraine weit wichtiger seien.

Girkin beschuldigte außer dem russischen Generalstab auch die Wagner-Gruppe und deren Kopf Jewgeni Prigoschin. „Der Kommandant, der es zulässt, dass seine Soldaten so ungeschickt und fruchtlos verschwendet werden (auch wenn er auf Befehl handelt), kann auf keinen Fall als guter Militärführer angesehen werden“, erklärte Girkin.

Schlacht um Bachmut: Ukrainischer Kriegsheld übernimmt Verteidigung

Die Wagner-Gruppe selbst versucht derweil, dem russischen Verteidigungsministerium die Schuld für die mangelnden Fortschritte in Bachmut in die Schuhe zu schieben. Es mangele an genügend gepanzerten Fahrzeugen, Munition und Granaten, um die Verteidigungslinien in Bachmut zu durchbrechen, beklagten die Söldner in einem Videoclip.

Auch für die Ukraine ist Bachmut ungemein wichtig. Laut Selenskyj übernimmt der Befehlshaber des ukrainischen Heeres die Verteidigung der Stadt. Olexandr Syrskyj gilt in der Ukraine als Held, dem die Erfolge bei der Verteidigung von Kiew und bei der Rückeroberung des Gebiets Charkiw zugeschrieben werden. (cs/dpa)

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