IRAK

USA gestehen Fehler in der Kriegspropaganda ein

FRANKFURT A. M., 8. Juli (ap/dpa/rtr). Die US-Regierung hat erstmals Fehler bei der Rechtfertigung des Irak-Kriegs eingestanden. Das Weiße Haus bezeichnete

FRANKFURT A. M., 8. Juli (ap/dpa/rtr). Die US-Regierung hat erstmals Fehler bei der Rechtfertigung des Irak-Kriegs eingestanden. Das Weiße Haus bezeichnete es als "Irrtum", dass US-Präsident George W. Bush und andere Regierungsvertreter den Vorwurf erhoben hatten, das irakische Regime habe noch vor wenigen Monaten versucht, Uran in Afrika zu kaufen.

"Mit dem Wissen, das wir heute haben, hätte die Äußerung über Iraks Versuch, in Afrika Uran zu kaufen, nicht in der Rede (des Präsidenten) zur Lage der Nation stehen sollen", stellte das US-Präsidialamt am Montagabend in Washington klar. Eine Untersuchung des US-Geheimdienstes CIA hatte bereits Ende vorigen Jahres gezeigt, dass diese Vorwürfe jeglicher Grundlage entbehren. Dennoch hatte Bush dies Ende Januar in seiner Rede vor dem Kongress behauptet.

Der britische Premierminister Tony Blair verwahrte sich in London gegen den Vorwurf des Auswärtigen Ausschusses, er habe die Beweislage gegen das irakische Regime vor dem Krieg falsch dargestellt. Vor dem Unterhaus wies er "jede Andeutung" rigoros zurück, das Parlament und die Bevölkerung in die Irre geführt zu haben. Er versicherte, es würden noch Beweise für irakische Massenvernichtungsprogramme auftauchen.

Am Dienstag gerieten die US-Besatzungstruppen in Irak erneut unter Beschuss. Aufständische feuerten in der Nacht mehrere Mörsergranaten auf einen Militärstützpunkt nahe Balad, etwa 90 Kilometer nördlich der Hauptstadt. Die US-Soldaten nahmen daraufhin elf Verdächtige fest. Am Morgen griffen Unbekannte ein US-Militärfahrzeug in Bagdad an. Im südirakischen Basra verwundete ein Heckenschütze einen britischen Militärangehörigen. Der arabische Fernsehsender Al Dschasira strahlte am Dienstag erneut ein Tonband aus, auf dem angeblich der gestürzte Machthaber Saddam Hussein die Iraker zum Widerstand gegen die Besatzungstruppen aufruft.

Dossier: Irak nach dem Krieg

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