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Xavier Naidoo kommt nach Gießen und es formiert sich Protest. 

Gießen Kultursommer

Xavier Naidoo bezieht sich auf den Vorwurf, rechts zu sein

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Xavier Naidoo wendet sich auf dem Gießener Kultursommer an sein Publikum, weil er als rechts verschrien sei. 

Update, 02. September 2019, 11:00 Uhr: Nur um die 25 Menschen demonstrierten am Samstagabend auf dem Gießener Kultursommer gegen ein Konzert von Xavier Naidoo, während knapp 5.000 Fans das Konzert des Sängers besuchten.

Laut Informationen der „Gießener Allgemeinen“ bezog sich Naidoo an einer Stelle auch auf den Vorwurf, rechts zu sein. Vor dem Lied „Was wir alleine nicht schaffen“ sagte Naido in Richtung des Publikums: „Sorry, ich muss bei dem Lied lachen, weil ich immer als rechts verschrien werde und als Nazi.“

Erstmeldung

Xavier Naidoo, Soulsänger aus Mannheim, ist längst nicht nur wegen seiner Musik einer breiten Öffentlichkeit ein Begriff. Gerne äußert er sich politisch wie beispielsweise 2014 auf der „Reichsbürger“-Veranstaltung zum „Tag der deutschen Einheit“, die vor dem Kanzleramt stattfand. Die rechtsextremen „Reichsbürger“ halten ebenso wie Naidoo die Bundesrepublik für ein von fremden Mächten „besetztes Land“ und verbreiten vielfach Verschwörungstheorien. 

Der Sänger klärte dort seine ca. 300 Menschen umfassende Zuhörerschaft unter anderem über die angeblichen Lügen zum 11. September auf, denn „wer das als Wahrheit hingenommen hat, was da erzählt wurde, hat einen Schleier vor den Augen.“ 

Antisemitisch, rechtspopulistisch und verschwörungstheoretisch

Naidoos Liedtexte sind teilweise auch höchst umstritten. So wurde er vom Lesben- und Schwulenverband aufgrund homophober Textzeilen wegen Volksverhetzung angezeigt. Und weiter kann sein 2017 gemeinsam mit den „Söhnen Mannheims“ veröffentlichtes Lied „Marionetten“ als antisemitisch, rechtspopulistisch und verschwörungstheoretisch wahrgenommen werden. Immerhin Grund genug für die Stadt Mannheim, sich von einem ihrer berühmtesten Söhne zu distanzieren. 

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Gießen hingegen hat weniger Berührungsängste. Im Kontext des Gießener Kultursommers tritt Naidoo am 31. August auf dem Schiffenberg auf, doch dieses Gastspiel sorgt bereits im Vorfeld für Proteste und Kritik. In einer Protestnote wird dem Sänger von einem breiten Bündnis vorgeworfen, „seine mediale Reichweite zur Verbreitung von Reichsbürger- und anderem Verschwörungsdenken“ zu nutzen. Es könne nicht im Sinne der „Kulturstadt“ Gießen sein, „eine Schuldzuweisungs- und Verfolgungskultur mit erschreckenden Hate-Speech-Elementen“ zu präsentieren, die auf solchen Konzerten die Mitte der Gesellschaft erreicht. 

Demonstration gegen Xavier Naidoo

Neben der AG Gießen der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und der Studentischen Initiative gegen Antisemitismus gehört unter anderem auch die Grüne Jugend Gießen zu den Aufrufern. Auf Facebook kündigt die Grüne Jugend eine Demonstration am Schiffenberg an, um auf seine „abstrusen und gefährlichen Ansichten“ hinzuweisen. Das Motto lautet: „Verschwörungstheoretikern und Volksverhetzern keine Bühne bieten!“

Update, 30. August, 16:50 Uhr: Mittlerweile hat die Grüne Jugend Gießen das Motto der Demonstration in „Keine Bühne für Xavier Naidoo“ geändert. 

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