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Bei dem Giftanschlag von Salisbury wurden Viktor Skripal und seine Tochter Julia lebensgefährlich verletzt.

Skripal-Affäre

Giftgas-Experten bestätigen britische Erkenntnisse

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Die OPCW-Experten sind sicher: Beim Anschlag in Salisbury wurde "ein Gift von hoher Reinheit" eingesetzt. Das deute auf einen militärisch entwickelten Kampfstoff hin.

Nach dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia hat die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) britische Angaben „hinsichtlich des Typs der giftigen Chemikalie“ bestätigt. Es handele sich um einen Stoff von „hoher Reinheit“. Zwar wird weder in der öffentlichen Erklärung noch im geheimen Bericht der Name „Nowitschok“ erwähnt. Die chemische Formel lasse aber keinen Zweifel, heißt es in London. Das OPCW-eigene Labor in den Niederlanden sowie drei weitere Institute hatten Proben untersucht, die ein OPCW-Team auf Einladung Großbritanniens vor Ort entnommen hatte, darunter auch Blutproben der Opfer.

Der hohe Reinheitsgrad der Chemikalie deutet auf einen militärisch entwickelten Kampfstoff hin. Der britischen Regierung zufolge produziert Russland seit zehn Jahren Nowitschok-Kampfstoffe, die erstmals in der Sowjetunion hergestellt wurden und als äußerst giftig gelten. Jenseits winziger Mengen für Experimente ist die Produktion von Chemiewaffen gemäß der entsprechenden Konvention verboten.

London hat für kommenden Dienstag eine Krisensitzung des OPCW-Exekutivrates einberufen. „Der Kreml muss Antworten liefern“, sagte Außenminister Boris Johnson. Nach dem OPCW-Statut könnte die Organisation eine Inspektion der angeblichen Herstellungsstätte in Russland in die Wege leiten. Julia Skripal hat unterdessen Hilfsangebote der russischen Botschaft in London abgelehnt. Sie teilte am Mittwochabend über die britische Polizei mit, ihr sei von der diplomatischen Vertretung freundlich jede Form der Unterstützung angeboten worden. Die russische Botschaft bezweifelte, dass die Erklärung von Skripal selbst verfasst wurde. (mit rtr)

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