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Schwitzender Lindner wirkt sichtlich angeschlagen

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Von: Karolin Schäfer

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Die Zuschaltung von FDP-Chef Christian Lindner beim Parteitag sorgt für Aufregung im Netz und löst eine Debatte über seinen Gesundheitszustand aus.

Berlin – Die FDP hat am Sonntagmorgen (24.04.2022) ihren Bundesparteitag in Berlin fortgesetzt. Im Mittelpunkt des zweiten und letzten Tages sollte eine Rede des neuen Generalsekretärs Bijan Djir-Sarai stehen. Bundesfinanzminister und Vorsitzender der Partei, Christian Lindner, konnte aufgrund seiner Corona-Infektion nur digital daran teilnehmen.

„Nach zwei Jahren ohne Covid-19-Infektion, gestern einem negativen Ergebnis im Testzentrum und heute einem negativen Schnelltest: positiv. Dank dreier Impfungen nur leichte und wieder abklingende Erkältungssymptome. Allen, die schwerere Verläufe haben, wünsche ich alles Gute!“, schrieb der FDP-Chef am Donnerstag (2104.2022) beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Christian Lindner an Corona erkrankt: Beim Parteitag „fiebrig und angeschlagen“

Für seinen Video-Auftritt beim Parteitag der Liberalen am Samstag (23.04.2022) erntete Lindner allerdings Kritik. In seiner rund 40-minütigen Rede begann der Finanzminister zu schwitzen und wirkte sichtlich angeschlagen. Ein Standbild seines Auftritts verbreitete sich rasch im Internet. Einige Nutzerinnen und Nutzer mutmaßten bei Twitter, dass die Infektion doch nicht so harmlos verlief. Andere warfen ihm fehlende Eigenverantwortung vor.

Christian Lindner, FDP-Bundesvorsitzender, spricht digital aus Washington zugeschaltet beim Bundesparteitag.
Christian Lindner, FDP-Bundesvorsitzender, spricht digital aus Washington zugeschaltet beim Bundesparteitag. © Michael Kappeler/dpa

„Beim #bpt22 spricht ein fiebrig und angeschlagen wirkender, #Corona-positiver #Lindner, während Delegierte stundenlang ohne #Maske aufeinanderhocken“, kritisierte ein Nutzer mit Blick auf die Rede des FDP-Politikers. „Die praktizierte #Eigenverantwortung der #FDP. Krank arbeiten und nicht einmal den Basisschutz für sich und andere beachten“, hieß es weiter. Zuvor zeigte ein Foto des Parteitages, dass die meisten Anwesenden keine Maske trugen.

Corona: Twitter-Community wirft Christian Lindner fehlende Eigenverantwortung vor

„Eigenverantwortung wäre es, krank im Bett zu sein statt zu arbeiten. Ist hier sicher ein Grenzfall, aber ich finde es als Signal nicht gut“, ergänzte der User. Lindner wurde nach einem Treffen der G7-Finanzminister in den USA positiv auf Corona getestet und befindet sich seitdem in Quarantäne. „Hab gerade Lindner auf dem Bundesparteitag gesehen. Total verschwitzt und sichtlich mitgenommen. Aber man darf sich ja nix anmerken lassen, denn Omikron ist ja jetzt harmlos“, schrieb eine andere Nutzerin mit ironischem Unterton.

Kurz darauf nahm Christian Lindner selbst Stellung zu den Twitter-Kommentaren. „Vielen Dank für die Genesungswünsche hier“, schrieb er am Samstagabend. Grund zur Sorge bestehe allerdings nicht, „so sieht es aus, wenn man morgens um 0600 ohne Maske im Scheinwerfer steht“, ergänzte der FDP-Chef.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach lobt Lindners Corona-Isolation

„Hätte Karl Lauterbach nicht den Beschluss der 16 Gesundheitsminister zurückgenommen, dass wir nicht mehr in Quarantäne müssen, wenn wir infiziert sind, dann wäre Christian Lindner heute bei uns und nicht in Washington“, sagte der stellvertretende FDP-Chef Wolfgang Kubicki bei der Eröffnung des Parteitags. Lauterbach hatte Anfang April die Quarantäne-Lockerungen plötzlich zurückgenommen. Den Liberalen sei es zu verdanken, dass Deutschland wieder zur „Normalität“ zurückgekehrt sei, hoben mehrere FDP-Politiker hervor.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erklärte hingegen, dass die Isolation von Lindner richtig sei. „Wenn wir CoronaInfizierte nicht mehr isolieren, wie fdp verlangt wird, gefährden wir alle Menschen, die wir durch Impfung nicht gut schützen. Das sind insbesondere alte Menschen und ungeimpfte Kinder“, schrieb der SPD-Politiker am Samstagabend in einem Tweet. (kas/dpa)

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