Simonis attackiert Unicef-Chef

Geschäftsführer soll Amt ruhen lassen

Der Machtkampf bei Unicef Deutschland spitzt sich zu. Die Vorsitzende des Kinderhilfswerks, Heide Simonis, forderte am Donnerstag, alle dubiosen

Von JÖRG SCHINDLER

Der Machtkampf bei Unicef Deutschland spitzt sich zu. Die Vorsitzende des Kinderhilfswerks, Heide Simonis, forderte am Donnerstag, alle dubiosen Geldgeschäfte in der Kölner Zentrale gesondert zu prüfen. Zudem verlangte sie von Bundesgeschäftsführer Dietrich Garlichs, sein Amt bis zur Klärung aller Vorwürfe ruhen zu lassen. Garlichs ging darauf nicht ein, sondern bezichtigte in einer Erklärung erneut den Vorstand um Simonis der Mitwisserschaft. Allerdings räumte er erstmals einen "Fehler" ein. Sowohl Simonis als auch Garlichs beriefen für die nächsten Tage Krisensitzungen ein.

Im FR-Interview betonte Simonis, es stimme "im Wesentlichen", dass die Unicef-Geschäftsführung sechsstellige Beraterhonorare ausgegeben und den millionenteuren Umbau der Zentrale veranlasst habe. "Konkret kann ich es aber nicht sagen, weil wir zum Teil keine Unterlagen bekommen haben. Ich kann die Summen auch im Haushaltsplan nirgendwo identifizieren", so die ehemalige Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein.

Simonis wies Garlichs Behauptung zurück, der Vorstand sei "im Detail" über die Geldausgaben informiert gewesen und fügte hinzu: "Ich lüge nicht." Ob andere lügen, das müssten nun die von ihr veranlassten Sondersitzungen und Sonderprüfungen bei Unicef ergeben. Auf die Frage, ob sie es bedauere, die Vorwürfe nicht früher akribischer überprüft zu haben, sagte Simonis: "Wenn die Vorwürfe stimmen, dann bedauere ich das sehr wohl."

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